Bolivien: Mindestens sieben Tote durch Erdrutsch

1. April 2003, 14:50
posten

30 Menschen gelten als vermisst

Bei einem Erdrutsch in Bolivien sind nach Angaben vom Dienstag mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen und 15 verletzt worden. Weitere etwa 30 Menschen galten als vermisst, berichtete die Zeitung "La Razon" unter Berufung auf den Präsidenten des regionalen Minenverbandes, Amadeo Herrera. In ersten Berichten nach dem Unglück in der Siedlung Chima war am Montag zunächst von bis zu 700 Vermissten die Rede gewesen. Etwa 1.000 Helfer suchten unter den Geröllmassen zum Teil mit bloßen Händen nach Opfern.

Die Zahl der zerstörten Häuser und Hütten in dem Ort 190 Kilometer nördlich der Hauptstadt La Paz war von zunächst 400 auf später nur noch 30 korrigiert worden. Das Ausmaß der Tragödie sei geringer als zunächst angenommen gewesen, weil sich zur Zeit des Unglücks fast alle Kinder in einer abseits gelegenen Schule und die Männer bei der Arbeit in Goldminen befunden hätten, hieß es.

Fehlende Räumgeräte

Die Suche nach Überlebenden ging wegen fehlenden Räumgerätes nur sehr langsam voran. Die Behörden in La Paz sowie die US-Botschaft und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen stellten Hubschrauber, Lastwagen und Lebensmittel zur Verfügung.

Chima ist eine arme Bergarbeitersiedlung mit etwa 3.000 Einwohnern und nur über eine unbefestigte Straße zu erreichen. Es habe zahlreiche Warnungen vor dem Unglück gegeben, berichtete "La Razon" weiter. Schon vor Tagen hätten sich Risse im Berg Ancocala oberhalb von Chima gebildet.

In der Region gibt es viele von Kooperativen betriebene Gold- Minen, die nur unzureichend gesichert sind. Der Einsatz von Dynamit beim Schürfen nach Gold habe den von starken Regenfällen bereits instabilen Berghang ins Rutschen gebracht, berichtete der Journalist Guido Callejas des Radiosenders Tipuani

Share if you care.