USA wollen keine "glaubwürdigen" Kriegsberichte

2. April 2003, 11:25
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Sagt Starreporter Peter Arnett - Karriere sei an der "Wahrheit" zerbrochen - Neues Engagement beim "Daily Mirror"

Der vom US-Fernsehsender NBC wegen eines Interviews im irakischen Fernsehen gefeuerte Starreporter Peter Arnett (68) hat der Regierung in Washington vorgeworfen, keine "glaubwürdige" Berichterstattung über den Irak-Krieg zu wollen. In einem Artikel für den in London erscheinenden "Daily Mirror" vom Dienstag schrieb der Pulitzer-Preisträger: "Meine erfolgreiche Karriere fiel über Nacht in Schutt und Asche, weil ich die Wahrheit gesagt habe." Arnett ist jetzt Korrespondent des "Mirror", der eindeutig Position gegen den Irak-Krieg bezogen hat.

Einer der wenigen Fernsehjournalisten in Bagdad

Arnett, ein gebürtiger Neuseeländer, hatte 1966 als damaliger AP-Reporter in Vietnam den begehrten Pulitzer-Preis erhalten. Mit seiner Berichterstattung über den Golfkrieg 1991 für CNN wurde er weltweit bekannt. Arnett war der erste westliche Journalist, der den Terror-Drahtzieher Osama bin Laden interviewte. Er habe sich den "Respekt" des Regimes in Bagdad verdient, obwohl er mit ihm nicht übereinstimme, erklärte Arnett im "Mirror" seine Akkreditierung als einer der wenigen Fernsehjournalisten in Bagdad. Er hatte vor knapp zwei Wochen aus der irakischen Hauptstadt die ersten Raketeneinschläge und damit den Kriegsbeginn gemeldet.

"Ich bin nicht gegen den Krieg"

"Ich bin nicht gegen den Krieg. Ich habe das gesagt, was wir alle über diesen Krieg wussten. Damit habe ich einen Feuersturm ausgelöst. Das tut mir leid", schrieb Arnett im "Mirror". Dafür, dass er die Wahrheit berichtet habe, werde er sich aber nicht entschuldigen.

Auch "National Geographic" beendet Zusammenarbeit

Nachdem NBC sich von Peter Arnett getrennt hat, hat auch die Zeitschrift "National Geographic" ihre Zusammenarbeit mit dem US-Kriegsreporter beendet. NBC hat Geschäftsbeziehungen mit der "National Geographic", Arnett war ursprünglich im Auftrag der von dem Magazin produzierten Sendung "National Geographic Explorer" nach Bagdad gereist.

In der Presseerklärung von "National Geographic" heißt es, das Magazin habe nichts von Arnetts Interview mit dem irakischen Fernsehen gewusst. Wäre sie zuvor informiert worden, hätte sie es nicht genehmigt, erklärte die Zeitschrift. (APA/AP/Reuters/red)

Nachlese

NBC feuert Peter Arnett nach Auftritt im irakischen Fernsehen
Star-Reporter hatte in Interview vom Scheitern der US-Strategie gesprochen

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