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24.11.2009 18:46

Erderwärmung stärker als erwartet
Experten: Temperaturanstieg um durchschnittlich sieben Grad droht - CO2-Reduktion sollte spätestens 2020 beginnen - 2 Fotos

Im Vorfeld der Kopenhagener Klimakonferenz fordern Wissenschafter rasches Handeln gegen den Klimawandel. Das Zeitfenster, in dem die Emissionen zurückgefahren werden müssen, beträgt nur mehr bis zu zehn Jahre. 

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"Der Spielraum ist so gut wie ausgeschöpft" - auf diesen Nenner brachte der Innsbrucker Glaziologe Georg Kaser den vom Menschen verursachten Klimawandel. Zusammen mit 25 anderen Wissenschaftern, die wie er an früheren Berichten des Weltklimarates IPCC mitgearbeitet haben, fordert er von den Politikern bei der kommenden Klimakonferenz in Kopenhagen eine schnelle und deutliche Aktion: Um die Erderwärmung halbwegs im Zaum zu halten, müssen die globalen Emissionen in spätestens fünf bis zehn Jahren ihren Gipfel überschritten haben und dürfen anschließend nur mehr abnehmen.

Nur mit einer raschen Aktion kann das Ziel erreicht werden, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, so die Autoren in ihrer Studie, die sie in Anbetracht der kommenden Klimakonferenz "Copenhagen Diagnosis" genannt haben. Darin haben sie neue Beobachtungen und Erkenntnisse beschrieben, die im letzten Sachstandsbericht des IPCC aus dem Jahr 2007 noch nicht inkludiert waren. Diese Zwei-Grad-Grenze ist insofern wichtig, als die Klimaforscher davon ausgehen, dass eine darüber hinausgehende Erwärmung unbeherrschbare Probleme - Meeresanstieg, Überflutungen, Stürme - mit sich brächte. Das absolute Maximum an Treibhausgas-Emissionen sollte jedenfalls vor 2020 erreicht sein, erklärt Kaser. Und je später der Umstieg auf treibhausgasfreie, alternative Energien durchgeführt wird, desto schneller muss die Zurücknahme des Treibhausgasausstoßes danach stattfinden. Aufgrund der Höhe der Treibhausgas-Konzentration und der Langlebigkeit der Treibhausgase in der Atmosphäre müssen Kohlendioxid-Emissionen noch in diesem Jahrhundert fast auf null gesenkt werden (siehe Grafik).

Die Kernaussagen der Studie gehen über die schlechtesten Klima-Prognosen früherer IPCC-Berichte (also die Prognosen, wo ungebremste Nutzung fossiler Energien auf ungebremstes Wirtschaftswachstum samt steigender Weltbevölkerung stoßen) weit hinaus, erläuterte Kaser. Da in den letzten Jahren keinen nennenswerten Korrekturen beim Energieverbrauch einsetzten, stieg auch die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre auf einen neuen Rekordwert.

Ohne deutliche Verminderung der Emissionen könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um bis zu sieben Grad Celsius ansteigen. Dies wäre ein Szenario, das die schlimmsten Berechnungen des IPCC noch übertreffen würde. Seit dem Jahr 1900 wird eine Zunahme von einem Grad Celsius auf das Konto anthropogener, also menschlicher Gründe zurückgeführt.

Die Kernaussagen der Studie:

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