Factbox: TA vor Totalprivatisierung

1. April 2003, 13:44
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Ministerrat macht Weg für Verkauf der Telekom-Austria-Anteile frei - Ex-Telekom-Monopolisten im Europa-Vergleich

Wien - Mit dem neuen Privatisierungsauftrag des Ministerrats steht auch einem Totalverkauf der Telekom Austria (TA) zumindest gesetzlich nichts mehr im Wege. Aus einem Vergleich von europäischen ehemaligen Telekom-Monopolisten geht hervor, dass bisher nur die British Telecom und die dänische TeleDanmark vollständig privatisiert sind.

In Spanien, Italien, Portugal und den Niederlanden hält der jeweilige Staat eine so genannte "goldene Aktie" am Ex-Monopolisten, wodurch dem Staat Sonderrechte - beispielsweise ein Vetorecht bei größeren Fusions-, Syndikats- und Verkaufsvorhaben - eingeräumt werden. Der spanische Staat hält an der Telefonica nur mehr 1 Aktie, bei der Telecom Italia beträgt der Staatsanteil 3,5 Prozent, bei der Portugal Telecom 6,5 Prozent und bei der niederländischen KPN 31,4 Prozent.

Irland hält an der Eircom nur mehr 0,4 Prozent. Der größte staatliche Anteil - nämlich 100 Prozent - findet sich noch bei der Luxemburger Post und Telekom (P&T). Eine Sonderkonstruktion ist aus der Ende 2002 wirksam gewordenen Fusion der schwedischen Telia und der finnischen Sonera entstanden. An der neuen TeliaSonera sind sowohl der schwedische Staat (mit 46 Prozent) als auch der finnische Staat (mit 19,4 Prozent) beteiligt.

Die österreichische Regierung hatte in ihrem Regierungsübereinkommen die weitere "Privatisierung der Telekom Austria (bis zu 100 Prozent)" angekündigt. Die Gewerkschaft lehnt einen Totalausstieg der ÖIAG aus der TA vehement ab. Die ÖIAG hält an der TA noch 47,2 Prozent, 32,3 Prozent der TA stehen in Streubesitz, 14,8 Prozent gehören noch der Telecom Italia, 5,7 Prozent werden über verschiedene Fonds von der US-Investmentgesellschaft CI International (Los Angeles) gehalten. (APA)

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