Scharfschützen gegen Dromedar-"Belagerung"

12. Dezember 2009, 15:43
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Massentötungsaktion hat das "Plansoll" bereits zur Hälfte absolviert

Sydney - Scharfschützen haben in der nordaustralischen Wüste tausende wilde Dromedare erschossen, die auf der Suche nach Wasser auch in besiedelte Gebiete vordringen. Eine besonders große Herde sei beispielsweise so nahe an das Aborigine-Dorf Docker River gekommen, dass sich die Einwohner regelrecht umzingelt fühlten und sich nicht mehr heraustrauten, hieß es. Da die durstigen Tiere Zu- und Abflussrohre beschädigen, hat der Ort mittlerweile selbst Probleme mit der Wasserversorgung und der Kanalisation. Auch das Flugfeld des Dorfs wurde von der ursprünglich 6.000 Tiere umfassenden Herde "besetzt".

Die Behörden des Northern Territory lassen die Tiere mittlerweile mit Hilfe von Hubschraubern 15 Kilometer vom besiedelten Gebiet wegtreiben und dann von Scharfschützen erschießen. 3.000 Tiere sollen sterben, etwa die Hälfte davon sei bereits abgeschossen worden, teilten die Behörden am Samstag mit. Die Massentötung, gegen die Tierschützer und Fleischproduzenten gleichermaßen (wenn auch aus unterschiedlichen Gründen) protestieren, soll weiter fortgesetzt werden.

Schätzungen zufolge leben in Australien mehr als eine Million wilde Dromedare. Ihre Vorfahren wurden im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als Lastenträger auf den Kontinent gebracht, bevor Lastwagen und Güterzüge die Arbeit übernahmen. Seitdem leben sie in freier Wildbahn, haben außer dem Menschen keinerlei Feinde und verdoppeln ihren Bestand etwa alle sieben Jahre - während sie in ihrer ursprünglichen Heimat ironischerweise fast nur noch als Nutztiere vorkommen. Da ihre Zahl in Australien mittlerweile völlig außer Kontrolle geraten ist, wird ständig um eine Lösung des Problems gerungen. Forscher haben vor knapp einem Jahr sogar einen außergewöhnlichen Aufruf getätigt und den Konsum von Kamelfleisch als Beitrag zum Umweltschutz angepriesen. (APA/red)

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