Nachlese Tag 36

Rektoren fordern Beschlüsse statt Diskussionen

26. November 2009 17:25
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    Foto: apa/ neubauer

    Den Abschluss fand der Tag der Dialog zumindest für die protestierenden Studierendne mit einer Lichterkette rund ums Parlament.

Entsprechender Gesetzesentwurf von Rektorenkonferenz ausgearbeitet - "Echter Bildungsdialog" endete mit Lichterkette beim Parlament

UPDATE 17.20: Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) und die deutsche Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) haben heute einen Aufruf zur Unterstützung der Protestierenden formuliert und die "Bildungsgewerkschaften in ganz Europa" eingeladen, diesen zu unterzeichnen.

UPDATE 16.50: Wien - Die Uni Wien hat bereits einen neuen Termin für die nächste Gesprächsrunde mit den Audimax-BesetzerInnen bekannt gegeben: Am 10. Dezember sollen die VertreterInnen von Rektorat, Senat, Unirat, Dekanen, ÖH und der Audimax-Besetzer Gespräche zu vier konkreten Themen führen, bei denen die Uni selbst handeln kann. Vorrangig besprochen werden sollen die Curricula und deren Gestaltung, Studienadministration, Barrierefreiheit sowie Anträge für die 34 Millionen Euro aus der Universitätsreserve von Wissenschaftsminister Johannes Hahn.

UPDATE 14.45: Bei einem neuerlichen Gespräch mit dem Rektorrat am Donnerstag wollen die Besetzer der Innsbrucker SOWI-Aula, dem größten Hörsaal der Fakultät für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, eventuell das Angebot des Rektors annehmen. Falls das Angebot des Rektorats angenommen werde, könnte es zu einer "Verlagerung der Proteste" in andere Räumlichkeiten kommen, präzisierte Daniel Sailer von der "Gruppe Presse" Donnerstagnachmittag gegenüber der APA. Für eine komplette Auflösung sei ein Konsensbeschluss unter den Besetzern notwendig, welcher zu gegebenem Zeitpunkt "höchst unwahrscheinlich" sei, betonte der Sprecher.  Falls der Beschluss gefasst werden soll, das Angebot anzunehmen, werde der Hörsaal aber dennoch mindestens eine Woche studentisches Hoheitsgebiet bleiben. Die Uni-Leitung hatte eine Fortsetzung der Debatte abseits der Besetzung vorgeschlagen. Dafür würden Räume für Veranstaltungen, Plena sowie eine Internetspräsenz von der Uni-Leitung zur Verfügung gestellt (der genaue Vorschlag ist hier zu finden).

UPDATE 13.45: Morgen findet im Sowimax der Uni Innsbruck ein Vernetzungstreffen aller besetzten österreichischen Universitäten statt. Laut der Homepage der Besetzungsbewegung sind derzeit weltweit mehr als 70 Universitäten besetzt oder mit Protestmaßnahmen anderer Form am Studierendenprotest beteiligt. Im Audimax finden heute Abend zwei Konzerte statt, davor spricht Doron Rabinovici über Widerstand.

UPDATE 13.00: An der Uni Wien findet heute ein zweites Dialogforum zwischen Studenten und Unileitung statt. Das Gespräch ist auch im Web-Stream nachzusehen.

UPDATE 12.00: Die Rektoren wollen sich in die beim Hochschuldialog beschlossenen Arbeitsgruppen einbringen und "aus dem Protest etwas Konstruktives machen", betonte der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Christoph Badelt, am Donnerstag. Themen wie die Uni-Finanzierung seien aber bereits lange genug beredet worden, "da braucht es nicht weitere Diskussionen, sondern Beschlüsse", fordern die Rektoren eine "gesetzliche Roadmap" für das Ziel, bis 2020 zwei Prozent des BIP für Hochschulen aufzuwenden, und damit die "Unterfinanzierung der Unis abzubauen". Bis 2015 würde dies eine Mrd. zusätzlich für die Unis bedeuten.

Um es der Politik zu erleichtern, haben die Rektoren bereits einen Entwurf für ein entsprechendes Gesetz vorbereitet, das eine jährliche Steigerung des Uni-Budgets von 2,772 Mrd. Euro im Jahr 2010 auf 3,634 Mrd. Euro im Jahr 2015 vorsieht. Ihren "Gesetzesentwurf" haben die Rektoren bereits beim Hochschuldialog am Mittwoch Wissenschaftsminister Johannes Hahn überreicht. Dieser habe aber gemeint, dass Österreich ohnehin auf gutem Weg sei - was die Rektoren ganz anders sehen. "Hätte man nicht so hohen Respekt vor Regierung und Parlament, könnte man sich gefrotzelt fühlen", sagte Bast unter Hinweis auf das bereits mehrfach beschlossene, aber nie konkret umgesetzte Zwei-Prozent-Ziel.

****

Mit Torten, Clowns und Zirkus entgegneten am Mittwoch die Studierenden der Einladung von Wissenschaftsminister Johannes Hahn zum "Dialog Hochschulpartnerschaft" (derStandard.at berichtete).

Bei dem dreistündigen Gespräch waren Vertreter aus Politik, Universitäten, Verbänden und Studierenden vertreten. Von Seiten des Ministeriums kam bei dem Gespräch der Vorschlag in fünf Arbeitsgruppen folgende Themen bis zum Juni 2010 zu behandeln:

- "Gesellschaftlicher Auftrag des tertiären Sektors"

- "Koordinierte Entwicklung des tertiären Sektors: Universitäten, Privatuniversitäten, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen"

- "Bologna und Studienstruktur (Curricula) und Lehre"

- "Studienwahl und Hochschulzugang"

- "Ressourcen und Finanzierung von Lehre und Forschung". 

Erste Gespräche im Dezember

Die Arbeitsgruppen sollen schon im Dezember zu ersten Gesprächen zusammentreffen. Unmut löste bei der ÖH jedoch deren Zusammensetzung aus. Sie fordern einen höheren Studierendenanteil in den Gremien und stellten Minister Hahn ein Ultimatum bis Ende dieser Woche. Bis dahin soll konkret abgeklärt werden in welcher Form an den Arbeitgruppen, die sich im Dezember ein erstes Mal treffen sollen, Studierende beteiligt sind, sonst werde man nicht verhandeln.

Lichterkette ums Parlament

Die Besetzer haben bei ihrem "Echten Bildungsdialog" im Kabelwerk am Donnerstag keinerlei Anzeichen gezeigt, das die Besetzungen ein rasches Ende haben könnte. Sie wollen bleiben. Am Donnerstagabend wurde der Tag der Dialoge mit einer Lichterkette ums Parlament beendet. Dabei wollten die Studierenden "Licht ums Dunkle" der Bildungspolitik bringen.

Eine Abfuhr erteilte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle gestern bei seinem Wien-Besuch der Forderung nach Ausgleichszahlungen für deutsche Studierende, die von österreichischen Politikern in letzter Zeit vermehrt gefordert wurden. (seb, derStandard.at, 26.11.2009, APA)

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1 2
drwestbahn
26.11.2009 21:00
Was mich interessieren würde

Wo kann man eigentlich die Buttons, Shirts etc. bekommen?

Als nicht(mehr)studierender Steuerzahler würde ich gerne meine Zustimmung zu den Protesten sichtbar herumtragen - als "Eine(r) von vielen".

Dunkelpunkt
26.11.2009 23:05
Kaffe und Kuchen
26.11.2009 21:53
direkt

vor dem audimax, lG!

Kaffe und Kuchen
26.11.2009 22:08
mein

shirt is selbstgemalt...

Diverl
27.11.2009 07:47

Toll

postskriptum
26.11.2009 20:54
http://unsereuni.at/?page_id=1883

Solange die Rektoren da nicht aufscheinen, glaube ich garnichts.

Die spielen nur ein abgekartetes Spiel um ihre Forderunger erfüllt zu haben, die Studenten (ihre Klientell) ist denen warscheinlich doch recht egal.

moe obama
26.11.2009 17:48

heute spielt zumindest "HUMBUG" um 22h im Audimax Wien.

unterschichtskind auf dem weg nach oben
26.11.2009 18:03

spielt sich das nicht schon seit 36 Tagen dort ab?

Norbert Müller
 
26.11.2009 16:56
das ganze ist absurd!studenten erklären einen hörsaal, welcher grundsätzlich für studenten da ist, zu ihren hoheitsgebiet und verhindern dass dieser genutzt

wird um ihnen im rahmen von vorlesungen etwas beigebracht wird.... eh gehts noch dümmer. ich habe bis heute noch nicht verstanden wie es möglich ist dass ein bzw. mehre stundenten streiken. welchen sinn soll das haben. von miraus soll studieren oder nicht studieren der will. maximal wird das studieren anderer studenten verhindert. aber wenn man jetzt "die studenten" als eine einheit sieht, streiken? sinn? Logisch wäre wenns z.b. das parlament oder ministerium besetzen, aber einen höhrsaal bsetzten??? und warum sollen sich dadurch politiker unter druck gesetzt fühlen? tun sie eh nicht, wie man sieht.

Der wahre grund: studieren ist mühsam, daher pausenlos party feiern, das macht irren spass!! erklärt auch die vielen solidarischen.

byron sully
26.11.2009 18:20

1.) eben, der hörsaal ist - wie sie selber sagen - für die studierenden da.
2.) es wird sehr wohl was beigebracht. es findet ja nicht nur party statt, sondern z.b. auch vorträge.
3.) welchen sinn es haben soll? und wie soll man seine extreme unzufriedenheit sonst ausdrücken? (btw: zum wiederholten mal, es gibt bislang keinen streik, sondern besetzungen - die besetzerInnen gehen sehr wohl nach wie vor ihrem studium nach).
4.) das parlament besetzen? na, sie haben vielleicht ein demokratieverständnis. so was macht man im rahmen eines putsches (z.b. spanien 1981). wenn das ihr vorbild ist...?

conclusio: ich glaub, sie haben sich über den ablauf der proteste nicht im geringsten informiert und schreiben bloß irgendeine polemik daher.

huko P
27.11.2009 13:45

In Spaneien wurde der Putsch vom volk mitgetragen, die Uniproteste werden von den meisten studenten nicht ernst genommen und nur von einem winzigen Bruchteil unterstützt.
Mit Demokratie hat das alles nichts zu tun. Eine kleien Minderheit will ihre Wünsche durchbringen....

byron sully
27.11.2009 17:49

sie haben offenbar nicht verstanden, worauf ich mit meinem spanien-vergleich hinauswollte.

huko P
28.11.2009 12:54

Doch!

Tatsache ist, dass eine Gruppe von Diktatoren einen Hörsaal besetzt hält. Das im Namen von Studenten tut, ohne deren Zustimmugn zu haben. Oder gibt es eine studentenweite Abstimmung.
Die Besetzer wissen, dass ssie in de Minderheit sein würden! Das hat mit Demokratie nichts zu tun!

stefon
26.11.2009 17:10

die politikerInnen SIND unter druck.

und es geht da nicht um party machen sondern ein kämpfen für eigene überzeugungen und bessere studienbedingungen.

ein widerstand gegen die unmündigkeit

byron sully
26.11.2009 15:24

auch wenn die rektoren sich gegenüber den studierenden nicht immer unterstützend gezeigt haben, so find ich, daß sich die protestierenden hinter diese budget-aufstockungsforderung stellen sollten (bzw. deren umsetzung zu einer zentralen grundbedingung für die beendigung der proteste erklären sollten).

TU Student
26.11.2009 16:46

die Budget-Aufstockung ist bereits eine der wichtigsten Forderungen der Besetzer

byron sully
26.11.2009 16:55
weiß ich eh,

es geht darum, daß das ein punkt wäre, wo man (im unterschied zu anderen punkten) beinhart und kompromißlos auf dessen 100%iger erfüllung beharren könnte (und das zu einer ultimativen bedingung für die beendigung der proteste erklären könnte) - denn abgesehen davon, daß es ohnehin ein ganz zentraler punkt ist, ist es auch ein punkt, der auch unter vielen, die den besetzungen gegenüber skeptisch gegenüberstehen, zustimmung findet.

010101011
26.11.2009 15:13
Badelt: Themen wie Uni-Finanzierung seien bereits l a n g e genug beredet worden

"da braucht es nicht weitere Diskussionen, sondern B e s c h l ü s s e"

Bravo, bravo Badelt! Zugabe!

byron sully
26.11.2009 14:58

wieso wird über die lichterkette so fast gar nicht berichtet (weder davor noch danach)? wenn ich mit der berichterstattung über die anderen demos vergleiche...

Michael Jack Dundee
 
26.11.2009 13:41
"Am Donnerstagabend wurde der Tag der Dialoge mit einer Lichterkette ums Parlament beendet."

Ich habe geglaubt, der Tag der Dialoge war gestern (Mittwoch).

Herr Karl3
26.11.2009 13:07
Danke!

Danke liebe Studentinnen,

dass wir und viele hunderte (wenn nicht tausende) Menschen mitten in der kalten Nacht ewig auf Strassenbahnen warten mussten, die dann nicht dorthin fuhren, wohin sie sollten. Es macht viel Spass nach einem langen Arbeitstag, von dem die Steuern bezahlt werden, die die StudentInnen ausgeben wollen, sich müde im kalten die Beine in den Bauch stehen zu müssen. Danke! meine Unterstützung - und die vieler anderer, die wegen Eurer Mätzchen dauernd genötigt werden und deren Zeit von Euch gestohlen wird - habt ihr sicher nicht!

czech
26.11.2009 18:17
gern geschehen!

wenn ma was erreichen will, dann muss jeder seine opfer bringen

oder wurde deine Bildung rein privat finanziert????

hast du dir mal Gedanke gemacht, wie die Studenten regelmäßig genötigt werden

erst denken, dann schreiben

DemHerrnKarlSeineFrau
26.11.2009 16:00
Karli?

Jetzt hob i dir scho gsogt, dass du mit dem Karlihundi spazieren gehen soist und nix mehr do bled herumposten!

Studienplatzkapazitätsevaluierungsagentur
26.11.2009 16:29

Nicht streng sein, gnä' Frau! Er hat das Krone-Forum nicht gefunden und sich hierher verirrt.

byron sully
26.11.2009 15:00

1.) es war abend und nicht "mitten in der nacht".
2.) es war ein für die jahreszeit recht milder abend.
3.) parallel zum ring fährt in ca. 200 meter abstand die u2.

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