
Mit dem Beschluss der Radhelmpflicht für unter 15-Jährige beschreiten die Landtagsklubs von ÖVP und SPÖ in Niederösterreich nach Ansicht von "PlattMobil" einen falschen Weg.

Die nicht gerade einladende Unterführung eines Kreisverkehrs in Vodice war der "Plattform für nachhaltige Mobilität" einen Sonderpeis wert.
Gegen den Willen der Bevölkerung wurde in Mödling eine verkehrsberuhigte Straße nach 15 Jahren für den motorisierten Durchzugsverkehr geöffnet. "Selbst über 400 Unterschriften der Betroffenen konnten den Verkehrsstadtrat nicht von dieser für die Anrainer und deren Lebensqualität einschränkenden Maßnahme abhalten", begründet die "Plattform für nachhaltige Mobilität", kurz "PlattMobil", warum die Verkehrshimbeere 2009 an die Gemeinde Mödling geht. Mit dem heuer erstmals vergebenen Preis sollen schlechte bauliche Lösungen, aber auch Gesetze und Regelungen aufgezeigt werden, die eine Entwicklung des Verkehrssystems in Richtung Nachhaltigkeit bremsen (derStandard.at berichtete).
"Sanfte Mobilität konnte hier gelebt werden"
Die nun als Negativ-Beispiel prämierte Südtirolersiedlung in Mödling ist ein aus mehreren Gassen bestehendes kleinräumiges Wohngebiet, in dem laut Einreichungsunterlagen überdurchschnittlich viele Radfahrer unterwegs waren. "Sanfte Mobilität - auch mit Kindern - konnte hier gelegt werden", heißt es weiter. Da die Lage der Siedlung einen Schleichweg ermöglicht, ist vor 15 Jahren ein Schranken errichtet worden, der die Durchfahrt nur Einsatzfahrzeugen, City-Bussen und Radfahrern erlaubt.
Trotz Bürgerprotesten und der Überreichung von 437 Unterschriften wurde am 9. Oktober dieses Jahres in einem Gemeinderatsbeschluss "mit der Entfernung des Schrankens in der Salurnergasse der Schleichweg für den motorisierten Durchzugsverkehr freigegeben". Radfahren und zu Fuß gehen sei nun vor allem für Kinder zu gefährlich geworden, es müssten vermehrt Wege wieder mit dem Auto zurückgelegt und der Durchstich selbst erst "mit viel Geld für den neuen Verkehr asphaltiert werden", wird in der Einreichung kritisiert. Eine Argumentation, der sich "PlattMobil" anschließt: "Das ist ein Beispiel dafür, wie Politik keine Rücksicht nimmt. 15 Jahre hat hier eine funktionierende Lösung bestanden, für die es eindeutige demokratiepolitische Zeichen gibt. Während der Schleichweg nur wenigen zugute kommt, müssen die Bewohner nun die Belastungen tragen", so Obmann-Stellvertreter Harald Frey gegenüber derStandard.at.
Sonderpreis für Radhelmpflicht
Ein Sonderpreis für untaugliche Gesetze und Regelungen geht an die Landtagsklubs der ÖVP und SPÖ in Niederösterreich für den Beschluss der Radhelmpflicht für unter 15-Jährige im Rahmen des niederösterreichischen Sportgesetzes sowie die Aufforderung an den Nationalrat, diese Regelung auch in die StVO zu übernehmen. Laut Frey würdigt die Jury damit zwei Umstände: "erstens die geringe Praxistauglichkeit dieses Gesetzes und zweitens die Absicht des Landeshauptmannes und der beiden Fraktionen, eine Maßnahme bundesweit umsetzen zu lassen, die sich schon anderswo als Unsinn erwiesen hat."
So sei es in Ländern, in denen bereits ähnliche Maßnahmen umgesetzt wurden, zu "einer Reduktion der Radfahrenden und damit auch zur Verringerung der individuellen Verkehrssicherheit" gekommen. Eine steigende Anzahl der Radfahrer hingegen bedinge eine größere Rücksichtnahme durch Autolenker und verringere damit das Risiko des Zusammenstoßes, nicht erst der Verletzung. "Für viele, die etwa mit dem Rad in die Arbeit fahren, verliert das Radfahren mit der Helmpflicht an Attraktivität. Manche wägen sich zudem mit einem Helm subjektiv in einem falschen Sicherheitsgefühl", erklärt Frey.
Kreisverkehr mit dunkler Unterführung
Für einen Kreisverkehr an der Umfahrungsstraße, der zwar auf die Bedürfnisse der Autofahrer "großzügig Rücksicht" nimmt, die Fußgeher aber "gleichzeitig auf Umwegen durch eine dunkle, enge und unattraktive Unterführung" zwingt, bekommt die kroatische Gemeinde Vodice einen weiteren Sonderpreis. Die Jury, bestehend aus zehn Fachleuten aus dem Gebiet der Verkehrs- und Siedlungsplanung, sei "sprachlos" gewesen "über diese Art von Verkehrsplanung im Europa des 21. Jahrhunderts".
Der Schwerpunkt der Einreichungen lag laut Frey in Ostösterreich. "Heiße Kandidaten" aus Wien seien das Rechtsabbiegen bei Ampelanlagen mit reduzierten Grünzeiten für Fußgänger oder das Hauptbahnhof-Projekt gewesen. Auch die Nichtfreifahrt für Sozialhilfeempfänger bei den Wiener Linien wurde als behebenswertes Negativ-Beispiel vorgeschlagen. Die "Verkehrshimbeere", dem Namen nach an die berühmt-berüchtigte "Goldene Himbeere" für besonders schlechte Leistungen in der Filmwelt angelehnt, soll auch in Zukunft wieder ausgelobt werden, um auf Worst-Case-Beispiele in Sachen nachhaltiger Mobilität aufmerksam zu machen. (glicka, 26. November 2009)
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Da es im Artikel die Idiotie nicht so wirklich rüberkommt:
Die Helmpflicht in Niederösterreich gilt zwar generell, aber nur abseits des Gültigkeitsbereiches der StVO (die ja Bundessache ist). Das heißt, wenn zB ein Wiener Kind auf der Donauinsel nach Norden fährt, machen sich die Erziehungsberechtigten (!) strafbar, wenn es die Höhe Strebersdorf, also die (nicht wahnehmbare) Landesgrenze überschreitet. Das gilt übrigens auch dann, wenn es sich um 14-Jährige handelt, die bereits strafmündig sind.
Dass das Gesetz die Büchse der Pandora für ein Bundesgesetz öffnet, ist nur ein Aspekt. Die völlige Weldfremdheit des Gesetzes ist der wahre Wahnsinn.
Die StVO gilt auf Straßen mit öffentlichem Verkehr. Straßen mit öffentlichem Verkehr sind jene Straßen, die von jedermann zu den gleichen Bedingungen benützt werden dürfen.
Fußgängerverkehr und Radverkehr zählen auch zu diesem "öffentlichen Verkehr", nicht nur der motorisierte Verkehr.
Grundsätzlich ja.
Allerdings ist vor allem dann sinnvoll, den Helm bei Tätigkeiten aufzusetzen, für die ein Risiko für Kopfverletzungen spezifisch ist. Man sollte sich im Klaren sein, dass Radfahren in der Beziehung nicht sehr auffällig ist.
Zweitens sollte ein Helm auch von der Bauart so beschaffen sein, dass er einerseits möglichst wenig beim Radfahren einschränkt, anderseits aber trotzdem einen Schutzeffekt haben. Ein üblicher Fahrradhelm erfüllt aber vor allem das erste Kriterium. Entsprechend wenig handfestes Datenmaterial gibt es daher, die den Nutzen belegen.
Was glauben Sie:
Wenn Radfahren so "auffällig" wäre, dass bei 3 Fahrten ein Chrash (Eigenverschulden) zu verbuchen ist, inwiefern müsste dann Radlfahren reglementiert werden, dass diese Unfälle weniger werden?
der Gefahr aussetzt, ist das Problem irrlevant, an sonsten geht es niemanden etwas an. Sonst muesstens ja auch alle Paris - Dakkar Teilnehmer besachwaltern. Nicht vergessen, Thierry Sabine, Gruender der Rallye " wenn dir dein Leben fad wird, riskier es", ein Recht das jeder hat
Ich hoffe, Sie konnten mein Bsp. nachvollziehen.
Bei einem Sturz mit einer durchschnittl. v=m/s von 25km/h ist es fast nicht mehr möglich, den Kopf schadensfrei über dem Boden zu halten. Dazu ist eine Sturzkontrolle nötig sowie eine ausgeprägte Muskulatur. Schwer vorstellbar, das diese Komponenten weit verbreitet sind; Erfahrung und Training dahingehend sind bei Kindern sicher nicht ausreichend vorhanden.
Kopf deswegen, weil dieser die Zentrale des sinnvollen Existierens beinhaltet.
Sie können ohne weiteres ein Buch lesen mit einem Armbruch und einer Gehirnerschütterung. Mit einem Schädelbruch ist die Wahrscheinlichkeit erheblich geringer.
Der Anspruch ans Fahrradfahren hat sich insgesamt verändert.
wieso ?
Erstmals jedoch kann ich ihnen ein wenig zustimmen, die Kinder heute koennen nicht mehr hinfallen. Auch Schilehrer v. Kindergruppen koennen ein Lied davon singen. Wenn du aber ohne Helm Rad fahren lernst, lernst auch sehr schnell, richtig zu stuerzen, nicht dasz dies hoehere Artistik waere u. das Kinn gegen die Brust zu ziehen, wenn man fliegt, lernen nur Soehne alleinerziehender Muetter nicht
Der Anspruch ans Radeln hat sich insofern verändert, wie entsprechend die Gebrauchsfähigkeit eines Fahrrades ist.
Sie könnten sehr wohl mit einem Klapprad Down Hill fahren, nur wie weit? Macht ja auch niemand (obwohl schon vor einem guten 1/2 Jahrhundert die Burschen mit Damenrädern Berge runtergerauscht sind).
Diese Mannigfaltigkeit an verschiedenen Ausführungen von Fahrrädern ermöglicht logischerweise ein größeres Spektrum an pot.interessierten Bikern und das besonders bei Kindern. Die Räder verzeihen eher Fahrfehler als der Fahrer selbst, was bei früheren Modellen nicht der Fall war.
Daraus resultierend ist es falsch zu glauben und die Meinung hält sich hartnäckig, der Helm suggeriere ein Sicherheitsgefühl.
am Radl welches nab ihnen unter den Hintern schiebt. Die Kinderraeder haben sich auch nicht geaendert. Vielleicht ein bisserl filligraner aber nicht sehr.
Was das Minderheitenprogramm der Downhiller angeht, das hat ja mit radeln nicht mehr viel zu tun. Wenn man wie ein Narr zw. Baeumen durchpfeitft u. hoffen musz, sich keinen Ast in die Speichen zu fangen ist ein Helm wahrscheinlich vernuenftig. Wir waren aber beim "zum Billa fahren"
Herr Fesch, es ginge darum, wie die Industrie sich den Forderungen angepasst hat. Siehe Geschichte des MTB.
Daher auch der Down Hill-Vergleich.
Zum Billa:
"Ein Sonderpreis für untaugliche Gesetze und Regelungen geht an die Landtagsklubs der ÖVP und SPÖ in Niederösterreich für den Beschluss der Radhelmpflicht für unter 15-Jährige im Rahmen des niederösterreichischen Sportgesetzes sowie die Aufforderung an den Nationalrat, diese Regelung auch in die StVO zu übernehmen."
Fahren doch die Kids so gerne für Mami einkaufen, stimmts?*gg*
Herr Fesch, wenn das witzig sein sollte, dan müssen Sie das auch entsprechend kennzeichnen.
Ohne erklärendes Beiwerk laufen Sie Gefahr, für einen Kleinformat-Sympathisanten gehalten zu werden.
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