UNHCR verhandelt mit dem Iran über mögliche Irak-Flüchtlinge

1. April 2003, 14:30
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In Syrien werden Flüchtlingen Zertifikate ausgestellt

Genf - Die UNO-Flüchtlingsorganisation UNHCR ist mit dem Iran über die Betreuung möglicher Kriegsflüchtlinge aus dem Irak im Gespräch. Man habe an die iranischen Behörden eine Million Dollar für die nötige Infrastruktur, wie sanitäre Anlagen und Wasserversorgung, überwiesen, teilte UNHCR-Sprecher Kris Janowski am Dienstag in Genf mit. Er sprach von einem Treffen des UNHCR mit führenden Beamten des iranischen Außenministeriums.

Derzeit gebe es keine Informationen über Menschen, die in den Iran fliehen. Das UNHCR gehe aber ständig Berichten nach, wonach sich an der iranische Grenze zahlreiche Iraker aufhielten. "Uns wurde aber von iranischen Behörden und Hilfsmitarbeitern auf irakischer Seite der Grenze erklärt, dass keine dieser Gruppen bisher den Versuch einer Grenzüberquerung unternommen habe", sagte Janowski.

Grenze im Krieg Iran-Irak stark vermint

Die 1400 Kilometer lange Grenze zwischen beiden Ländern wurde während des Krieges 1980 bis 1988 stark vermint. Reisen in diesem Gebiet ist stark beschränkt. Das UNHCR ist auf die Flucht von etwa 600.000 Menschen aus dem Irak vorbereitet.

In der syrischen Hauptstadt Damaskaus suchen unterdessen täglich Hunderte irakische Staatsbürger das UNHCR auf, um ein Zertifikat für vorübergehenden Schutz zu erhalten. Seit Sonntag hat die UNO-Organisation rund 2000 solche Dokumente ausgestellt, sagte der Genfer Sprecher. Das Dokument des UNO-Hochkommissariats hält fest, dass der Inhaber vorübergehend Schutz braucht und nicht in den Irak zurückgeschickt werden kann, sagte Janowski weiter. Bei den Gesuchsstellern handle es sich um Personen, die den Irak vor dem Krieg verlassen hätten und ihren Status jetzt formalisieren wollten.(APA/dpa/sda)

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