Die historische Seite des Schöpfl

    29. März 2003, 12:35
    posten

    Entlang der alten Holztransportwege auf den höchsten Gipfel des Wienerwaldes, den Schöpfl, ausgehend von Schöpflgitter

    Der gemütlichste, wenn auch nicht der kürzeste Aufstieg zum Schöpfl, dem höchsten Gipfel des Wienerwaldes, nimmt in Schöpflgitter seinen Ausgang. Auf der östlichen Seite des Berges gewinnt man einen guten Eindruck von der Ausdehnung der Wälder, die bis heute Holz liefern.

    Die kleinen Bäche wurden bis nach dem Ersten Weltkrieg für die Holzschwemme zur Schwechat genutzt. Daran erinnert Klausen, in denen das Wasser gestaut und dann in einem Schwall abgelassen wurde, der die Holzfracht zu Tale bugsierte. Die größte dieser Sperren - bei Klausen Leopoldsdorf - hat man renoviert und als historisches Denkmal erhalten, von etlichen anderen sind noch gut erkennbare Reste vorhanden. Auf unserer Runde passiert man so eine alte Klause beim Weiler Gaisrücken. Der Schöpfl ist zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Wanderziel, schon wegen der Aussicht von der Warte auf dem höchsten Punkt, die bis zu Schneeberg, Rax, Ötscher und den südlichen Erhebungen des Waldviertels reicht.

    Die Route:

    Nahe dem Gasthaus in Schöpfgitter stößt man auf die rote Markierung, die anfangs auf einer Forststraße, dann auf einem Karrenweg gemütlich zur Höhe führt. Vorbei am Vorderschöpfl und über den Hinterschöpfl erreicht man nach etwa zwei Stunden das Schutzhaus und bald darauf auch die Matraswarte auf dem Gipfel. Nun geht es ein kurzes Stück zurück, dann wählt man die nach links führende rote Markierung (Richtung Laaben).

    Beim Bründl wendet man sich auf den flacheren Pensionistensteig, von dem man später rechts in Richtung Hasenriegel und Falkensteiner Hütte abzweigt. Man quert den tief eingegrabenen Lammeraubach und erreicht im Gegenanstieg das Gasthaus Hametberg. Ab Schöpfl eine Stunde.

    Weiter auf der roten Markierung bis in das oberste Tal des Gaisrückenbaches, dort wählt man die nach rechts führende, nicht sehr gute blau-rote Markierung und gelangt über den Weiler Gaisrücken zurück nach Schöpflgitter. Gehzeit ab Gasthaus 1½ Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Printausgabe vom 29./30.3.2003)

    Gesamtgehzeit 4½ Stunden, Höhendifferenz rund 500 m. Schöpfl-Schutzhaus derzeit durchgehend offen, Mo Ruhetag. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 57 (Neulengbach); Freytag & Berndt Wienerwald Atlas
    • Bild nicht mehr verfügbar
    Share if you care.