Kabelnetz-Firmen UPC und NTL verbessern operatives Ergebnis

31. März 2003, 15:45
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Restrukturierungen haben gegriffen

Die beiden führenden europäischen Kabel-TV-Anbieter, UPC und NTL, haben nach den im Geschäftsjahr 2002 eingeleiteten Restrukturierungen ihre Ertragskraft deutlich gesteigert. Der größte europäische Anbieter UPC mit rund zehn Millionen angeschlossenen Haushalten teilte am Dienstag in Amsterdam mit, das operative Ergebnis Ebitda (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) habe 284 Mio. Euro im vergangenen Jahr erreicht.

Verluste in Höhe von 162 Mio. Euro erwirtschaftet

Im Jahr zuvor hatte das indirekt vom US-Konzern Liberty Media kontrollierte Unternehmen noch operative Verluste in Höhe von 162 Mio. Euro erwirtschaftet. Bei einem um rund 15 Prozent auf 1,34 Mrd. Euro gestiegenen Umsatz sei der Nettoverlust auf 2,24 Mrd. Euro von 4,4 Mrd. Euro verringert worden.

Die europäischen Kabelnetz-Firmen waren im vergangenen Jahr weiter unter Druck geraten, da die Refinanzierung der notwendigen Investitionen in die Kabelnetze immer schwieriger wurde. Die Verbraucher übten sich gegenüber den Dienstleistungen in Zurückhaltung. Mittlerweile belaufen sich die Marktwerte der Unternehmen nur noch auf Bruchteile der Spitzenwerte in der Boomphase der Börse.

Die letzte Phase

UPC-Firmenchef John Riordan erklärte, das Unternehmen befinde sich in der letzten Phase der Restrukturierung. Die Konzentration des Unternehmens auf die Kernaktivitäten analoges Kabel-TV, Internet und Telefonie habe sich ausgezahlt und neue Kunden angezogen. Wie die Konkurrenten hatte UPC seine Investitionen drastisch gekürzt. Die Kabel-Aktivität in Deutschland wurden aufgegeben.

Österreichischen Telekabel-Netze

Die UPC ist mit einem Anteil von 95 Prozent Haupteigentümer der österreichischen Telekabel-Netze (Wien, Klagenfurt, Graz, Wiener Neustadt und Baden). Das Unternehmen bietet in Österreich neben Kabel-TV auch Breitbandinternet und Sprachtelefonie an.

Der britische Kabelnetz-Marktführer NTL mit rund 8,8 Millionen Kunden teilte in London mit, das operative Ergebnis (Ebitda) habe im zurückliegenden Jahr 661 Mio. Euro betragen, nach 446 Mio. Euro im Jahr 2001. Unter anderem habe sich Kündigungsbereitschaft der Kabel-Kunden verringert, hieß es. Auf Grund von Kosteneinsparungen sank der Nettoverlust auf 2,4 Mrd. Dollar von 11,7 Mrd. Dollar im Vorjahr, als Wertberichtigungen das Ergebnis massiv belastet hatten. Der Umsatz blieb im Jahresvergleich mit 3,27 nach 3,2 Mrd. Dollar nahezu konstant.

Bankrott abgewendet

Das in New York ansässige Unternehmen hatte zu Jahresbeginn den Bankrott durch eine mit den Anleihe-Inhabern vereinbarte Umschuldung abgewendet. Im Zuge dieser Umschuldung hatte sich France Telecom als größter NTL-Aktionär aus dem Unternehmen zurückgezogen, das über sein Netzwerk Radio- und TV-Programme, Telefonie und Internet-Dienste anbietet.(Reuters)

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