EU-Ratspräsidentschaft bedauert, dass Emissionsminderungen nicht höher ausfallen
Stockholm - Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt kritisiert die von Präsident Barack Obama für den Kopenhagener Klimagipfel angekündigten Zielsetzungen der USA als nicht ausreichend. Reinfeldt, dessen Land bis Jahresende die EU-Ratspräsidentschaft innehat, meinte am Donnerstag in einem Kommentar für die Stockholmer Zeitung "Dagens Nyheter": "Wir haben weiter den Einwand, dass das, was die Vereinten Nationen verlangen und was Europa tun will, weitergehend ist. "
Obama hatte am Vortag angekündigt, dass die USA sich beim Kopenhagener Klimagipfel auf die Verminderung ihrer Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 17 Prozent gegenüber dem Stand von 2005 verpflichten wollen. Das entspricht vier Prozent gegenüber den Emissionen 1990. Die EU-Länder wollen diese bis 2020 um 20 oder möglicherweise 30 Prozent reduzieren.
Reinfeldt meinte, Obamas Ziele seien keine Überraschung, weil sie dem entsprächen, was das US-Repräsentantenhaus akzeptiere. Es sei zu begrüßen, dass Obama selbst zum Auftakt des Klimagipfels nach Kopenhagen komme. Allerdings wäre sein Erscheinen in der entscheidenden Verhandlungsphase am Ende und zusammen mit den anderen Staats- und Regierungschefs wünschenswerter gewesen.
In einer fast gleichlautenden Erklärung für die amtierende EU-Ratspräsidentschaft meinte Schwedens Umweltminister Andreas Carlgren: "Ich bedauere, dass die Emissionsverminderungen bis 2020 nicht höher ausfallen, denn alle bisherige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die USA mehr tun können." (APA)