Letzte Hoffnung - Ein Lehrabschluss in der Haft

26. November 2009 16:15
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    Foto: apa/herbert pfarrhofer

    Großer Medien-Rummel im Kremser Landesgericht: Es wird ein ganz normaler Einbruch in einen Supermarkt verhandelt - bei dem aber der 14-jährige Freund des Angeklagten durch Polizeischüsse ums Leben kam. Der Polizeieinsatz ist hier noch kein Thema

18 Monate Haft für 17-jährigen Einbrecher - Im Supermarkt wurde er an beiden Beinen von der Polizei angeschossen

Erster Prozess nach dem Supermarkteinbruch in Krems, bei dem ein 14-Jähriger durch Polizeischüsse ums Leben kam. Sein 17-jähriger Komplize, der selbst verletzt worden war, wurde - nicht rechtskräftig - verurteilt - Von Roman David-Freihsl 

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Wien - Roland war bei dem Einbruch im Kremser Supermarkt durch beide Oberschenkel geschossen worden. Er wurde im selben Krankenwagen transportiert wie der 14-jährige Florian, der ebenfalls von den Polizisten angeschossen worden war. Roland musste zusehen, wie sein bester Freund mit dem Tod rang. "Er ist schon härter bestraft, als ihn dieses Gericht je verurteilen könnte", sagt Rolands Verteidiger Clemens Lahner. "Er weiß, dass sein Leben so nicht weitergehen kann."

Lehre abgebrochen

Ein Leben, mit dem der inzwischen 17-jährige Roland noch nie zurecht gekommen war. Im Heim, in dem er teilweise aufwuchs, gab es bereits Probleme, weil er sich "nicht an die Regeln gehalten" hatte, wie es im Bericht des Jugendamtes heißt. Eine begonnene Lehre brach er ab - ohne Hauptschulabschluss fand er keinen neuen Job.

Mit 16 hatte er bereits zwei Vorstrafen auf dem Buckel. Einbruchsdiebstähle, "sinnlose G'schichten", sagt Richter Gerhard Wittmann am Mittwoch im Kremser Straflandesgericht. Schuhe hatten sie gestohlen, versucht, den Geldautomaten einer Garage zu knacken.

Im Oktober 2008 war Roland aus der Haft entlassen worden - und konnte wiederum nichts anderes tun, als nichts zu tun. "Das AMS kurz besucht", berichtet er, "Bewerbung schreiben lernen, Arbeit finden." Und wieder aufgeben.

Kein Job, keine Perspektive

Da lernte er auf der Lerchenfelder Schulwiese den 28-jährigen Rumänen Eugen kennen. Bei ihm fand er Anschluss, bei ihm konnte er wohnen - und sah wieder nur die gleichen Probleme. Eugen saß daheim mit sechs Kindern - zwei hatte seine Partnerin in die Beziehung mitgebracht. Kein Job, keine Perspektive. Sogar der Antrag auf Privatkonkurs war abgewiesen worden, mangels Kostendeckung.

"Wir brauchten Geld"

"Wir brauchten Geld", murmelt Roland, "Wohnung, Benzin." Da habe er im Juni die Idee gehabt, im Kiosk der Kremser Badearena einzubrechen. Dort erbeuteten sie 400 Euro. Zwei Wochen später ärgerte sich Eugen, dass ihm der Besitzer einer Pizzeria, in der er kurz als Tellerwäscher gearbeitet hatte, noch 800 Euro schuldete. Die wollte er sich selbst holen. Bei diesem Einbruch erbeuteten sie lediglich Traubensaft im Wert von 20 Euro.

Und dann die Nacht vom 4. auf den 5. August 2009. Ein Freund, der Alex, hatte Roland den Zund gegeben, dass man im Kremser Merkur viel Geld holen könne. Unterwegs holten sie den 14-jährigen Florian ab, mit dem Roland schon vor der ersten Haft unterwegs gewesen war.

Eugen brachte Roland und Florian nur in die Nähe des Supermarktes. Dort trafen die beiden Alex, der ihnen das Tor vom Lieferanteneingang hochhielt, selbst aber draußen blieb. Florian und Roland gingen ins Büro, fummelten am verschlossenen Tresor und am PC herum - und wollten dann eigentlich wieder gehen.

"Und dann kam die Polizei"

"Und dann kam die Polizei", schließt Richter Wittmann den Bericht abrupt ab. Denn warum und wie die Beamten auf die Jugendlichen schossen, soll erst in einem eigenen Verfahren am Landesgericht Korneuburg erörtert werden.

Hier geht es etwa um Fragen, ob niemand die Idee hatte, den Kleinen draußen aufpassen zu lassen? "Nein, es ging sehr schnell", sagt Roland. Warum sie sich Geschirrtücher vors Gesicht gebunden hatten? "Wegen der Überwachungskameras." Und wie er sich jetzt sein weiteres Leben vorstelle? "In Gerasdorf (also in der Haft, Anm.) eine Lehre machen. Später in Wien arbeiten", sagt Roland.

"Sonst ist die Stein-Karriere programmiert"

Das Schöffengericht verurteilt Roland zu 18 Monaten unbedingter Haft - die auf Bewährung ausgesetzte Vorstrafe über insgesamt 20 Monate wird aufgehoben. "Offenbar kann dieses Leben so nicht weitergeführt werden", begründet Richter Wittmann das Strafmaß. Roland solle in der Justizanstalt Gerasdorf die Möglichkeit bekommen, seinen Hauptschulabschluss nachzuholen und eine Lehre abzuschließen, "sonst ist die Stein-Karriere programmiert. Vielleicht geht's - ich will nicht sagen in einem geschützten Umfeld, aber mit einem gewissen Zwang und Druck", sagt Wittmann. Roland erbittet sich Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der bisher unbescholtene Eugen fasst ebenfalls 18 Monate aus - davon sechs unbedingt. Eugen nimmt das Urteil sofort an. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe 26.11.209)

Kommentar posten
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cwebb1977
12.02.2010 17:59
Vorstrafe aufgehoben

Ist er eh gut ausgestiegen, wenn die Vorstrafe von 20 Monaten aufgehoben wird dafür nur 18 Monate vergeben werden. Gleich mal durch ein weiteres Verbrechen zwei Monate gespart.

amunda buana
 
05.01.2010 07:00
tatsache ist das der junge mann nicht als verbrecher geboren wurde,

paradoxerweise wird über solche dinge immer dann gesprochen wenn solche schlimmen dinge passiert sind....das es noch 1000de solche kids gibt um die es sich zu kümmern gilt lese ich eigentlich nirgendwo...viele vergessen nämlich das ihre eigenen kinder unter anderem mit diesen kindern in ein und demselben boot sitzen!als ich um die 13 (das ist knapp 20j. her) war hatte ich leider schon zu rauchen begonnen nur wenn uns dann ein erwachsener erwischt hat haben sie uns entweder die zigaretten abgenommen oder sie schleiften uns gleich zu unseren eltern...und das im simmeringer gemeindebau!!WIR machen die welt von morgen - für die kinder von heute!

okami
09.03.2010 17:58
Noch nie wurde jemand als Verbrecher geboren!

Aber von den 1000den Kids werden auch nur wenige Verbrecher.

Woran liegt das?

Alban Albano
04.01.2010 18:52
Für den sexuellen Missbrauch einer 9-jährigen sollte diese Missgeburt lebenslänglich sitzen.

Unglaublich, welches Gesindel in unserem schönen Österreich herumläuft. Wenn dieser Verbrecher wieder frei ist, wird der nächste Bruch folgen. Das ist so sicher wie das Amen im Gebet.

Technikum Wien Student
20.02.2010 17:05

Falscher Artikel oder sind sie ein bisschen verwirrt? Wo steht hier etwas von Missbrauch einer Minderjährigen???

errorFAT32
04.01.2010 17:49

Rot, rot, rot, ist alles was ich liebe,
weil mein User
ein Misanthrop ist.
"Eigsperrt keans olle, die Bücha, die Gfrasta, de Verbrecha!Einmal böse, imma böse!"

Stratocaster
17.12.2009 04:46
6 Monate unbedingt?

Für den unbescholtenen "Driver"? Aja, ist ja ein Rumäne...

Bin gespannt, was dann der Schütze wohl ausfasst...

rorschach
10.12.2009 17:14
na oida die ur schwerverbrecher

arbeitslos - perpektivlos - und wahnsinnige verbrechen 400 euro, schuhe!!, und für 20 euro traubensaft .... na wenn das keine schwerverbrecher sind .....

Simon Peters
27.11.2009 12:40

Interessant ist doch vielmehr, dass überhaupt nicht mehr über das Verfahren gegen den Polizisten berichtet wird. Strategie: Gras über die Sache wachsen lassen, wenn nicht mehr berichtet wird neues Gutachten einholen, das den Schützen entlastet und dann Verfahren einstellen. Würde mich wundern, wenns anders läuft.

parapente
27.11.2009 09:07
Ja, das ist glaubhaft!

Plötzlich wird er "brav", macht eine Lehre (ohne Hauptschule), geht immer zur Kommunion und hilft alten Frauen über die Strasse . . . .

Naschgul
30.11.2009 12:35

Es steht doch eh im Artikel, dass er die Möglichkeit kriegen soll, in Gerasdorf seinen Hauptschulabschluss nachzuholen; dann kann er auch eine Lehre machen.

Kevin Pospisil
26.11.2009 15:23

Mir tun vor allem seine Opfer (u.a. ein Kind) leid. Der Typ kann im Gefängnis verrotten.

freilife
27.11.2009 12:45
lesen sie bitte mal den Artikel oben

dort finden sich die Gründe für die Haftstrafen des 17-jährigen, dem hier einige so gerne Kindesmissbrauch vorwerfen (nur weil es diesbezüglich mal eine schlecht recherchierte Falschmeldung gab). Hätte er getan, was sie ihm unterstellen, wäre ich ganz bei Ihnen - ist aber falsch, egal wie oft sie das Gegenteil behaupten. Daher haben einige seriöse Medien diesbezügliche Meldungen auch wieder (stillschweigend) entfernt - ein Fehler wie man sieht, man hätte ein Dementi bringen müssen.

Esme Weatherwax
27.11.2009 16:20

Es ist ja wirklich interessant, wie wenig die Unversehrtheit eines Kindes, eines Volksschulkindes übrigens, euch Verharmlosern auf einmal wert ist, wenn es darum geht, die Mär vom harmlosen Einbrecher weiter aufrecht zu erhalten. Weniger als ein Stück Dreck ist euch dieses arme Kind wert.

Geh sagen's uns doch bitte, warum dann der Täter 1,5 Jahre sitzen musste, wenn er so gut wie nix angestellt hat? Welches Delikt bringt einen 15-jährigen 1,5 Jahre ins Gefängnis?

freilife
27.11.2009 16:59
lesen sie doch bitte den Artikel oben,

wie gesagt hätte er es getan wäre ich sicher der letzte der ihn in Schutz nehmen würde!
Hier extra für Sie nochmal das Zitat des Richters zu den Vorstrafen: Mit 16 hatte er bereits zwei Vorstrafen auf dem Buckel. Einbruchsdiebstähle, "sinnlose G'schichten", sagt Richter Gerhard Wittmann am Mittwoch im Kremser Straflandesgericht.

karina becker
28.11.2009 09:33

wie wärs, wenn Sie mal einen Blick in andere Zeitungen werfen? Zitat aus dem Kurier:
"... die Anklageschrift spricht Bände: Verurteilungen wegen gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls, Widerstands gegen die Staatsgewalt, Sachbeschädigung, Körperverletzung sind dort zu finden. Auch schwerer sexueller Missbrauch findet sich in kriminellen Karriere des 17-Jährigen."
http://kurier.at/nachricht... 954530.php

trace route
26.11.2009 15:13
Die Parallelen zum Fall Polanski sind frappierend! Doch während Polanski hochgejubelt und seine Freiheit gefordert wird, prügelt der Mob auf den jungen Roland T ein.

Zur Information: Roland T wurde tatsächlich wegen Unzucht mit einer Minderjährigen verurteilt und saß deswegen in Haft. Doch das Mädchen, wegen der er damals verurteilt wurde, ist jetzt seine Freundin (!) DENNOCH musste Roland T die Haft absitzen. Man kann davon ausgehen, dass die Freundin durchaus einverstanden war - die Strafe gab's wegen des zu jungen Alters.

Im Vergleich dazu hat Regisseur Polanski sein Opfer mit Drogen "willig" gemacht. Es war mutmaßlich nicht nur Unzucht mit einer Minderjährigen (wie im Falle Roland T), weil das Opfer mehrmals deutlich "Nein!" gesagt und sich gewehrt hatte.

Wo liegt bitte der Unterschied, der erklärt warum Roland T im Häfn saß, Polanski aber nicht?

Der Unterschied ist: Polanski hat mehr Geld...

Alban Albano
04.01.2010 18:54
Können Sie sich noch im Spiegel ansehen, ohne dass Ihnen speiübel wird???

Den sexuellen Missbrauch einer 9-jährigen schönreden, mir kommt das Kotzen!!!!!!!! Pfui Teufel!!!!

J.J
26.11.2009 19:28

Die damals 9jährige ist heute 11.

Na servas.

trace route
01.12.2009 14:23
Und die Freundin des damals 14-jährigen Florian, der an dem Abend durch die Waffe eines Polizisten ums Leben kam, ist gerade mal 13 Jahre alt. Fragen Sie doch das bildhübsche Mädchen, ob sie sich selbst zu jung gefunden hat für eine intime Beziehung?

Bei manchen Jugendlichen beginnt das heutzutage eben schon sehr früh.

Ein Interview mit dem Mädchen können Sie auf http://kurier.at/nachricht... 949618.php nachlesen. Da können Sie auch lesen, dass sie Polizistin werden will (wie passt das in Ihr Bild vom "Milieu" dieser jungen Leute?!?) und was sie von all den Leuten hält, die ihren verstorbenen Ex-Freund schlecht machen und als "Verbrecher" bezeichnen, nur weil die Buben in dem Alter Blödsinn machen. O-Ton aus dem Artikel "Aber mit 14 sind doch alle gleich, sie reden groß und spielen die Starken."

Ich denke, diese 13-jährige ist reifer und verfügt über mehr Weitsicht selbst als die durchscnittlichen Poster dieses Forums, von Krone Lesern ganz zu schweigen...

elisabeth harrer
27.11.2009 10:25
verstehe

wenn also ein mädchen/eine frau von jemandem aus ihrem verwandten- oder freundeskreis vergewaltigt wird und danach mit dem (noch) "befreundet" ist - dann war es gar keine vergewaltigung.

ps: dass mädchen in primitiv-rustikalen kreisen nach einer vergewaltigung als hure abgestempelt werden und mitunter genötigt werden, sich mit ihrem vergewaltiger auf ein packerl zu hauen, ist Ihnen wohl völlig unbekannt?

trace route
01.12.2009 14:30
Informieren Sie sich bitte: Das war KEINE Vergewaltigung! Genau um solche Denunzierungen zu verhindern, verbietet eigentlich das Gesetz die Weitergabe von solchen Daten an die Medien.

In der Bananenrepublik Österreich passiert das aber immer wieder - offenbar weil gewisse Kreise sich einfach über die Gesetze hinwegsetzen, sich Zugriff auf die Daten verschaffen und diese veröffentlichen ohne Verständnis für das Detail.

Roland P wurde verurteilt wegen "schwerem sexuellen Missbrauch". Der intime Kontakt der beiden erfolgte im gegenseitigen Einverständnis, das Problem der Romanze aus dem Kinderheim lag ausschließlich darin, dass das Mädchen damals erst 9 Jahre alt war. Daher war eine Verurteilung nötig. Dass es keine Vergewaltigung war, sondern im gegenseitigen Einverständnis, ist klar - denn welches Opfer würde mit einem Vergewaltiger zusammen bleiben?

Zur Info http://kurier.at/nachricht... 954530.php

Esme Weatherwax
01.12.2009 20:35

Eine 9-jährige, ein Kind aus der 3.-4. Klasse Volksschule hat er missbraucht und da delirieren sie etwas von "Sex in gegenseitigem Einverständnis" daher? Sind sie noch zu retten?

trace route
01.12.2009 23:22
Ich habe weiter unten geschrieben, dass 9 Jahre auch meiner Ansicht nach definitiv zu früh sind für eine intime Beziehung. Und es geht mir sicher nicht darum, die Tat hinunterzuspielen. Es geht mir nur darum, der Propaganda durch welche die Kinder

aus Krems von allen Seiten niedergemacht werden, etwas entgegenzusetzen.

Und zwar die Wahrheit.

Denn die Informationen, welche - unter Missachtung des Datenschutzes - kolportiert werden, erzeugen ein falsches Bild.

Wenn jemand der "Vergewaltigung" bezichtigt wird, dann entsteht doch ein ganz anderer Eindruck, als wenn man es mit der Wahrheit genau nimmt: nämlich dass hier zwei Kinder aus dem Kinderheim im Alter von 9 und 14 Jahren eine Romanze hatten, die - leider viel zu früh - intim wurde. Aber die auch jetzt noch weiter besteht.

Dafür wurde Roland P laut Gesetz verurteilt.

Seit Freud wissen wir, dass Kinder sexuelle Emotionen haben. Mit Zwangsehen und Vergewaltigung durch Volljährige hat dies meiner Ansicht nicht so viel zu tun...

okami
07.03.2010 22:36
Setzen sie dem auch etwas entgegen, dass der Polizist von allen Seiten niedergemacht wird?

Ich denke, einseitige (Vor-)Verurteilungen sind in beide Richtungen unangemessen.

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