Eine Kombination von Stethoskop und Bauchgurt, ausgestattet mit intelligenter Elektronik, kann die Behandlungschancen bei Risikogeburten verbessern
in großes Problem sind in Indien Komplikationen bei der Geburt. Jedes Jahr werden 30 Millionen Babys geboren, von denen 30 Prozent - täglich etwa 27 000 - zu den Risikogeburten zählen. Es wäre notwendig, dass die Diagnose von derartigen Risikogeburten so früh wie möglich erfolgt und damit eine erfolgreiche Behandlung möglich wird.
Derzeit arbeitet Siemens in Indien an einem neuen Gerät, das diese Funktion übernehmen könnte. Entscheidend ist, dass es sich um eine effektive und preiswerte Technologie handelt, denn das Budget für Gesundheit in Indien ist knapp. Bisher haben fast 85 Prozent der Bevölkerung keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Regierung arbeitet an einer Verbesserung dieser Situation und will das Budget für das Gesundheitswesen auf etwa zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts mehr als verdoppeln. Mit den dann zur Verfügung stehenden 20 Mrd. $ soll die maximale Wirkung zu erzielt werden.
Komplikationen vermeiden
Die Überwachung der Geburt könnte mit einer moderne Variante eines Stethoskops erfolgen - digital und ausgestattet mit moderner Sensorik - das mit in Indien entwickelten Algorithmen arbeitet. Das kostengünstige Gerät unterscheidet und registriert den Herzschlag von Mutter und Kind. In Kombination mit einem Bauchgurt, einem Funkmodul, einem akustischen Sensor und einem Schwingungssensor, der Muskelkontraktionen aufnimmt, lässt sich damit das Kind in Geburtsstationen kontinuierlich überwachen. Endet etwa eine Wehe, muss sich der Herzschlag des Fötus wieder normalisieren. Ist dies nicht der Fall, könnte es Komplikationen geben. Dann löst das Gerät einen Alarm aus, der einen Arzt verständigt.