Iran: Kein Durchkommen für Kriegsfreiwillige

1. April 2003, 10:23
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Grenzbehörden hindern Freiwillige am passieren der Grenzen: Dadurch würde neutrale Status verletzt

Teheran - Die iranischen Behörden haben mehrere Kriegsfreiwillige daran gehindert, die Grenze zum Irak zu überschreiten. Grenzbeamte teilten am Dienstag mit, es gebe die Anweisung, keine Freiwilligen passieren zu lassen, da dies den neutralen Status des Iran verletzen würde. Der iranische Außenminister Kamal Kharrazi hat erklärt, man werde im Irak-Krieg nicht Partei beziehen. Zugleich hatte er betont, sein Land werde eine von den USA eingesetzte Regierung im Irak nicht unterstützen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld warnte Teheran, dass die Regierung verantwortlich gemacht würde, falls sich iranische Kämpfer an dem Krieg beteiligen sollten.

Auch schiitische Irakis im iranischen Exil sollen an Rückkehr gehindert werden

Teheran will auch im iranischen Exil lebende schiitische Irakis nicht zum Kämpfen in ihre Heimat zurückkehren lassen. Im Iran ist die größte schiitische irakische Oppositionsgruppe "Oberster Rat der Islamischen Revolution im Irak" von Ayatollah Mohammed Bakr al Hakim ansässig. Die Organisation hat nach Angaben von Diplomaten in den vergangenen Jahren im Iran eine Kampftruppe von 10.000 bis 15.000 Mann ausgebildet.

Iran forderte wiederholt vom Irak Auslieferung des Volks-Mujaheddin-Führer

Die iranische Regierung hatte den oppositionellen "Nationalen Widerstandsrat Iran" (Volks-Mujaheddin) im Irak gewarnt, angesichts des bevorstehenden Zusammenbruchs des Regimes von Saddam Hussein zu versuchen, von einer Flüchtlingsbewegung zu profitieren, um illegal in den Iran zu gelangen. Der Iran hatte von der irakischen Regierung wiederholt die Auslieferung des Führers der Volks-Mujaheddin, Massud Rajavi, gefordert. Nominelle Vorsitzende des "Widerstandsrats" ist Rajavis Ehefrau Marjam. Ihr politisches Ziel ist nach eigener Darstellung "der Sturz des Mullah-Regimes, die Schaffung eines säkularen Staates und die Abhaltung freier Wahlen". Durch die Nähe zum irakischen Regime haben sich die Volks-Mujaheddin in den Augen vieler Exil-Iraner diskreditiert. (APA/AP)

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