Telekom Austria wird zur Gänze privatisiert

1. April 2003, 14:09
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Ministerrat beschließt neuen Privatisierungsauftrag - Umsetzung in dieser Legislaturperiode nicht verbindlich

Der Ministerrat hat am Dienstag außerdem den neuen Privatisierungsauftrag an die Staatsholding ÖIAG fixiert. Demnach sollen die Anteile an Böhler-Uddeholm, VA Tech, voestalpine und der Bergbauholding AG zu 100 Prozent veräußert werden. Für die Telekom Austria (TA) ist der Verkauf von "bis zu 100 Prozent - möglicherweise in zwei Schritten" - vorgesehen, und für die Österreichische Post AG wird eine strategische Partnerschaft "als "erster Privatisierungsschritt" geprüft. Dies erklärte Finanzminister Karl-Heinz Grasser (parteilos) nach der Ministerratssitzung vor Journalisten.

Kein Zwang

Zwingend müssen diese Privatisierungsschritte in dieser Legislaturperiode allerdings nicht realisiert werden. Laut Finanzstaatssekretär Alfred Finz (V) hofft die Regierung zwar auf eine rasche Umsetzung, einen fixen Zeitpunkt gebe man aber nicht vor, da dies die Aktienkurse der Beteiligungen beeinflussen würde, sagte Finz.

Absicherung

Laut Grasser sollen bei den Privatisierungen "die Interessen Österreichs" gesichert werden. Ziel müsse es sein, bei Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen die Arbeitsplätze in Österreich zu halten, ebenso "wenn irgendwie geht" auch die Hauptquartiere sowie die Forschung und Entwicklung.

Hoamatloand...

Österreichische Kernaktionäre wünscht sich Grasser vor allem für die VA Tech und die voestalpine. Bei der Telekom Austria würde dies aber angesichts der Dimension des Unternehmens "schwierig" werden. Die Varianten für die TA würden derzeit geprüft.

Der Finanzminister überlegt einen teilweisen Verkauf der verbliebenen ÖIAG-Anteile über die Wiener Börse (Secondary public offering). Er bekräftigte, dass ihm die Wiener Börse "ein Anliegen" sei.

Börse

Überlegt werde auch die Gründung einer mitteleuropäischen Börse, etwa gemeinsam mit Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Demnächst soll es dazu bilaterale Gespräche mit den Finanzministern der jeweiligen Länder geben. (APA)

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