Haider: Drei "F" sind schuld

1. April 2003, 09:57
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FPÖ-Absturz "nicht überraschend" - "Traurig, wie man mit meiner Erbschaft umgegangen ist"

Wien - Die FPÖ müsse "zurück zu den alten Tugenden", wieder "Anwalt der Kleinen, der Schwächeren" werden. Und - Vorrang für Arbeitsplätze statt Abfangjägern. Diese Forderungen hat der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider angesichts der großen Wahlschlappe in Niederösterreich erhoben. Parteichef Herbert Haupt sei in seinen Bemühungen zu unterstützen, das Profil der Partei entsprechend auszurichten, so Haider in der "ZIB 2" am Montag.

Konkret würde dies bedeuten "keinen Cent für Abfangjäger in dieser Legislaturperiode" auszugeben, sondern alles zu tun, damit die Steuerreform bereits ab 1. Jänner 2004 dem Mittelstand und dem Arbeitsmarkt die notwendigen Impulse geben könnte.

Die Frage, ob die FPÖ ihre Ziele nicht besser in der Opposition realisieren könnte, beantwortete Haider nicht. Auch die Hypothese, dass möglicherweise er, Haider selbst, das Problem und damit verantwortlich für die Wahlniederlage in Niederösterreich sein könnte, blieb unkommentiert. Haider verwies lieber auf den Inhalt des Knittelfelder Beschlusses, in dem festgeschrieben sei, dass Arbeitsplätze Vorrang hätten vor Abfangjägern.

Für Niederösterreich sei ein langfristiges Aufbauprogramm notwendig, so Haider. Und wer hat Schuld am blauen Wahldebakel? Drei "F" - eigene Fehler, der "schwarze Filz" in diesem Bundesland und das Fehlen klarer Führungsverhältnisse in Niederösterreich.

Für Haider ist der Absturz der Freiheitlichen bei der Landtagswahl in Niederösterreich "nicht überraschend" gekommen. "Ich bin sehr traurig, wie man mit der Erbschaft umgegangen ist, die ich hinterlassen habe", sagte er am Montag gegenüber Radio Kärnten.

Für Haider ist die Schlappe nicht auf den Bundestrend zurückzuführen. "Wenn es der Bundestrend wäre, dann wäre auch die ÖVP abgestürzt", sagte er. "Ein bisschen" liege es schon bei der Landesgruppe selbst. Der Landeshauptmann verwies darauf, dass bei den Kommunalwahlen in Kärnten die FPÖ am Ende mit 40 Prozent mehr Bürgermeister dagestanden sei. Dies sei "nicht gerade ein negatives Ergebnis".

Die FPÖ habe mit einem Gegenwind zu kämpfen, welcher jedoch "hauptsächlich hausgemacht" ist. Dass er sich deshalb selbst wieder in die Bundespolitik einbringen soll, hält der Landeshauptmann "nicht für sinnvoll". Denn da sei mit Herbert Haupt jemand, der reichlich Erfahrung habe. "Haider: "In Kärnten werden wir dafür sorgen, dass es solide Ergebnisse bekommt."

Der Landeshauptmann fordert jedoch, dass die FPÖ in der Bundesregierung einen "kritischen Weg" einschlägt und "nicht Vollzugsorgan der ÖVP" spielt. "Für eine Veränderung muss sie aber immer wieder zur Verfügung stehen", fügte er hinzu. (APA)

  • Haider: "Ein bisschen" liege es schon bei der
Landesgruppe selbst.
    foto: standard/cremer

    Haider: "Ein bisschen" liege es schon bei der Landesgruppe selbst.

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