Salzburger gestand 14 Jahre zurückliegenden Mord

2. April 2003, 10:10
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Wegen Opferstock- Diebstahl in Untersuchungshaft - bei Einvernahme gestand der Mann einen Mord in Amsterdam

Innsbruck- Im Zuge einer Einvernahmen gab ein gebürtige Salzburger zu, 1989 in Amsterdam einen Mann erschossen zu haben. Gegen den 36-Jährigen wurde die Untersuchungshaft verhängt, gab die Sicherheitsdirektion am Nachmittag bekannt.

Der heute 36-Jährige ist seit 9. Februar dieses Jahres wegen Verdachts des gewerbsmäßigen (Opferstock-)Einbruchsdiebstahles in Untersuchungshaft. Bei den Einvernahmen hatte er gestanden, im Jahr 1989 in Amsterdam einen Menschen von hinten mit einer Pistole niedergeschossen zu haben. Er schilderte Details, insbesondere wusste er den Namen des Opfers, die Wohnstraße in Amsterdam, den Tatablauf, das Versteck der Tatwaffe usw. genau zu beschreiben. Dieses Geständnis hatte er schließlich auch gegenüber dem Untersuchungsrichter bestätigt. Der Ermittlungsbereich der Kripo in Amsterdam bestätigte diese Angaben in allen wesentlichen Punkten.

"Kurzschlusshandlung"

Nach Erkenntnissen der Beamten hatte der damals 23-jährige Österreicher um den 2. März 1989 in einem Wettbüro in der niederländischen Hauptstadt einen 57-jährigen Mann aus Amsterdam getroffen. Dieser nahm den Österreicher mit in seine Wohnung und lud ihn zu seiner Geburtstagsfeier ein. Bei dieser Feier wurden neben Alkohol auch Drogen konsumiert. Vermutlich am Vormittag des darauf folgenden Tages hatte der Salzburger inten auf seinen Gastgeber geschossen.

Während der Österreicher die Begründung oder Erklärung der Tat in einer Kurzschlusshandlung in Folge einer persönlichen verbalen Auseinandersetzung sieht, könne aus polizeilicher Sicht ein auf die Erlangung des Bargeldes gerichteter Raubmord nicht ausgeschlossen werden. Die Tatwaffe hatte der Österreicher, wie er selbst angibt, im Jänner 1989 bei einem Altwarenhändler in Nimes (Frankreich) gestohlen.

Von der Staatsanwaltschaft Amsterdam wurde unterdessen ein Rechtshilfeersuchen zur Übernahme der Strafverfolgung beantragt. Ebenso wurden vom Landesgericht Innsbruck die Voruntersuchung eingeleitet. (APA)

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