Kriegsverlauf setzt Börsen unter Druck

1. April 2003, 06:28
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New Yorker Wall Street deutlich im Minus - DAX gibt um knapp vier Prozent nach - Europas Börsen im Abwärtstrend - Öl, Gold, Euro teurer

New York/London/Frankfurt - Der irakische Widerstand gegen die alliierten Truppen hat die internationalen Aktienindizes am Montag erneut ins Minus gestürzt. Bis 20:35 Uhr MESZ fiel der US-Leitindex Dow Jones Industrial Index 137,11 Zähler oder 1,68 Prozent auf 8.008,66 Einheiten. Auch an den asiatischen Märkten sackten die Kurse ab. Dagegen setzte der Euro den Trend der Vorwoche fort und legte zu. Öl und Gold verteuerten sich ebenfalls.

Dow Jones deutlich im Minus

Die New Yorker Aktienbörse hat am Montag mit deutlich tieferen Notierungen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index fiel 153,64 Einheiten oder 1,89 Prozent auf 7.992,13 Zähler. Der die wichtigsten Versorgungswerte umfassende Dow Jones Utilities Index verlor 1,29 Zähler auf 208,00 Punkte, das entspricht einem Minus von 0,62 Prozent. Der als Trendbarometer angesehene Dow Jones Transport verringerte sich um 31,99 Punkte oder 1,48 Prozent auf 2.131,21 Einheiten.

Die Frankfurter Aktienbörse ist am Montag äußerst schwach aus dem Handel gegangen. Der DAX verlor 96,97 Punkte (minus 3,85 Prozent) auf 2.423,87 Einheiten. An der Londoner Börse sackte der FTSE-100-Index unter 3.600 Punkte, ein Minus von 3,1 Prozent. Der CAC-40-Index in Paris büßte fast 5 Prozent ein und stürzte auf 2.600 Zähler ab. Ähnlich stark brach der EuroSTOXX mit den 50 wichtigsten europäischen Werten auf rund 2.030 Zähler ein. Aktien von Banken und Versicherern reagierten besonders heftig auf Nachrichten aus dem Kriegsgebiet.

Öl-Preis legt weiter zu

Öl verteuerte sich zu Wochenbeginn. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Maiauslieferung kostete am Nachmittag (17.27 Uhr) 27,04 Dollar, um 69 Cent mehr als am Freitag. Im elektronischen Handel in New York legte der Preis pro Barrel zur Auslieferung im Mai um 74 Cent auf 30,90 Dollar zu. Ein Fass der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) verteuerte sich am vergangenen Freitag auf 27,23 Dollar. Erstmals nach zwei Wochen Irak-Krieg sind die Benzinpreise in Deutschland wieder gestiegen. Die Feinunze Gold - eine in unsicheren Zeiten besonders gefragte Anlageform - legte im Nachmittagsfixing in London um 3,60 Dollar auf 334,85 Dollar zu.

Euro wieder im Aufwind

Der Euro setzte den Trend der Vorwoche fort und verteuerte sich bis zum späten Nachmittag im Handel um mehr als einen Cent auf 1,0911 (Freitag: 1,0788) Dollar. Die zwischenzeitliche Erholung des Dollar scheint nach Einschätzung von Devisenexperten wegen des sich abzeichnenden längeren Krieges im Irak beendet. Demnach lasten die erwarteten negativen Folgen eines langen Irak-Kriegs auf der US-Währung. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0895 (1,0730) Dollar fest.

Die Tokioter Börse schloss am letzten Handelstag des Fiskaljahres 2002/03 mit schweren Verlusten. Zum Handelsende notierte das Börsenbarometer einen Abschlag von 307,45 Punkten oder 3,71 Prozent und notierte bei 7.972,71 Punkten. (red/APA/dpa)

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    montage: derstandard.at
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