Jagdeinladung erzürnt ORF-Redakteure

25. November 2009 17:01
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    Foto: standard/corn

    Wann genau der künftige kaufmännische Direktor des ORF, Richard Grasl, sein Amt antreten wird, weiß am Küniglberg noch niemand ganz genau: Die Übergangsfristen sind offen, sagt ein Pressesprecher.

Der Tiroler Birkhahn-Abschuss auf Einladung erzürnt ORF-Redakteure - Der jagende Chefredakteur ist vorübergehend erkrankt - Irritationen ergeben sich auch mit dem frühen Einsatz des künftigen Finanzdirektors

Die Jagdeinladung des Bruders von Landeshauptmannstellvertreter Anton Steixner an den Tiroler ORF-Chefredakteur Christoph Sailer zum Birkhahn-Abschuss hat Folgen. Mittoch trafen sich in Innsbruck Redakteurssprecher mit Landesdirektor Kurt Rammerstorfer. Die Redakteursräte in Wien wollen von Sailer "eindeutige Klarstellungen": ORF-Journalisten müssten alles unterlassen, "das geeignet sein könnte, Zweifel an der Unabhängigkeit des ORF aufkommen zu lassen". Auf Antworten warten die Räte. Sailer ist vorübergehend erkrankt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelte, wie berichtet, gegen Steixner selbst. Als dieser angab, nicht er, Anton, sondern sein Bruder Paul sei mit Sailer auf die Jagd gegangen, legte sie die Anzeige zurück. Die Jagd Karalm gehört freilich Anton. Der Abschuss eines Birkhahns kostet den Jäger rund 1000 Euro.

Finanzdirektor irritiert 

Die Redakteurssprecher erbost die Begründung der Staatsanwaltschaft: "Wohlwollende Berichterstattung" allein reiche nicht aus, um den Tatbestand der Korruption zu erfüllen, zitierte Österreich einen Staatsanwalt.

Geld beschäftigt den ORF auch im Fall des designierten kaufmännischen Direktors Richard Grasl. Wie berichtet betraute Alexander Wrabetz den ehemaligen niederösterreichischen Landeschef mit einem Sparprojekt noch vor seinem offiziellem Amtsantritt. 

Wann genau der sein wird, kann am Küniglberg noch gar niemand genau sagen: Die Ausschreibung läuft noch, am 17. Dezember wählt der Stiftungsrat den neuen Finanzdirektor. Danach sind "die Übergangsfristen noch offen", sagt ein Pressesprecher auf Anfrage.

Novelle

Die Novelle zum ORF-Gesetz ist voraussichtlich bis Februar in Begutachtung, wird aber wahrscheinlich im Parlament gestoppt. Wegen des Streits um das vorzeitige Aus für den parlamentarischen Spitzel-Untersuchungsausschuss will die Opposition sämtliche Zweidrittel-Materien im Nationalrat blockieren: FPÖ, BZÖ und Grüne wollen auch dem ORF-Gesetz die Zustimmung verweigern. 

Wesentlichste Veränderung wäre die Gebührenrefundierung, die dem ORF in den nächsten vier Jahren insgesamt 160 Millionen Euro zusätzlich bringen soll. (Doris Priesching, Michael Völker, DER STANDARD; Printausgabe, 26.11.2009)

Kopf des Tages
Richard Grasl: "Vifer Hund" mit biegsamem Rückgrat - Die Bestellung des künftigen kaufmännischen Direktors im ORF lässt Erinnerungen an längst vergangene Zeiten des Rundfunkproporzes wach werden.

Kommentar posten
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Der Checker
26.11.2009 18:16
Ja , ja die ORF-Löcher!

Da gäbe es noch ganz andere Geschichten!

"the pathological weakness of the financial memory"
26.11.2009 16:42
dextra_data1
26.11.2009 16:27
Die ORF Redakteure

sind mit Politikern verhabert ?!
ein so ein Skandal, das hab ich mir aber nie, nicht einmal in meinen kühnsten Träumen denken haben wollen können .......

Herzerzog Johann
26.11.2009 14:54
Die Nichteingeladenen sind erzürnt ...

Der Eingeladene ist erkrankt ...
Der Finanzdirektor ist irritiert ...
Die Redakteurssprecher sind erbost ...

Das Schicksal des Birkhahnes interessiert niemanden ...

TheLaw
26.11.2009 15:31
Der palzts sie an oba! Wettn.

Verzweifelnd
26.11.2009 14:00

Berichterstattung in Tirol: Null

Just N. Opinion
 
26.11.2009 13:26
und kaum kommt sowas raus,

ist der betreffende "erkrankt" und kann dazu nichts sagen, bis gras ueber die sache gewachsen ist.

die exfrau vom rathausmann
 
26.11.2009 19:18
interessant

jetzt hab ich tatsächlich "bis grasl über die geschichte gewachsen ist" gelesen - und fand das noch nicht mal irritierend... *g*

Naomh
26.11.2009 13:21
man muss nur..

in der Zip beobachten...

ist ein Poltischer Gast Mitglied einer Regierungspartiei.. Samthandschuhe..
Op. rauerer Wind und sogar die mehr oder wenig schlechten Moderatoren drehen einem Gast das Wort im Mund um - nur leider schlecht :-)

irgend ein politisch nicht relevantes thema.. grad das die Moderatoren nicht einschlafen :-)

Ravi Ravendro
26.11.2009 13:09
Der ORF,

politisch unabängig? Den Anschein wahren? Was für eine Komödie!

the academic cyber sense
26.11.2009 13:05

ganz klarer tatbestand von korruption.

razor blade
26.11.2009 10:34

Was???? es kostet 1000 Euro ein angefüttertes Huhn abzuknallen? Seltsames Hobby.

william bonney
30.11.2009 10:31
hier sind interessante postings verschwunden...

Lord Schaumloeffel
26.11.2009 10:06
alles gegen postenschacher und mauschelei

aber wenn der bruder eines stellvertreters jemanden einlädt (und das soll unter den 110.000 jägern österreichs nicht unüblich sein) dann so einen aufstand anzuzünden - da muss ein paar leuten ordentlich fad im schädel sein.

Da müssten sie jede treibjagd (ob man das sympathisch findet oder nicht ist eine ganz andere frage, die hier nicht erörtert gehört) sofort mit dem grünen heinrich abtransportieren lassen.

Johnny Johnson
30.11.2009 16:58
Das ist die politische Korrektheit

welche von vielen Zeitgenossen im öffentlichen Raum eingefordert wird! Wenn es privat oder gar intim wird, dann dürfen wir wieder ein bisschen schludern; geht ja keinen was an!

the academic cyber sense
26.11.2009 13:10

leider ist dein posting die klassische österreichische reaktion bezüglich korruption.

warum nicht dem postler einen wein schenken und dem dorfpolizisten zu weihnachten einen 100er in hand drücken?

es geht ja um keine gegenleistung, also braucht sich niemand aufpudeln.


das korruptionsbewusstsein in österreich unterscheidet sich leider nur unwesentlich von denen der süditaliener. erbärmlich.
daran wird sich auch nichts ändern denn die öst. parlamentarier gehen mit gutem beispiel voran: sie haben sich generell prophylaktisch amnestiert, denn das gesetzt gilt nur für nichtabgeordnete.

brummbaer
26.11.2009 10:45
eine frage des standpunktes

nur weil es über die letzten jahrzehnte so üblich war und einfach 'einigonga is', muss es noch lange nicht legal sein. und wenn sich die politik gemeinsam mit der seitenblickegesellschaft zum konrad aufs ganslessen einladen lässt, dann kann das ganze trotz sicherlich bester qualität hinten nach auch einen blöden beigeschmack bekommen...

Lord Schaumloeffel
26.11.2009 10:52
sollte es illegal sein, dann klar: abdrehen.

aber ich (als juristischer laie) sehe da keinen gesetzesverstoss, der das wort "illgeal" rechtfertig rechtfertigt. aber vielleicht kann mich ja ein jurist aufklären.

chez guevara
26.11.2009 10:03

alles nicht wahr. das birkgeflügel wird schließlich zum zwecke der bejagung angefüttert.

monoton
26.11.2009 09:23

das ist wunderbar lächerlich!
der orf läßt sein jeher keinerlei zweifel daran, daß er absolut abhängig ist, vor allem die landesstudios, die reine propagandaanäle für die landesfürsten sind.
hat er vielleicht den fehler begangen sich vom falschen bestechen zu lassen?

thedarkknight
26.11.2009 08:18

Korruption und Freunderlwirtschaft wohin man schaut...

suboptimal
 
26.11.2009 00:52
O.O

Ein Aufstand im ORF Tirol? Weiter so, Purschen

*freu*

Franz Mukal
25.11.2009 19:53
das ist doch nur networking!

Wie oft lese ich in Artikeln der "Qualitätszeitung" wie wichtig Networking und social skills sind?
Eigene Seminar dazu gibt es auch zur Genüge.
Wenn sie dann einer anwendet kommt der Aufschrei.
Verludert sind wir alle, keiner findet mehr etwas dabei wenn's um das eigene Fortkommen geht.
Willkommen im Dschungel

Wolf1005
 
26.11.2009 20:57

In der Privatwirtschaft dürfen die lieben Leute networken und herumschmieren wie sie wollen. Schert mich nicht.
Aber im öffentlichen Bereich haben sie's zu unterlassen.
Da darf man schreien, so lang der ORF noch Gebühren verlangt.

st.laurent
25.11.2009 18:19
ist was neues

wenn ein kleiner hahn (spielhahn) "nur" € 1.000 kostet? die abschuss-preise für diese schützenswerten tiere liegen meines wissens eher beim doppelten oder darüber.
also ist das geschenk eher größer als hier angegeben.
was darf sich der orf bzw seine verantwortlichen noch immer erlauben, um die schützende hand der politik überm kopferl zu haben.

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