Chill-out mit Büchner

31. März 2003, 18:58
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Gelüste, Frust und dann Fadesse: Youngsters machen in "Chez Pipo" auf "Leonce und Lena"

Eine Jugend, die Polaroidfotos von sich macht, weil sie anders keine Vorstellung von sich hat, die bei jedem Wort an Sex denkt (zum Beispiel Modifickationen) und alles weiß, aber dennoch nicht weiter kann, diese Jugend ist von heute. Man darf nur nicht Georg Büchner anrufen, um die Fadesse einer scheinbar omnipotenten neuen Generation als Feuerwerk an Coolness zu zünden. Die hermetische Spielwelt in Büchners "Leonce und Lena" taugt schwerlich als Basis für den Chill-out-Keller im Theaterstück Chez Pipo. Als erster Teil einer "Trilogie der Jugend" hatte die Arbeit Anna Maria Krassniggs (Text und Regie) nun im WuK-Theater ihre Österreich-Premiere. Das sehr gute Spiel dreier Youngsters ist mitunter spaßig, die röhrende Musik vereinnahmend. Auf der Flucht nach vor (weg vom Bildungskitsch) hat sich diese internationale Koproduktion aber leider überschlagen. (afze/DER STANDARD, Printausgabe, 1.4.2003)

Nächste Produktion
"Idiot!"
nach Dostojewski
WuK Wien
01/401 21-0
Do-So, 3.-6. 4., 20 Uhr
  • Gelüste, Frust und dann Fadesse: Youngsters machen in "Chez Pipo" auf "Leonce und Lena".
    foto: wuk

    Gelüste, Frust und dann Fadesse: Youngsters machen in "Chez Pipo" auf "Leonce und Lena".

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