Reds verpassen Achtelfinale, da Florenz sich gegen Lyon die notwendigen Punkte sicherte - Barcelona schickte fades Inter mit 2:0 nach Hause
Barcelona - Das befürchtete Aus in der Gruppenphase der Champions League setzte es am Dienstag für Liverpool
und den nun schwer angeschlagenen Trainer Rafa Benitez. Die
krisengeschüttelten Reds gewannen gegen den ungarischen Neuling Debrecen nach einem Tor von David Ngog (4.)
zwar völlig verdient 1:0, die bereits für das Achtelfinale
qualifizierte Elf von Olympique Lyon leistete aber nicht die notwendige
Schützenhilfe.
Da die Franzosen Fiorentina 0:1 unterlagen, sind
auch die Italiener nicht mehr aus den Aufstiegsrängen zu verdrängen. Juan
Vargas (28.) erzielte in Florenz per Elfmeter den entscheidenden
Treffer für das bessere Team. In Gruppe E sind damit alle Entscheidungen gefallen:
der neue Spitzenreiter Fiorentina sowie Lyon sind durch, Liverpool steigt in die
Europa League um.
"Wir können es nicht ändern, wir sind raus", sagte Benitez. Und er
klagte über zu viel Verletzungspech und späte Tore. "Wir müssen jetzt
an uns glauben", so der Spanier weiter. Ob die Verantwortlichen bei
Liverpool noch an ihn glauben, wird man sehen müssen. "Das hat für Rafa
überhaupt keine Konsequenzen", betonte Geschäftsführer Christian
Purslow eindringlich. Laut englischen Medienberichten auch deshalb,
weil Benitez seinen Vertrag erst im März bis 2014 verlängert hatte.
Eine Vertragsauflösung würde dem hoch verschuldeten Klub Millionen
kosten.
Wieder voll auf Kurs in Richtung Achtelfinale ist der FC Barcelona. Der Titelverteidiger schlug Inter Mailand im heimischen Camp
Nou glatt mit 2:0. Dabei waren die Vorzeichen nicht günstig. Mit den angeschlagenen
Lionel Messi und Zlatan Ibrahimovic musste Trainer Pep Guardiola
seine beiden Offensivstars vorgeben. Trotzdem machten die Katalanen
gegen die bis dato ungeschlagene Elf von Jose
Mourinho bereits in der ersten halben Stunde alles klar.
Nach einem Eckball samt Kopfballverlängerung von Thierry Henry
(100. Bewerbspiel für Barca) erzielte Verteidiger Gerard Pique (10.)
die frühe Führung. Messi-Ersatzmann Pedro Rodriguez (26.) baute eine Viertelstunde später nach Vorarbeit von Xavi und Dani Alves den Vorsprung aus. Inter präsentierte sich dagegen harmlos und phlegmatisch, in der
ersten halben Stunde brachte der italienische Meister keinen einzigen Torschuss zustande.
Barcelona blieb auch nach Seitenwechsel ungefährdet und ließ auf
dem Weg zum erst vierten Erfolg in den jüngsten acht
Champions-League-Heimpartien Ball und Gegner laufen. Nachdem sich
Rubin Kasan und Dynamo Kiew in einer schwachen Partie mit einem
torlosen Remis getrennt hatten, bleibt die Ausgangslage in Gruppe F vor
dem letzten Spieltag am 9. Dezember völlig offen. Derzeit liegt
Barcelona mit acht Punkten voran, auf den Plätzen folgen Inter (6),
Kasan (6) und Kiew (5). Die Katalanen treten noch in der Ukraine an
und könnten sich dort sogar eine Niederlage mit einem Tor Differenz
leisten, Inter empfängt die Kasan.
"Was soll man
über solch ein Spiel sagen? Das bessere Team hat gewonnen", meinte Inters Jose Mourinho. "Wir sind weit weg von der individuellen
Klasse von Barcelona", gab der Portugiese offen zu. "Man kann zwar
nicht sagen, dass wir nicht gewinnen würden, wenn wir wieder auf
Barcelona treffen. Aber als Team ist Barcelona besser als wir."
Der VfB Stuttgart blieb in Gruppe G dank eines doch überraschend klaren
2:0 auswärts gegen die Glasgow Rangers im Rennen. Die weiter
drittplatzierten Schwaben empfangen den Zweiten Unirea Urziceni am 9.
Dezember zum Endspiel um den Aufstieg. Rumäniens Meister fügte dem
zuvor souveränen und bereits qualifizierten Spitzenreiter FC Sevilla
dank eines sehenswerten Eigentors von Dragutinovic (45.) die erste
Niederlage zu. Die Spanier waren zwar klar feldüberlegen, zeichneten sich aber auch durch mangelnde Chancenauswertung aus.
Arsenal setzte in Gruppe H hingegen seinen Lauf fort. Die weiter
ungeschlagenen Gunners machten mit einem 2:0 gegen Standard Lüttich
den vierten Sieg im fünften Spiel perfekt und stehen im Achtelfinale. Samir Nasri (35.) und Denilson (45.) münzten beim
möglicherweise letzten internationalen Auftritt des Tiroler Referees
Konrad Plautz die klare Feldüberlegenheit von Arsenal auch in Tore
um. Olympiakos Piräus hat nach einem 0:0 in Alkmaar beste Chancen auf Platz zwei hinter den Londonern. (APA/red)