Zeitungsverleger wollen Zugang zu Hausbriefkästen

2. April 2003, 13:35
posten

VÖZ-Klausur: Post-Monopol behindert Medienunternehmen und ist "österreichisches Unikum"

Die österreichischen Zeitungsverlage werden beim Aufbau von eigenen Vertriebssystemen "schwerwiegend behindert": Dies war zentrales Thema bei der Klausur des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) in Oberlech, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Eine "erhebliche Wettbewerbsverzerrung" sei vor allem die Tatsache, dass nur die Post Zugang zu den Hausbriefkästen habe. Die Verleger forderten "dringend", diese Monopolstellung der Post zu beseitigen. Darüber hinaus wartet man weiterhin ungeduldig auf die Reform der Presseförderung.

Postkästen umrüsten

Auch private Zusteller sollen Zeitungen in die Hauspostkästen einwerfen können, fordert der VÖZ. Denn derzeit werden Zeitungen per Hauszustellung meistens vor der Wohnungstür abgelegt. Dass das Blatt den Abonnenten auch wirklich erreicht und nicht vorher "abhanden kommt", kann so nicht garantiert werden. Die Postkästen gehören daher ausgetauscht oder zumindest umgerüstet, so die Verleger und wollen eine entsprechende Novelle des Postgesetzes. Der "exklusive" Zugang der Post zu den Briefkästen sei übrigens ein "österreichisches Unikum": "europaweit gibt es einen freien Zugang", wurde betont.

"Unverzüglich" solle die Bundesregierung auch ihre "im Regierungsprogramm erneut angekündigte Neuordnung der Presseförderung" vorlegen, so eine weitere Forderung. Zur Presseförderung bekenne man sich nach wie vor, sie sei ein "unverzichtbares Instrument zur Erhaltung und Sicherung der Vielfalt von Zeitungen und Zeitschriften". Ebenfalls als "vordringlich" bezeichnet wurde vom VÖZ die "rasche Umsetzung der EU-Urheberrechts-Richtlinie mit Konzentration auf den Schutz der Interessen der Urheber des geistigen Eigentums". Sein im Vorjahr geschaffenes PDN-Lizenzsystem für Mediendokumentationen werde der VÖZ weiterentwickeln. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.