Verwirrung über neue Führungsliste für Post-Saddam-Ära

1. April 2003, 12:21
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USA bereiten in Kuwait neue irakische Regierung vor

London/Kuwait - Die US-Regierung bereitet nach Informationen der britischen Tageszeitung "The Guardian" derzeit in Kuwait eine Irak-Verwaltung für die Zeit nach dem Fall des Regimes von Staatschef Saddam Hussein vor. Die künftige Führung solle aus 23 von US-Bürgern geleiteten Ministerien bestehen, berichtete die Londoner Zeitung am Dienstag ohne Angabe von Quellen. Einige Mitglieder dieser Schattenregierung seien bereits in Kuwait. Die Pläne der USA sähen vor, dass die künftige Verwaltung die Macht im Irak "Stadt für Stadt" übernehmen solle.

Die vom US-Oberbefehlshaber General Tommy Franks für "befreit" erklärten Gebiete sollten unter die Kontrolle der neuen Verwaltung unter Führung des US-Generals Jay Gardner kommen. Gardner ist offiziell mit dem Wiederaufbau beauftragt. Laut "Guardian" sollen jedem der 23 Ressortchefs vier irakische "Berater" zur Seite gestellt werden. Unter ihnen soll auch der Chef der oppositionellen Partei "Irakischer Nationalkongress" (INC), Ahmed Jalabi, sein.

Eine Liste mit den Namen von 20 Irakis, die nach dem Saddam-Sturz eine führende Rolle im Land spielen sollen, sorgt im Nordirak für Verwirrung. In politischen Quellen in der nordirakischen Stadt Sulaimaniya hieß es, auf der Liste der amerikanischen und britischen Alliierten stünden vor allem irakische Technokraten, die nicht im Land selbst lebten. Schiitische Oppositionsgruppen kämen auf der Liste ebenso wenig vor wie die kurdischen Gruppen. Während die Patriotische Union Kurdistans (PUK) von Jalal Talabani die neue Liste akzeptiert habe, habe sich sein Rivale Massud Barzani von der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) skeptisch geäußert, ohne die Liste offen abzulehnen, hieß es. (APA/dpa)

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