Heimische Reisebüros lassen kurzarbeiten

2. April 2003, 12:21
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Irak-Krieg schlägt auf Buchungen durch - Regelung tritt ab sofort in Kraft

Wien - Seit Dienstag ist die Rahmenvereinbarung über Kurzarbeit in Reisebüros in Kraft getreten. Die Regelung war von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) und dem Fachverband der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Österreich beschlossen worden, um die Reisebranche in ihrer schwierigen wirtschaftlichen Situation nach dem Kriegsausbruch im Irak zu unterstützen.

Die Rahmenvereinbarung gilt bis zum 30. September 2003 und ermöglicht in Reisebüros Kurzarbeit im Ausmaß von mindestens vier Wochen bis höchstens drei Monate. In begründeten Fällen kann um drei Monate verlängert werden. Die wöchentliche Arbeitszeit wird um 10 Prozent bis 50 Prozent verkürzt. Die von der Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter erhalten das für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit anfallende Entgelt und darüber hinaus eine Kurzarbeitsunterstützung nach den vom Arbeitsmarktservice (AMS) festgelegten Pauschalsätzen.

Die Reisebüros würden derzeit zwar keine markanten Rückgänge verzeichnen, durch ausbleibende Neubuchungen und die abzusehenden Einbußen im Türkei-Buchungsgeschäft könne bei Reisebüros aber eine Kündigungswelle nicht ausgeschlossenen werden. Mit der Kurzarbeitszeit-Regelung könnten mögliche Kündigungen abgewendet werden, hofft GPA-Geschäftsbereichsleiter Karl Proyer.

Im Unterschied zur gleichen Kurzarbeits-Regelung in der Hotellerie müssten Reisebüros aber keinen Umsatzrückgang nachweisen, um die neue Vereinbarung anwenden zu können. Die Einführung der Kurzarbeit muss laut GPA beim zuständigen AMS beantragt werden und könne nur im Einvernehmen mit dem Betriebsrat bzw. der GPA angewendet werden. (APA)

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