21 Ex-Manager des italienischen Mobilfunkbetreibers Blu vor Gericht

1. April 2003, 13:17
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Wegen Verdacht auf verbotene Absprachen bei UMTS-Versteigerung

Ein Gericht in Rom hat die Eröffnung eines Prozesses gegen 21 Ex-Manager des mittlerweile aufgespaltenen italienischen Mobilfunkbetreibers Blu beantragt. Der Prozess soll am 11. Juli beginnen. Den Managern werden verbotene Absprachen und Verstöße gegen die Bieterregeln bei der Versteigerung der italienischen UMTS-Mobilfunklizenzen im Oktober 2000 vorgeworfen.

Versteigerung vorzeitig zu Ende

Die Versteigerung war vorzeitig beendet worden, nachdem sich das Bieterkonsortium Blu zurückgezogen hatte und damit nur noch fünf Bieter für die fünf Lizenzen übrig geblieben waren. Die Einnahmen lagen mit 12,16 Mrd. Euro deutlich unter den Erwartungen von Experten.

Die Regierung in Rom hatte dem Blu-Konsortium verbotene Absprachen vorgeworfen und deshalb gegen Blu eine Geldbuße von zwei Mio. Euro verhängt. Das Telekom-Konsortium, das inzwischen nach einer tiefen finanziellen Krise aufgelöst wurde, hatte jedes Fehlverhalten bestritten. Die Auktion sei korrekt abgelaufen, es habe keinerlei Manipulationen gegeben.

Top-Manager vor Gericht

Zu den Managern, die vor Gericht müssen, zählen unter anderem der Top Manager der Ex-Präsident der Autobahngesellschaft Autostrade, Giancarlo Elia Valori, der Ex-Präsident von Blu, Enrico Casini, und der Ex-Präsident der römischen Bank, Luigi Abete.

Die EU-Kommission hatte im August 2002 der Aufteilung von Blu als viergrößtem Mobilfunkanbieter Italiens zugestimmt. Die Unternehmensteile gingen demnach an TIM, an Omnitel, an Wind sowie an die Mobilfunkgruppe H3G. Wind übernahm den Markennamen Blu sowie deren zwei Millionen Kunden, während das Gesellschaftskapital von Blu an TIM veräußert wurde. Die Mobilfunkantennen von Blu wurden von der chinesischen Hutchison Whampoa (Hongkong) gekauft.(APA)

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