Alkohol-Abstinenz als Gesundheitsrisiko

25. November 2009, 18:42
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    foto: apa/dpa/patrick seeger

    Gesunde Menschen ziehen aus moderatem Alkoholkonsum einen präventiven Nutzen

Alkohol verhelfe Gesunden zu höherer Lebenserwartung und senke das Risiko für Herz- und Gehirnerkrankungen

München - Moderate Alkoholtrinker haben eine höhere Lebenserwartung als strenge Abstinenzler. Das ergeben Dutzende von Studien über den Zusammenhang von Alkoholkonsum und tödlich verlaufenden Herzerkrankungen, wie die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin (GSAAM) auf ihrer Homepage berichtet. Auch die Gesamtsterblichkeit unter Einschluss aller Todesarten, inklusive Krebs, sei deutlich erniedrigt. Damit korrigieren die "Experten für Gesundes Altern" die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Sie hatte im Ernährungsbericht 2008 behauptet: Alkohol hat das größte krebsfördernde Potenzial, und deshalb sollte darauf komplett verzichtet werden. Deshalb erinnert die GSAAM an die Worte von Paracelsus: "Die Dosis macht das Gift". Wohl bei keiner Substanz gelte das so sehr wie beim Alkohol.

Zweifellos richtig sei: Manifest Alkoholkranke oder Suchtgefährdete sollten komplett auf Alkohol verzichten. Wer aber zu dieser Gruppe nicht gehört - und das sind mehr als 90 Prozent der Bevölkerung - habe durch moderaten Alkoholkonsum einen deutlichen gesundheitlichen Nutzen.

Wein als Medizin

Dies gelte insbesondere für den Weinkonsum. Wein blickt auf eine 8.000 Jahre alte Geschichte als eines der ältesten Heilmittel zurück. Mittelalterliche Klöster waren Zentren der Krankenpflege und der Weinproduktion. Die verheerenden Folgen der Alkoholdestillation raubten dem Wein dann seine medizinische Bedeutung.

Ein Umdenken leitete das "Französische Paradoxon" ein: In Frankreich ist trotz fettreicher Ernährung die Rate tödlicher Herzerkrankungen wesentlich niedriger als in den USA. Besonders Rotwein liefert günstige Effekte. Er enthält spezielle Phytostoffe aus den Schalen und Kernen. Wichtigste Substanz ist das Resveratrol.

Geringeres Risiko für Herz- und Gehirnerkrankungen

Bei einem täglichen Alkoholkonsum von rund 30 bis 50 Gramm - das entspricht etwa zwei Gläsern Wein - liege das Risiko für tödlich verlaufende Herzerkrankungen gegenüber den Abstinenzlern um etwa 50 Prozent niedriger. Wein-Polyphenole verbessern die Durchblutung, bekämpfen aggressive Sauerstoffmoleküle, schützen vor der Oxidation des LDL-Cholesterins und vor chronisch entzündlichen Prozessen, auch im Gehirn. Das verringere nicht nur das Risiko für Herzinfarkt sondern auch für die Alzheimer Demenz.

Die Rotterdamer Alzheimer Studie, mit rund 8.000 Teilnehmern - die größte prospektive Studie zum Thema Alzheimer  konnte zeigen, dass ein bis drei Gläser Wein das Demenzrisiko um mehr als die Hälfte reduzierte. Moderater Alkoholkonsum schützt also scheinbar nicht nur das Herz sondern auch das Hirn. (red)

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Marie Luxemburg
00
16.3.2010, 16:06

und nächstes jahr behaupten die forscher wieder das gegenteil usw. usf., ohne natürlich irgendeine verantwortung zu übernehmen

Galgenvogel
00
6.12.2009, 03:32

woher kommen die aussagem mancher user hier, dass im bier auch "etwas" sei, oder bier ähnliche wirkungen wie wein habe?

h 90
00
13.6.2010, 09:32

Da gabs mal eine Studie dazu.
Allerdings war der Auftraggeber die Brau AG

Galgenvogel
00
6.12.2009, 15:23

also im oberen Artikel steht nur was von Wein, auch in sonstigen Artikeln die ich gelesen habe, steht meist Rotwein. Haben Sie da andere Quellen? Und Vitamin B alleine verlängert sicher keine Leben.

Dagmar Rehak
 
04
6.12.2009, 03:47

Daher, dass in zahlreichen Studien wider Erwarten festgestellt wurde, dass es der Alkohol ist, der uns gut tut, nicht irgendwelche ominösen elitären Inhaltsstoffe, die es nur in gaaanz gaaanz teurem Wein gibt.
In Bier ist übrigens um Eckhäuser mehr Vitamin B als in Wein.

Aber wie auch immer: Saufen macht glücklich.

Plabutsch
00
5.12.2009, 23:01
Was für eine Neuigkeit

Solche Studien über positive gesundheitliche Wirkung von (regel)mäßigem Alkoholgenuss wurden schon vor 40 Jahren an der Med-Uni berichtet.

presonic
00
4.12.2009, 17:12

Der amerikanische Präventivmediziner und Universitätsprofessor Curtis Ellison ging sogar noch weiter: „Alkoholabstinenz sollte in den Katalog der bekannten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfälle aufgenommen werden.“

birka
00
3.12.2009, 18:40

Die nicht-alkoholischen Bestandteile des Rotweins sind gesund, deswegen soll man viel Alkohol trinken?

Dagmar Rehak
 
00
4.12.2009, 00:04

Gibt es dazu schon eine Studie, wo die gesundheitlichen Effekte von Wein und Traubensaft verglichen wurden?
Vielleicht spielt der Alkohol ja doch eine Rolle, zB wegen der Löslichkeit.

h 90
00
13.6.2010, 09:35

wer will schon jeden Tag Traubensaft trinken.....
Das tut sich ausser ein paar Oekos keiner an.

presonic
02
4.12.2009, 17:03

auch bier hilft. genau wie weißwein. es ist also definitiv der alkohol.

birka
00
4.12.2009, 10:08

Ob es epidemiologische Studien über den Traubensaft gibt weiß ich nicht, wahrscheinlich ist dafür der Traubensaft-Konsum in den meisten Bevölkerungen zu gering.

Der erstbeste Review-Artikel im Pubmed sagt zb:
"In the absence of more rigorous evidence, it is not currently possible to define the role of wine in human health"
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18727003

Die "GSAAM" bzw der Standard ignorieren hier Effekte wie Confounder u. dgl.

karlFranz
00
1.12.2009, 09:34
... insbesondere für den Weinkonsum

... doch wohl noch eher für den mäßigen Bierkonsum!

Hermann T. M
 
00
30.11.2009, 11:08
Alkoholindustrie in Panik

Die Kreise der Alkoholindustrie verfallen offensichtlich in Panikstimmung, seit die WHO in die Endphase der Diskussion um eine Alkohol-Strategie eintritt, die EU unter schwedischer Präsidentschaft das Alkoholproblem prioritär behandelt und gerade wieder eine Studie beweist, dass die angeblich verbesserte Denkleistung im Alter bei mässigem Alkoholkonsum ins Märchenreich gehört, weil der Alkohol dabei gar keine Rolle spielt. Diese Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin entlarvt sich selber als Werkzeug der Alkoholindustrie. Nur werden wieder Zeitungen wie Bild solchen Unsinn genüsslich kolportieren und ihre Leserschaft für dumm verkaufen.
Erfreulich finde ich, dass die Kommentare hier ziemlich kritisch ausfallen

karlFranz
01
29.11.2009, 17:03
In vino veritas,

im Bier ist auch etwas.

Tronje
00
29.11.2009, 16:08

Hmm, schauen Sie sich mal das Studiendesign an. Als Abstinenzler werden im gesunden Kollektiv auch ehemalige Alkoholiker genommen, die ja jetzt abstinenz sind;) Perfektes Beispiel, wie man Daten so verkehrt darstellen kann.

presonic
10
4.12.2009, 17:04

im kollektiv: ja, in den studien: nein.
logischerweise hat man ehemalige alkoholiker ausgeschlossen.

Dr. Seltsam
 
00
29.11.2009, 11:25
Ganz meine Devise!

Alkohol in Maßen genossen kann auch in großen Mengen nicht schaden!

Speedle
00
28.11.2009, 08:08

Geht es jetzt um Alkohol oder um Rotwein?

presonic
10
4.12.2009, 17:04

um alkohol.

Lorelei Sonnenschein
21
27.11.2009, 16:45
2 - 3 Gläschen pro Tag

...ist meiner Meinung nach, gar ein bissi viel, oder??

Ist vielleicht gut fürs Gehirn, kann mir aber vorstellen, dass das für die Leber eher weniger gut ist...

Also mit 2-3 Gläschen Rotwein pro Tag in der Figur, ist bei mir mix mehr mit gerade gehen und schauen...die Laune wäre aber sicher sehr gut beim schielen u. torkeln! :-)

Steckt die Weinindustrie vielleicht auch in der Krise?

Lorelei Sonnenschein
01
30.11.2009, 18:24
..das rote Stricherl

...ist sicher von einem Weinbauer :-)

Michl52
01
29.11.2009, 01:47

für Frauen reicht 1 Glas weniger.
Paracelsus hatte schon recht: die Dosis macht das Gift.

Sunflare
20
29.11.2009, 21:38

...und die Droge bestimmt die Dosis.

internetsüchtlerin
00
28.11.2009, 20:17

mir gehts ähnlich - vertrag auch nix...

also mit 3 gläsern rotwein wirds bei mir scho bissel schwummrig

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