Iverson kündigt Karriereende an

26. November 2009 10:40

Offener Brief "an alle Fans" veröffentlicht - Phoenix Suns von Sieg zu Sieg

Philadelphia - NBA-Star Allen Iverson hat am Mittwoch sein Karriereende angekündigt. Der 1,83 Meter große Guard und die Memphis Grizzlies hatten sich vor etwas mehr als einer Woche nach nur 68 Tagen auf eine Beendigung der Zusammenarbeit geeinigt. Der 34-Jährige war für das Team aus Tennessee lediglich dreimal im Einsatz.

Vom bevorstehende Ende der Karriere Iversons berichtete zunächst der Basketball-Analytiker Stephen A. Smith auf seiner Website (http://stephena.com). Iverson hatte seinen geplanten Abschied demnach in einem offenen Brief "an alle Fans" bekanntgegeben. Er habe stets gedacht, dann aufzuhören, wenn er seinem Team nicht mehr so helfen könne, wie er es gewohnt sei. Das sei aber derzeit noch nicht der Fall, schrieb der auch als vermutlich talentiertester "kleiner" Spieler in der NBA-Geschichte titulierte Guard.

"The Answer" hatte seit 1996 zehn Jahre lang für die Philadelphia 76ers und danach auch für die Denver Nuggets und Detroit Pistons gespielt. Der zehnfache NBA-All-Star war viermal Topscorer der Liga, MVP der Saison 2000/01 und brachte es auf einen Karriereschnitt von 27 Punkten pro Spiel. Die New York Knicks verzichteten vor wenigen Tagen auf ein Engagement des 34-Jährigen. Dennoch könnte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein, zumal Iverson nach eigenen Angaben noch immer das "Verlangen zu spielen" verspürt.

Reaktionen auf den angekündigten Abschied von "AI" blieben nicht aus: Iversons Erbe sei gewaltig, meinte LeBron James von den Cleveland Cavaliers. Der Name des 34-Jährigen werde im Basketball immer in Erinnerung bleiben. "Das ist traurig", sagte Carmelo Anthony (Denver Nuggets) als Freund des Guards. Iverson habe nicht so aufhören wollen. Es sehe beinahe so aus, als wäre er zum Rücktritt gezwungen worden. Nüchterner sah Jason Kidd von den Dallas Mavericks die Sache. Iverson habe das Recht zu tun, was er wolle. Wenn er meine, dass es Zeit sei, handle es sich um "seine Entscheidung". Kidds Clubkollege Dirk Nowitzki merkte hingegen an, dass die Liga "AI" vermissen werde.

Phoenix rast von Sieg zu Sieg

Einen Tag vor Thanksgiving stand in Phoenix einmal mehr "Offensive total" auf dem NBA-Menüplan. Weil auch die Gäste aus Memphis ihr Heil in der Flucht nach vorne suchten, endete ein flottes Spiel 126:111. Die Suns blieben damit saisonübergreifend zum 15. Mal in Serie vor eigenem Publikum ungeschlagen und weisen in der Liga mit 12:3-Siegen die derzeit beste Bilanz 2009/10 auf.

Der Mittwoch war außerdem der Jahrestag des letzten Phoenix-Sieges mit einem nicht dreistelligen Score (99:98 am 25. November 2008 in Oklahoma). Die Gefahr, dass - für Suns-Verhältnisse - wieder einmal derart Außergewöhnliches passiert, bestand freilich nicht. Vielmehr wäre der "Hunderter" beinahe schon nach drei Abschnitten erreicht gewesen (98:77). Männer des Abends auf "Planet Orange" waren einmal mehr Amar'e Stoudemire (28 Punkte) und Steve Nash, der mit 16 Assists über seinem bisherigen Saisonschnitt von 11,6 lag.

Die Freude über den tollen Saisonstart war den Spielern der Suns auch in der Kabine anzumerken, wo nach dem jüngsten Erfolg prächtige Stimmung herrschte und - mit Stoudemire wie auf dem Parkett als einem der Anführer - "der Schmäh rannte". Vergangene Saison sei das ganz anders gewesen, wusste der slowenische Guard Goran Dragic zu berichten. "Auf unsere bisherige Serie dürfen wir stolz sein." Zum Jubeln sei es freilich zu früh, trat Assistant-Coach Igor Kokoskov - mit Georgiens Nationalteam zuletzt zweimal im burgenländischen Steinbrunn auf Trainingscamp und daher "mit Österreich-Bezug" - auf die Euphoriebremse. Steve Nash tat es ihm gleich: "Wir haben viel Selbstvertrauen, aber ab Freitag warten vier schwere Auswärtsspiele am Stück auf uns."

Im Florida-Derby setzte es für die Orlando Magic nach zuletzt fünf Siegen en suite mit 98:99 gegen die Miami Heat wieder eine Niederlage. Michael Beasley sorgte in der vorletzten Sekunde per Dunk für die Entscheidung. Deutlich klarer endete der Texas-Schlager, den die Dallas Mavericks bei den Houston Rockets 130:99 gewannen. Jason Kidd verbuchte sieben Assists, womit er nun bei 10.337 in seiner Karriere hält und in dieser Wertung auf Platz zwei in der NBA vorgestoßen ist. Noch mehr Pässe zu Korberfolgen hat nur John Stockton (15.806) verteilt. Die New Jersey Nets blieben durch ein 83:93 bei den Portland Trailblazers auch im 15. Saisonspiel sieglos. (APA)

alfisto
27.11.2009 11:32
auf die körpergröße gerechnet...

... meiner meinung nach der talentierteste spieler aller zeiten. sicher war das wort "assist" die längste zeit über nicht in seinem sprachgebrauch, jedoch kenne ich keinen spieler der sich und seinen körper derart geschunden hat und alles dem teamerfolg untergeordnet hat wie "the answer" (zu seiner zeit in phila). ich erinnere mich noch an ein bild seines körpers aus den finals 2001 wo espn alle verletzungen, denen zum trotz ai gespielt hat, aufgezeichnet waren. viele heile stellen waren nicht zu finden und dennoch war er phasenweise einfach nur unglaublich...

jayjay_one
26.11.2009 15:54
MOOAT

Most Overrated Of All Time

ViennaEagle
26.11.2009 21:28

sorry, aber so ein statement kann nur von jemandem kommen, der ihn nie zu seiner besten zeit spielen gesehen hat.

Michael Aires
26.11.2009 13:12
Schönes Foto ... den Mittelfinger ....

hat er vielem gezeigt. Dem Training, dem Mannschaftssport (ich muss in der starting five) stehen.
Er ist wohl DER Typ, der Streetball in die NBA brachte, maW Ego-Zocke ... nix, was mich je besonders fasziniert hat.
Immerhin war er erfolgreicher als der ähnlich ego-zentrierte Stephon Marbury.

Ben S
26.11.2009 16:06

Auch wenn er kein teamplayer war, wie du richtig sagst, hat es trotzdem immer spaß gemacht ihm zuzuschauen. Quickest shooting guard ever....

chris eskimo
26.11.2009 11:27
mutombo - iverson ...

... das waren noch zeiten.

Pompeianus
26.11.2009 11:39
"not in my house"!

Philip W.
26.11.2009 15:23

Dikembe Mutombo Mpolondo Mukamba Jean-Jacques Wamutombo

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