Kapitalbedarf der Kärntner Hypo: Tendenz steigend

25. November 2009 21:49
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    Foto: apa/dpa/matthias schrader

    Der bayerische Löwe scheint sich an der Hypo die Zähne auszubeißen.

Nun ist bereits von 1,8 Milliarden Euro die Rede, die die Hypo Group Alpe Adria benötige

 Die Verluste der Kärtner Hypo Group Alpe Adria dürften eine weit umfangreichere Rettung erforderlich machen, als bisher angenommen wurde. Mehrheitseigentümer Bayerische Landesbank rechne mit einem Kapitalbedarf von 1,8 Milliarden Euro, erfuhr der Standard am Mittwoch aus Münchner Kreisen. Davon - so hieß es weiter - werde die BayernLB die Hälfte aufbringen. Weitere 900 Millionen müsse wohl die Republik Österreich beisteuern.

Das sieht das Finanzministerium anders und beharrt auf einem Engagement der Miteigentümer Kärnten und Grazer Wechselseitige.

***

München/Wien - Der Kapitalbedarf der Hypo Group Alpe Adria droht zu steigen. Aus München war am Mittwoch zu hören, dass derzeit mit einer Geldspritze von 1,8 Mrd. Euro statt bisher genannten 1,5 Mrd. Euro gerechnet werde. Auch über die Aufteilung mache man sich in Bayern keine Illusionen: 900 Mio. kämen vom Mehrheitsaktionär BayernLB, ebenso viel von der Republik Österreich. Im Finanzministerium will man davon freilich nichts wissen und betont, dass alle Eigentümer (also auch die Minderheitsaktionäre Land Kärnten und die Grazer Wechselseitige) einzahlen sollen.

Dass die Bayern die Kassen schließen, damit ist nicht zu rechnen. Sie haben seit Oktober 2007 schon 2,7 Mrd. Euro investiert, dazu kommen wie berichtet 3,3 Mrd. Euro an Krediten aus München - Stand Halbjahr 2009. Inzwischen soll sich dieser Betrag bereits auf rund vier Mrd. Euro erhöht haben. Die Ausleihungen würden im Fall einer Insolvenz wohl als eigenkapitalersetzendes Darlehen gewertet, die Bayern fielen also um die Forderung um.

Äußerungen von Ministerpräsident Horst Seehofer im Handelsblatt, wonach kein weiteres Geld nach Kärnten fließen soll, werden kaum Bedeutung beigemessen. Die Staatskanzlei versichert auf Nachfrage, dass sich Seehofer auf staatliche Zuschüsse bezogen habe. Davon war ohnehin nie die Rede, weil die BayernLB das Problem aus eigener Kraft lösen will. In Bayern sorgt die Causa Hypo auch Freistaat-intern für große Empörung. Aus politischen Kreisen ist zu hören, dass die Schieflage der Bank der jetzigen Regierung schon länger bekannt sei, der Verwaltungsrat der BayernLB schon längst aktiv hätte werden müssen. Denn bereits zu Jahresanfang habe ein externer Berater der Bank eine Prüfung vorgenommen: Er habe eruiert, welche Entscheidungsgrundlagen die BayernLB für den Hypo-Kauf genommen haben, wie sie die Risiken eingeschätzt und bewertet hätten. Zur Erinnerung: Die Nationalbank hatte bereits Mitte 2007 einen sehr kritischen Vor-Ort-Prüfbericht erstattet, die Bayern haben den Deal im Oktober endgültig abgeschlossen. Das Ergebnis dieser Analyse habe seitens des Prüfers „blankes Entsetzen" ausgelöst, man habe die Sache aber abseits der Öffentlichkeit intern lösen wollen, heißt es. Der Fall ist auch im Lichte der Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft zu sehen, die dem Verdacht nachgeht, die BayernLB habe absichtlich zu teuer gekauft.

Auch in Kärnten sorgt die Causa Hypo für politische Turbulenzen. Die SPÖ wird bei der am Donnerstag stattfindenden Landtagssitzung einen Dringlichkeitsantrag einbringen. Die Regierung soll ihre Landesholding (an der Spitze stehen mit Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander zwei Ex-Hypo-Bank-Manager, die im Mai 2007 in die Landesholding wechselten) auffordern, Schadenersatz von den Ex-Hypo-Managern Wolfgang Kulterer, Günter Striedinger und Thomas Morgl zu fordern.

Kulterer ist heute Investmentbanker in England, Striedingers Berufungsverhandlung in Sachen Spekulationsverluste (er bekämpft seine nicht rechtskräftige Verurteilung) geht am 9. Dezember los, und Morgl, der ebenfalls in die Swapverluste involviert war, ist heute Restrukturierungschef der Hypo. Die Manager hätten nicht richtig auf die in den Berichten der Aufseher aufgezeigten Mängel (wie Probleme im Risikomanagement) reagiert, lautet der von der Kärntner SP erhobene Vorwurf.

Die Landesholding wiederum hat für heute, Donnerstag, übrigens eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung anberaumt, auf der Tagesordnung: der Geschäftsfall Hypo. Die Berichte der Bankenaufseher und ihre Folgenlosigkeit will angeblich auch die Kärntner Landesregierung für Klagen nützen. Gerüchtehalber erwägt sie Amtshaftungsklagen - mit der Begründung, dass der Staat und seine Behörden Aufsichtspflichten verletzt hätten. (Renate Graber, Andreas Schnauder, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.11.2009)

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Dr. Seltsam
 
28.11.2009 14:57

Was unterscheidet eigentlich einen Bankmanager von einem Bankräuber?

Ein Bankräuber wird es nie schaffen, eine Bank in den Ruin zu treiben!

GiPi
26.11.2009 19:50
Vielleicht recherchieren ?

Aus Finanzkreisen wird sogar von 17 !! Milliarden Euro gesprochen. Kärnten wäre somit Bankrott, kein Wunder das der Bund nicht einspringen will !

sensortime.com
26.11.2009 21:15
Nicht nur Kärnten.

.

das ist alles sehr kompliziert!
 
26.11.2009 19:49

Das Pikante an der Sache ist ja auch, dass die Bayern dachten mit der Hypo kaufen sie sich gleich die Balkanspezialisten ein, damit sie jemanden haben, der sich in dieser Region nicht von den "interessanten" Geschäftspartnern übern Tisch ziehen lässt und dabei sehen's jetzt, dass sie schon für den Kauf der Hypo soche Spezialisten gebraucht hätten.

Winter20
26.11.2009 19:34
Vier Mrd. Euro Gesellschafterdarlehen!

Wenn die vier Mrd. Euro als eigenkapitalersetzendes Darlehen in der Bilanz richtig ausgewiesen werden, ist der 1. Schritt zur Bilanzsanierung bereits gemacht!

il padrino
26.11.2009 18:05

keinen groschen

rudolf habsburg
26.11.2009 18:05
Innenm.(Ermittlung) u. Justizministerium (Anklage) in einer Hand wie bei der ÖVP, ist der eigentliche SKANDAL!

Höchste Kreise in der österreichischen JUSTIZ behindern seit Jahren eine AUFKLÄRUNG (nicht nur dieser) dieses wahrscheinlich größte WIRTSCHAFTSVERBRECHEN, seit der 2 REPUBLIK! Letztes Jahr wurde Bankier Kulterer für BILANZENFÄLSCHUNG u. SPEKULATIONSVERLUSTEN in MILLIARDEN-HÖHE bei einem Jahreseinkommen von ca. 2 MILLIONEN von KÄRNTNER JUSTIZ nur zu 140 000 Euro Geldstrafe verurteilt. Das muss man sich vorstellen! Staatsanwältin RIESINGER zeigte in ihrem Plädoyer ein gewisses Verständnis für die Vorgangsweise Kulterers. Richter LIEBHAUSER würdigte SOGAR in seiner Urteilsbegründung die unbestrittenen Verdienste Kulterers um die Entwicklung der Kärntner Hypo. Soviel AHNUNGSLOSIGKEIT und DUMMHEIT ist kein ZUFALL!! DAS IST SYSTEM!!




also dann ...
26.11.2009 20:04
tja ... die justiz...ist (so wie die ban_K_ster !) nichts als ein "geschäft"...

den reaktionären konservativen
(die total ahnungslose bzö-truppe erwähne ich nicht)
ist s o w i e s o ... alles egal,
- sie haben weder anstand
noch MORAL !

und dass damals
auch jeder mit dem s t a a t = st.zahler rechnete
ist mittlerweile jedem klar - ausser den kärntnern...

dieBestatter - bösartigste Version
26.11.2009 18:21
Ich bin gegen die Todesstrafe, mal vorweg

Herr Kulterer hat ein Glück dass er nicht in China "gebankert" hat.
Und einige andere auch.

tramezzino
26.11.2009 17:05
realistisch wäre folgendes szenario:

land und grawe treten ihre anteile an den bund ab, der bund übernimmt dann deren anteile, das wäre sogar relativ bilanzneutral.

weniger neutral wäre allerdings dann das ausbuchen beim land kärnten und der grawe.

weniger realistisch aber dennoch möglich: das land kärnten bekommt einen regierungskomissär, die landesregierung und der landtag werden aufgelöst.

locke15
26.11.2009 19:26
Die einzige Lösung verstaatlichen !!!!!!

tramezzino
27.11.2009 09:09

ähem: wir befinden uns in österreich und nicht in venezuela.

Grusoleum
26.11.2009 16:42
Wieviel Gier ?

Die Hypo Alpe Adria schlagt wirklich alle und alles in Österreich:
(inklusive Fendrich)
http://warteschlange.twoday.net/stories/6064080/

Man frag sich auch schon seit Jahren warum bei "I am from Austria" mitgesungen wird.
Auf den Text hört man halt net ;)

hotta
26.11.2009 15:46
Urlaub

Da steht die Hypo seit Wochen am Abgrund, im Land zittert man einer Lösung entgegen, und der Finanzminister, eine wichtige Figur bei diesem Ringelspiel, fährt auf Urlaub. Toll!

Owi l8
26.11.2009 17:43

Andererseits: Die Orangen in Kärnten können jederzeit was verbocken. So gesehen dürfte der Finanzminister nie auf Urlaub gehen.

jimmydean
26.11.2009 16:35
das kann man so und so sehen

immerhin zwei wochen, in denen das steuergeld der österreich halbwegs sicher ist... andererseits wenn ich jetzt bedenke das schottermitzi jetzt anscheinend interims-finanzminister ist... auweia...

irrelevant uninteressant
26.11.2009 16:04

Was gehts den Finanzminister (bzw. die Steuerzahler) an?

Es handelt sich ausschließlich um ein Problem der EIGENTÜMER, also löffelts eure Suppe brav selber aus oder gehts krachen.

Vom Steuerzahler:

KEINEN CENT!!!

M_DeNiro
26.11.2009 15:39
preisfrage, by the way

wer hat denn mit welchem geld seinerzeit die laenderbank saniert???

bitte den namen des managers, die parteizugehoerigkeit und die herkunft der sanierungsmilliarden waehren zu nennen.

danke

Saualmsleiter, gegen Schweinegrippe geimpft
26.11.2009 15:48
haben sie sich in der geschichte verirrt ?

oder gehen sie noch weiter zurück zu den banken maria theresias.

M_DeNiro
26.11.2009 17:08

kurzes gedaechtnis oder zu jung??

vranitzky, SPOe, Bundesmittel ist die richtige Antwort.

ich haette noch ein quiz zu skylink, wenn sie die gegenwart mehr interessiert.

Liebling der Nation
26.11.2009 18:17
was hat das eine mit dem anderen zu tun?

wenn die böse sind, darf ich auch böse sein? Ein Unrecht wird nicht zu recht, wenn andere das gleiche Unrecht begehen.
nehmen´s mal ihre gefärbte brille ab.

dieBestatter - bösartigste Version
26.11.2009 19:39

Es tut uns leid bei dWirro ist die impfung danebengegangen.

Aber immerhin hat er den Namen Vranitzky durchgebracht ;)

M_DeNiro
26.11.2009 18:27

also unterstellen sie mir keine farbe.
ich waehle seit jahrzehnten konservativ. d.h. OeVP.

so eine schweinerei gab und gibt es auch in anderen teilen des landes (skylink, aua, etc, ...) nicht nur in Kaernten.

natuerlich bin ich dafuer eine nichtsystemrelevante bank mit allen konsequenzen in den konkurs zu schicken und sowohl politisch, als auch oekonomisch alle zustaendigen und verantwortlichen zur rechenschaft zu ziehen!

ich bin aber gegen dieses pauschale Kaernten bashen.

dieBestatter - bösartigste Version
26.11.2009 19:40

Echt, ein tSchüssel Wähler ?
Gratuliere, sie haben mit ihrer Stimme viel erreicht.

Kaffe und Kuchen
26.11.2009 14:27
Während die Banken

weiter abcashen wollen und mit Steuergeldern gefüttert werden möchten, ohne bereit zu sein sich an Regeln zu halten, soll in allen anderen Bereichen Geld eingespart werden. Das Wohl der Menschen muss wieder Vorrang vor dem Wohl von Konzernen und Banken haben. Fangen wir bei der Hilfe für die Schwächsten der Gesellschaft an:

http://www.agenda2020.at/a20_migulist/

bitte mitmachen und Weitersagen

PS: mittlerweile haben über 6500 Menschen unterzeichnet und es werden stetig mehr!

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