"Daily Mirror" engagiert Peter Arnett

1. April 2003, 11:09
2 Postings

"National Geographic" beendet Zusammenarbeit - US-Journalist von seiner Entlassung durch NBC "schockiert"

Nachdem NBC sich von Peter Arnett getrennt hat, hat auch die Zeitschrift "National Geographic" ihre Zusammenarbeit mit dem US-Kriegsreporter wegen seiner kritischen Aussagen über die US-Militärstrategie im Irak beendet (etat.at berichtete). Dies teilte das renommierte Magazin am Montag mit.

NBC hat Geschäftsbeziehungen mit der "National Geographic", Arnett war ursprünglich im Auftrag der von dem Magazin produzierten Sendung "National Geographic Explorer" nach Bagdad gereist. Nachdem die NBC-Teams Bagdad verlassen hatten, berichtete er für NBC und die Kabelgruppe MSNBC als Korrespondent über den Krieg im Irak.

In der Presseerklärung von "National Geographic" heißt es, das Magazin habe nichts von Arnetts Interview mit dem irakischen Fernsehen gewusst. Wäre sie zuvor informiert worden, hätte sie es nicht genehmigt, erklärte die Zeitschrift. Bei dem am Wochenende ausgestrahlten Gespräch hatte der frühere Starreporter des US-Nachrichtensenders CNN die ursprünglichen US-Kriegspläne für gescheitert erklärt und gesagt, dies liege am irakischen Widerstand. Arnett war vor allem mit seiner Berichterstattung über den Golfkrieg von 1991 berühmt geworden.

Die britische Tageszeitung "Daily Mirror" hat nach eigenen Angaben den vom US-Sender NBC entlassenen Irak-Korrespondenten Peter Arnett engagiert. Das Blatt titelte am Dienstag: "Von Amerika gefeuert, weil er die Wahrheit gesagt hat". NBC hatte Arnett am Montag wegen eines Interviews entlassen, das er dem irakischen Fernsehen gegeben hatte. Der Journalist hatte darin unter anderem erklärt, die ursprüngliche Militärstrategie der Amerikaner sei am Widerstand der Iraker gescheitert.

Er sei noch immer schockiert über seine Entlassung, schrieb Arnett im "Daily Mirror". "Ich berichte die Wahrheit, was hier in Bagdad passiert, und ich werde mich nicht dafür entschuldigen." Arnett war durch seine Berichte für den US-Nachrichtensender CNN im Golfkrieg 1991 weltweit bekannt geworden. Schon damals hatte die US-Regierung seine Arbeit kritisiert. (APA/AP/red)

Share if you care.