Weiter Streit um Mobilfunk-Standard für Nachkriegs-Irak

1. April 2003, 08:37
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GSM Association kritisiert US-Abgeordneten

Jetzt meldet sich auch die internationale GSM Association in der Diskussion um den Standard des zukünftigen irakischen Mobilfunknetzes zu Wort. Nachdem der US-Kongressabgeordnete Darrell Issa aus Kalifornien in einem offenen Brief an Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ein CDMA-Mobilfunknetz gefordert hatte, veröffentlichte nun Rob Conway, CEO der GSM Association, ein entsprechendes Statement und übt dabei heftige Kritik an dem Abgeordneten. Vor allem verurteilt Conway die nationalistischen Untertöne in dem Brief des Repräsentanten.

Spannungen

"Die richtige Zeit über die Technologie zu diskutieren ist, wenn der Konflikt vorüber ist", erklärte Conway in seiner Aussendung. "Die Intervention von Abgeordneten Issa, die GSM als veralteten französischen Standard darstellt, kommt nicht nur zu einem schlechten Zeitpunkt sondern ist auch falsch." Issa hatte in seinem Brief an Rumsfeld GSM als ausschließlich europäischen, im Speziellen französischen Standard, dargestellt. Offensichtlich wollte der Kongressabgeordnete die zurzeit herrschende antifranzösische Stimmung ausnutzen. Der Abgeordnete vertritt San Diego, wo sich die Zentrale von Qualcomm, Entwickler der CDMA-Technologie, befindet. Der Technologiekonzern gehört zu den größten Wahlkampfspendern Issas.

Hintergrund

In der Region selbst ist GSM der vorherrschende Standard. Alle Nachbarstaaten des Iraks benutzen diesen Mobilfunk-Standard. Eine Einführung eines CDMA-Netzes würde daher die Isolation des Iraks nur verstärken und den Absichten der US-Administration widersprechen, so Conway. Auch sei GSM keine rein europäische Technologie, sondern werde auch von nordamerikanischen Unternehmen wie Lucent, Motorola oder Nortel unterstützt.(pte)

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