Neuer Altpapier-Sammelrekord

1. April 2003, 16:13
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Sammelmenge pro Kopf 2002 auf 63,5 kg gestiegen - Wien und Vorarlberg Spitzenreiter - Mit Grafik

Die Österreicher haben im Jahr 2002 einen neuen Altpapier-Sammelrekord aufgestellt. Pro Kopf wurden 63,5 kg Altpapier gesammelt - um 2,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Spitzenreiter sind Wien und Vorarlberg mit 77,4 bzw. 76,7 kg Sammelmenge pro Kopf der Bevölkerung, gefolgt von der Steiermark (68,3 kg), dem Burgenland (63,8 kg), Kärnten (60,5 kg), Niederösterreich (60,1 kg), Salzburg (55,4 kg), Oberösterreich (54,3 kg) und Tirol (51,9 kg).

Kein Rückschluss auf "Umweltbewusstsein"

Die unterschiedlichen spezifischen Sammelmengen in den einzelnen Bundesländern lassen jedoch keinen Rückschluss auf das "Umweltbewusstsein" der Bevölkerung zu, hieß es bei der Pressekonferenz der Altpapier-Recycling-Organgisationsgesellschaft (ARO) heute, Dienstag. So sei etwa in Wien die Sammelmenge so hoch, weil Altpapier aus gewerblichen Kleinanfallstellen zum Teil über die Haushaltssammlung entsorgt werde. In Ober- und Niederösterreich, Salzburg und Tirol werden dagegen zusätzlich nennenswerte Altpapiermengen aus Haushalten in Recyclinghöfen erfasst.

Zeitungen, Kataloge und sonstiges Altpapier

Wie stark das Umweltbewusstsein der Bevölkerung in den vergangenen Jahren zugenommen habe, zeige der Langfristvergleich: 2002 erbrachte die haushaltsnahe Altpapiersammlung 510.000 Tonnen, das sind um 151.000 Tonnen oder 42 Prozent mehr als im Jahr 1994 und um 6.000 Tonnen mehr als 2001, berichtete ARO-Geschäftsführer Werner Knausz bei der Präsentation des ARO-Reports 2002, der die Ergebnisse der Altpapier- und Verpackungssammlung in Österreich dokumentiert. Den überwiegenden Teil der Papier-Sammelmenge stellen Zeitungen, Kataloge und sonstiges Altpapier dar. Der Anteile der Papierverpackungen liege bei 14 Prozent.

Leichte Steigerung prognostiziert

Für das laufende Jahr prognostiziert Knausz zwar noch eine leichte Steigerung der Altpapiersammlung, jedoch keine Riesenschritte mehr nach oben: "Mit 63,5 kg gesammeltem Altpapier je Einwohner haben wir einen europaweiten Spitzenwert erreicht. Nach unseren Schätzungen könnten theoretisch noch rund 10 kg mehr je Einwohner gesammelt werden," so Knausz. Es sei aber die Frage, zu welchen Kosten und ob dieses Altpapier in der erforderlichen Qualität und Reinheit auch tatsächlich erfasst werden könne.

Ökonomisch nocht attraktiver machen

Die Deponieverordnung, die im Jahr 2004 in Kraft tritt, werde das umweltgerechte Sammeln von Altpapier ökonomisch noch attraktiver machen, weil diese die Deponierung organischer Stoffe verbiete, so die ARO. Die Verordnung schreibt vor, dass organische Stoffe ab 2004 aus dem Restmüll aussortiert oder verbrannt werden müssen. "Wer für wertvolle Rohstoffe, die der Wiederverwertung zugeführt werden könnten, die "normalen" Sammelbehälter der kommunalen Restmüllentsorgung verwendet, wird daher in Zukunft zumindest eine höhere Gebühr zu entrichten haben," warnt man bei der ARO.

Zahl der Altpapiersammelcontainer gestiegen

Die Zahl der Altpapiersammelbehälter ist in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Während 1994 erst 440.000 Behälter aufgestellt waren, ist die Zahl bis Ende 2002 auf 683.000 Altpapiersammelbehälter gestiegen. Im Schnitt teilen sich heute fünf Haushalte einen Sammelbehälter. Vor acht Jahren gab es einen Altpapierbehälter je sieben Haushalten.

2003 wurden nach Eigenangaben die im ARA System erhobenen Lizenztarife für Papierverpackungen um 13 Prozent herabgesetzt. Wirtschaft und Konsumenten ersparen sich dadurch im Jahr 2003 insgesamt 14 Mio. Euro, hieß es.

Die ARO besteht seit 1994 und organisiert bundesweit die Sammlung von Verpackungen aus Papier, Karton, Pappe und Wellpappe. (APA)

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