Niederösterreich: Aufräumarbeiten nach Großbrand in Aluminium-Fabrik

2. April 2003, 14:10
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Werksgelände ein Bild der Verwüstung - Feuer wahrscheinlich im Bereich der Glühofen entstanden - Kriminalabteilung ermittelt

Lilienfeld - Nach dem Großbrand beim Aluminiumverarbeiter Neuman in Marktl im Traisental (Bezirk Lilienfeld) am Dienstag, soll die Produktion so rasch wie möglich wieder aufgenommen werden. Das betonte Georg Feith, einer der Geschäftsführer, im Vorfeld des für heute, Mittwoch, angesetzten Gesprächs der Unternehmensleitung mit Landeshauptmann Erwin Pröll (V).

Der Bereich, in dem Schmalbänder und Butzen hergestellt werden, wurde erheblich zerstört. Das Strangpresswerk wurde nur leicht beschädigt.

Kriminalabteilung ermittelt

Während die Aufräumarbeiten begannen, waren die zuständigen Beamten der Kriminalabteilung NÖ (KA NÖ) am Mittwoch weiter mit den umfangreichen Ermittlungen zur Brandursache beschäftigt. Ein Ergebnis sei frühestens am Abend zu erwarten, hieß es. Das Feuer dürfte wahrscheinlich im Bereich der Glühofen entstanden sein.

Werksgelände in Marktl bot ein Bild der Verwüstung Über dem Werksgelände der Firma Neuman in Marktl im Traisental (Bezirk Lilienfeld) hing auch 24 Stunden nach dem Großbrand noch beißender Geruch. Die Ruinen der Hallen boten ein Bild der Verwüstung, die Aufräumarbeiten haben aber bereits begonnen. Aus dem Inneren der "Gebäudeskelette" schleppten Arbeiter und Feuerwehrleute Überreste von Firmeninventar, während aus manchen Ecken immer noch kleine Rauchschwaden aufstiegen.

275 Beschäftigte von Brand betroffen

Nach Angaben von Geschäftsführer Georg Feith sind am Standort in Marktl 660 Menschen in vier Bereichen beschäftigt. 275 Beschäftigte sind von dem verheerenden Brand unmittelbar betroffen.

Sechs von zehn Hallen zerstört

Vom Halbzeugwerk - insgesamt 125 Beschäftigte - wurden sechs von zehn Hallen zerstört: Während die Gießanlage die Flammen unbeschadet überstand, wurden die Bandproduktion und damit 50 Arbeitsplätze vernichtet. Für jene 50 Mitarbeiter müssten langfristig strukturelle Auffangmaßnahmen gesetzt werden.

Den Umsatz 2002 in den beiden betroffenen Werken bezifferte Feith mit 100 Millionen Euro, den Gesamtumsatz am Standort mit 180 Mio. Euro. Weltweit beschäftigt die Gruppe, Weltmarktführer bei Fließpressteilen und Butzen (ein Vorprodukt zur Herstellung von Aerosoldosen, Aluminiumtuben und Fließpressteilen) 1.100 Mitarbeiter, der Gesamtumsatz wurde mit 300 Mio. Euro angegeben.

Das bereits 1792 gegründete Unternehmen in Marktl war im 19. Jahrhundert an Fried v. Neuman gegangen. 1981 übernahm die Grupp-Dynastie den damals im Ausgleich befindlichen Betrieb mit rund 200 Beschäftigten.

Die Feuerwehr hatte die ganze Nacht Brandwache gehalten. Nach Angaben des ORF-NÖ gab es keine größeren Zwischenfälle, die Einsatzkräfte lokalisierten die Glutnester mit Hilfe von Wärmebildkameras. Immer wieder musste aufflammendes Feuer gelöscht werden. (APA)

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    Ein Großbrand ist am Dienstag beim Aluminium-Betrieb Neuman in Marktl im Traisental ausgebrochen, die Umgebung wurde evakuiert

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