Rappen gegen den literarischen Mainstream

1. April 2003, 12:06
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"Poetisch, elegisch, wenn man will, weich" präsentieren sich die 33. Literaturtage in Rauris unter dem Motto "Versuchte Nähe"

Salzburg - Noch Unbekanntes, aber auch eine Reihe von Bestseller-Autoren präsentieren die 33. Literaturtage in Rauris (Pinzgau), ab Mittwoch (2.4.). Die Stars unter den Schriftstellern, die vom 2. bis zum 6. April 2003 in verschiedenen Gasthäusern der Salzburger Nationalparkgemeinde lesen, mit Schülern arbeiten, aus dem Leben plaudern, Brot backen und sogar "rappen" werden, sind u. a. Josef Haslinger, Inge und Walter Jens, Uwe Dick, Anselm Glück, der Münchner Underground-Philosoph Helmut Krausser, Alfred Kolleritsch oder die H.C. Artmann-Witwe Rosa Pock.

Im 33. Jahr der Literaturtage wurde das Motto "Versuchte Nähe" gewählt. "Um der aufkeimenden Kritik, die Literaturtage befassten sich nur noch mit dem literarischen Mainstream, entgegen zu wirken, ist das heurige Motto, poetisch, elegisch, wenn man will, weich", sagte die Organisatorin Steinwendtner.

Konfrontation und Prickeln durch paarweise durchgeführte Lesungen

"Tatsächlich ist das Programm 2003 eine bewusste Abkehr vom konkreten Thema 'Kriminalliteratur' der Literaturtage 2002", erläuterte Steinwendtner. "Wir werden die Autoren immer paarweise zu Lesungen zusammen spannen und erwarten uns davon durchaus auch Konfrontationen, Neues, prickelnde Stimmungen und wechselseitige Motivationen. Etwa, wenn der virtuose 'Sprachperformer' Dick auf den unergründlich-irrwitzigen Glück trifft. Oder wenn der Weltklasseschachspieler, Klaviervirtuose, Rocksänger und 'Obdachlosen-Poet' Krausser auf den Bestsellerautor Haslinger trifft, der seine Texte mit zwei Live-Musikern rappen wird."

Seit das Programm der Literaturtage 2003 im Sommer 2002 zusammengestellt wurde, haben sich drei der jetzt in Rauris präsentierten Bücher zu wahren Bestsellern entwickelt. ("Frau Thomas Mann" von Inge und Walter Jens; "Ultrachronos" von Helmut Krausser; "Manchmal sehe ich am Himmel einen endlos weiten Strand" der heurigen Preisträgerin der Rauriser Literaturtage, Katharina Faber)(APA)

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