Numerus Clausus

Westerwelle lehnt Ausgleichszahlungen ab

25. November 2009 16:21

Frage kann nur auf EU-Ebene im Rahmen des Bologna-Prozesses diskutiert werden

Wien - Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat der Idee von Ausgleichszahlungen für deutsche Studenten, die an österreichischen Universitäten studieren, eine Absage erteilt. Diese Frage könne nicht bilateral diskutiert werden, sondern sei auf EU-Ebene im Rahmen des Bologna-Prozesses zu besprechen, sagte Westerwelle am Mittwoch in einer Pressekonferenz mit Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) in Wien.

Die Freizügigkeit im Bereich Bildung und Ausbildung sei ein Grundprinzip der EU, er halte es für eine Errungenschaft der EU, dass junge Menschen reisen und zueinander finden können. Die neue Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werde in Deutschland 12 Milliarden Euro zusätzlich für Bildung und Ausbildung aufwenden, merkte Westerwelle an. Der deutsche Außenminister gab zu bedenken, dass nicht nur deutsche Studenten in Österreich, sondern auch österreichische Studenten in Deutschland studierten. Einer Journalistenfrage, ob man seine Äußerungen so verstehen könne, dass Ausgleichszahlungen für Deutschland nicht in Frage kämen, antwortete der FDP-Politiker ironisch, dass es eine journalistische Aufgabe sei, die Äußerungen von Politikern zu interpretieren. Er wolle den Journalisten nicht ihren Job wegnehmen.

Im Zuge der Studentenproteste haben sich in den vergangenen Tagen Bundeskanzler Werner Faymann und Unterrichtsministerin Claudia Schmied (beide SPÖ) für solche Ausgleichszahlungen ausgesprochen, Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) war dagegen. (APA)

 

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24 Postings
nunja
26.11.2009 11:31

vor zwanzig jahren schon waren die hörsäle überfüllt - und da gabs weit und breit noch keine bundesdeutschen mitstudenten....warum also sollen ausgleichszahlungen das problem lösen? mittlerweile lehre ich und muss leider sagen, bei manchen studenten wär ich froh, gäbs sowas wie eignungstests.... (siehe angewandte und bildende)

posaunist
05.12.2009 09:10
wie wärs mit eignungstest für höhere schulen?

de facto kriegt heut jeder, der es bis in eine oberstufenschule schafft, eine matura!

Die Seifenblase
26.11.2009 11:12
selbst ich als besetzerin bin der meinung,

dass man über diese ausgleichszahlungen durchaus keine schlechte idee sind. die last sollen aber nicht die studentInnen tragen, sondern deutschland.
wenn man sich den größenunterschied zwischen österreich und deutschland anschaut, sind diese zahlungen notwendig ... und sollten dem deutschen staat auch nicht sehr weh tun.

120 Jahre Karl Schranz
26.11.2009 01:42
wie hat man sich das denn gedacht? dass westerwelle mit einem sack voll in schwechat aussteigt und ihn sofort am schottentor ablädt?!

als würde das so funktionieren. so eine initiative muss auf europäischer ebene erfolgen. dafür sucht man sich erstmal zwei bis drei verbündete aus dem mittelbau, denen es ähnlich geht. dann könnte man ja mal - vorsicht, revolutionärer gedanke! - informell in berlin anfragen und so dafür sorgen, dass die deutschen so etwas mal nicht zuerst über die krone erfahren. dann sucht man unterstützung im apperat der EU, und vor allem macht man sich gedanken über mögliche gegengeschäfte (was haben z.b. die deutschen davon, wie könnte man es den franzosen schmackhaft machen?) usw.
unsere politik ist einfach ein dilletantischer haufen.

loundy
 
26.11.2009 00:52
äh... ja... danke liebe övp-wähler für hahn, die rechnung bekommt wir alle dann wenn keiner unsere pensionen erwirtschaften kann...


ein wissenschaftsminister der lieber das uni-angebot kürzt und weniger studierende haben will als über ausgleichszahlungen zu verhandeln...

gerade wenn man sich den grössenunterschied zwischen deutschland und österreich ansieht weiss man dass selbst ausgleichszahlungen die deutschland kaum wehtun würden bei uns die bildungsinvestitionen vervielfachen könnten...

aber hey, was für eine welt würden wir denn erschaffen wenn in bildung investiert würde, da würden ja am schluss sogar nicht-akademiker akademiker zeugen... brrrrrr...

bildung muss geburtsrecht bleiben.
darum övp.

Ein pietätloses Posting
25.11.2009 23:56

Er wird sofort ja schreien wenn sogar unser eigener Wissenschaftsminister dagegen ist. Solch Verhandlungsgeschick wie es der Herr Hahn an den Tag legt wird eben sofort belohnt.

schweinebucht
26.11.2009 18:18

was wird uns dieser kommissar noch einbrocken?

Agena
25.11.2009 23:05

Hat Westerwelle überhaupt maturiert??
Wer hat diese üble teutsche Koalition eigentlich gewählt??
Numerus Klausus gilt an Teutschen Unis für ÖSis, wieso nicht auch für den Teutschen Studenten auf Bildungsurlaub. Numerusklaususflüchtlinge.
90% des Personals im Unirat sind Teutsche, damit mitverantwortlich in der Uni Wien für die katastrophalen Platzprobleme und Mängel,die noch nie so gravierend waren.
Am Bildungsabbau verdienen, indem sie an der Uni Wien arbeiten??Ist hier ist alles gratis für Teutsche und umgekehrt nicht???(wie mir eine Teutsche ihren Eindruck von Ö erklärte.)

Die Marslady
25.11.2009 21:24
Herr Westerwelle geht nicht von der Realität aus

Es ist doch ein klares Faktum,
dass im Vergleich die UNI's des kleinen Österreichs (8 Millionen EinwohnerInnen) wesentlich mehr deutsche StudentenInnen aufnehmen muss als umgekehrt das zehnmal so grosse Deutschland mit 80 Millionen EinwohnernInnen an im Vergleich verschwindend geringen österr.StudentenInnen aufnimmt.
Hier fehlt Herrn Westerwelle eindeutig das logische Verständnis.
Natürlich ist Österreich ein gastfreundliches Land, auch in Sachen GaststudentenInnen. Aber bitte keine Überflutungen unserer österr.UNI's, denn die sind wirklich nicht auf diese Massenflucht deutscher StudentenInnen eingerichtet.
Die österr.UNI's sind eindeutig auf die Klein-Strukturen eines 8 Millionen EW Landes ausgelegt.
Auch in finanzieller Hinsicht.

Ich B. Sisyphos
 
25.11.2009 23:08

Wenn Deutschland seine Probleme beseitigt, werden auch Ausgleichzahlungen hinfällig.

Es muss aber klar sein, dass sich Österreich auf diese Art und Weise nicht ihre Hochschulpolitik aus Deutschland diktieren lassen kann.

Auf das wärs aber rausgelaufen. Die einzige innerhalb der EU-Regelungen mögliche Reaktion auf die restriktive Uni-Politik der Deutschen wäre gewesen, dass Österreich seinen Hochschulzugang für alle genauso restriktiv gestaltet. Und so weit (numerus clausus) gehen bisher nicht mal die schlimmsten Phantasien der Volkspartei.

10% der deutschen Studenten könnten Österreichs Unis komplett auslasten. Dann hätte man nur hoffen können, dass in Deutschland weniger als 10% der Hochschulzugang verwehrt bleibt.

schweinebucht
26.11.2009 18:20
;-)

über die phantasien der Vp möchte ich nicht spekulieren!

WS82
25.11.2009 22:57
Total arrogante und ignorate Haltung von Westerwelle

Natürlich studieren ungefähr 8.000 Öer in Deutschland, aber 17.000 Deutsche in Österreich.
Bezogen auf die Relation von 1:10 müßte es, wenn es gerecht verteilt sein sollte so aussehen:

170.000 Öer in Deutschland und 17.000 Deutsche in Österreich!

Diese Relationen werden überhaupt nicht berücksichtigt!

Ich würde ehrlich gesagt auf das EugH Urteil "pfeiffen" und die alte Regelung von 2005 wieder einführen. Was soll schon passieren, wenn die EU bzw. D die Probleme nicht einsehen, dann geht es eben nicht anders.

Es kann nicht sein, dass ein Land mit 8 Mill. Einwohnern mit seinen Unis überbeansprucht wird, irgendwann hört sich da die Personenfreizügigkeit auf!

Die Marslady
26.11.2009 00:28
Werte/r @WS82 - ganz in meinem Sinne!

Herr Westerwelle tritt in Sachen NC-Flucht der deutschen StudentenInnen in Richtung Österreich ganz ordentlich daneben. Das ist keine nachbarschaftliche Freundlichkeit!
Hier muss Österreich incl. seiner offizieller Repräsentanten schon etwas mehr deutlicher werden. Nur kein indirekter vorauseilender Gehorsam, wie leider in Wien üblich, in Deutschland ist man Klartext gewohnt.
Brüssel sollte auch ein bissl aufwachen und auf EU-UNI Ebene klare, gerechte Lösungen präsentieren.

mandi
25.11.2009 20:12

wo hat man westerwelle eigentlich empfangen??? in einem besenkammerl eines magistrats???
die övp hat ja mit den schwulen so ihre probleme!

Alkolix
25.11.2009 20:10
oh man

"dass es eine journalistische Aufgabe sei, die Äußerungen von Politikern zu interpretieren"

was ist denn das für ein dodel?

Jene Grüne Straßenkatze
25.11.2009 21:54
...

Ein Mensch, der Selbstbewusstsein gegenüber der Presse zeigt.
Ein Mensch, der weiß, dass es zu nichts gutem führt, die Äußerung immer den Dümmsten gemäß zu gestalten.

Zusammen einer der Gründe, warum die deutsche Politik ein so viel höheres Niveau als die österreichische hat.

Alkolix
26.11.2009 10:06

jetzt sind nichtsagende aussagen von politikern ein fall für intelektuelle?

sie beschäftigen sich eindeutig zuviel mit diesem kapserltheater

el ka
25.11.2009 23:47

>warum die deutsche Politik ein so viel höheres
>Niveau als die österreichische hat.

DAS war mein lacher des tages!

IanG
04.12.2009 15:14

naja das das politische niveau in deutschland höher ist als hier würde ich sogar unterstützen, nur heißt das ja nicht dass das niveau hoch ist :D

wireless
25.11.2009 17:46

natürlich sollte das auf eu-ebene besprochen werden! jedes Land zahlt für seine studenten einen gewissen Grundbetrag wenn diese außerhalb des eigenen landes studieren müssen (möchten ist hier wohl die falsche wortwahl)!

erfahrungswerte gibts im norden europas bezüglich eines solchen systems auch schon!

Larvatus prodeo
 
25.11.2009 16:33

Es gibt von der EU initiierte und vertraglich vereinbarte Schwerpunkte bei der Studierenden-Mobilität wie ERASMUS oder jetzt ERASMUS MUNDUS. Wozu man Schwerpunktprogramme macht, wenn nachher ein exzessiver Dienstleistungsexport (Ausbildung ausländischer Studierender) in Form eines offenen Zuganges über die Landesgrenzen (nicht nur in D und Ö) hinweg 'erzwungen' wird - auch von Seiten des EUGH - , das weiß kein Mensch.

Dies ist ein klassischer Fall von Politikineffizienz.
Und die österr. Politik setzt noch eins drauf und möchte gern Ausgleichszahlungen! Ich kenn nur keine Steigerungsform für 'Politikineffizienz'.
Somit hat Westerwelle Recht: Es muss auf EU-Ebene besprochen werden.
Meiner Meinung nach: Aber flott!

schweinebucht
26.11.2009 18:27

Die entscheidungen des EUGH werden in Ö doch ohnehin nur akzeptiert, wenn's ins konzept passt, also wählerstimmen bringt. Siehe kruzuifix-debatte!

lessismore
25.11.2009 16:25

Ungerechtfertigte Bereicherung, anyone?

Fanny Frey
25.11.2009 16:24
Die zahlen nicht für unsere Krise.

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