Israel wirft Syrien Hilfe für den Irak vor

1. April 2003, 14:05
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Wortkrieg eskaliert - Mofaz droht Assad mit israelischer "Militärmacht"

Jerusalem/Damaskus - Der verbale Konflikt zwischen Israel und Syrien vor dem Hintergrund des Irak-Krieges verschärft sich ständig. Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz hat am Dienstag den syrischen Staatschef Bashar al Assad aufgefordert, sich der "Militärmacht" Israels bewusst zu sein. Israel hat den Irak beschuldigt, Massenvernichtungswaffen in Syrien versteckt zu haben. Das syrische Außenministerium hat erklärt, die Regierung habe sich dafür entschieden, an der Seite des irakischen Brudervolkes zu stehen, das sich mit einer ungerechtfertigten und illegalen Invasion konfrontiert sehe.

In einem Radiointerview sagte der frühere israelische Generalstabschef Mofaz, Assad kenne Israels "Stärke in allen Bereichen, einschließlich des militärischen". Es werde deutlich, dass Syrien dem Irak helfe, wie dies von den USA aufgezeigt worden sei. Der Irak hat nach Überzeugung eines ranghohen israelischen Geheimdienstmitarbeiters Massenvernichtungswaffen möglicherweise nach Syrien ausgelagert. Wie der israelische Rundfunk berichtete, äußerte der Chef der Forschungsabteilung des militärischen Geheimdienste, General Yossi Kuperwasser, diese Vermutung vor dem außen- und verteidigungspolitischen Parlamentsausschuss.

"Unverschämte Unterstellungen"

Die Arabische Liga hatte von "unverschämten Unterstellungen" gesprochen, mit denen Regierungschef Ariel Sharon in erster Linie von den israelischen Nuklearwaffenarsenalen abzulenken versuche. Der gegenwärtige Feldzug gegen den Irak sei ein "amerikanisch-israelischer Krieg", der von den "Zionisten" in Auftrag gegeben worden sei, hieß es im syrischen Regierungsorgan "Tishreen". Die halbamtliche "Syria Times" schrieb am Dienstag, besonders alarmierend sei die Tatsache, dass US-Außenminister Colin Powell seine Drohungen gegen Syrien vor "fanatischen Juden" der amerikanischen jüdischen Lobby-Organisation AIPAC ausgestoßen habe.

Das Außenministerium in Damaskus erklärte, Syrien habe sich dem Standpunkt der Mehrheit der Staaten der Welt angeschlossen, die "Nein zur Aggression gegen den Irak gesagt hat". Syriens "Wahl" bedeute, dass es sich "auf die Seite des irakischen Brudervolkes stellt". Powell hatte Syrien zu einem "verantwortungsvolleren Verhalten" aufgefordert und erklärt, Syrien stehe nun "vor einer entscheidenden Wahl". Außenminister Faruk Sharaa hatte betont, es sei "im Interesse" Syriens, wenn "die Invasoren im Irak besiegt werden". (APA/Reuters/AP)

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