"Alkolocks"

Bures für Pilotprojekt in Österreich

24. November 2009, 11:37
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    foto: apa/dräger

    Bei "Alkolocks" handelt es sich um ins Auto eingebaute Testgeräte, die verhindern, dass ein Fahrzeug von einem alkoholisierten Lenker in Betrieb genommen werden kann.

Verkehrsministerium steht Vorschlag von KfV-Direktor aufgeschlossen gegenüber - Sprecherin: Rahmenbedingungen werden geprüft - Reaktionen eher skeptisch

Die Einführung von sogenannten "Alkolocks" hat der Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), Othmar Thann, am Dienstag im ORF-Ö1-Morgenjournal vorgeschlagen. Dabei handelt es sich um ins Auto eingebaute Testgeräte, die verhindern, dass ein Fahrzeug von einem alkoholisierten Lenker in Betrieb genommen werden kann. Dieser Vorschlag wurde auch im Verkehrsministerium aufgeschlossen aufgenommen. Man könne sich die Einführung eines Pilotprojekts vorstellen, sagte die Sprecherin von Verkehrsministerin Doris Bures, Susanna Enk.

In erster Linie sei die Eigenverantwortung der Lenker gefordert, so Enk. Nicht zuletzt deshalb habe man auch die jüngste Verkehrssicherheitskampagne gegen Alkohol am Steuer gestartet. Darüber hinaus kann man sich aber die Einführung eines Pilotprojekts in Österreich vorstellen. In Schweden beispielsweise gebe es Regelungen in dieser Hinsicht schon seit geraumer Zeit. Pilotprojekte gibt es unter anderem bereits in Spanien und Belgien.

Rahmenbedingungen werden geprüft

"Wir sind gerade dabei die Rahmenbedingungen für ein Pilotprojekt zu prüfen", sagte Enk. Dabei geht es einerseits um die Kosten, andererseits darum, wer in dieses Projekt fallen könnte - "für wen ist es sinnvoll?", wie es die Sprecherin formulierte. Gedacht ist in erster Linie an Risikolenker und Berufskraftfahrer. Enk zufolge könnte der "Alkolock" beispielsweise als Teil einer Langzeittherapie für Rückfall-Alkolenker eingesetzt werden.

Die Daten jedenfalls würden für die Verwendung des Alkolocks sprechen. Laut der Bures-Sprecherin weist das Material aus dem EU-Projekt "Supreme" ein um die Hälfte geringeres Risiko für Unfälle mit Verletzungsfolgen aus, wenn diese Geräte im Einsatz sind. Die Rückfallquote bei Alkolenkern würde gar um 40 bis 95 Prozent dadurch verringert.

Thann zufolge gibt es in Kalifornien, Australien und skandinavischen Ländern Versuche. Er kann sich ebenfalls vorstellen, dass auch mit österreichischen Bedingungen solche Feldversuche durchgeführt werden könnten. Allerdings meinte der KfV-Direktor, dass ein derartiges System in zwei, drei Jahren ausgereift ist und dann umgesetzt werden könnte. 

Verkehrspsychologe Bartl: Kein Lerneffekt für die Alkolenker

Zumeist skeptische Reaktionen hat er Vorstoß von Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) und Verkehrsministerin Doris Bures ausgelöst, die sich für sogenannte "Alkolocks" zumindest als Modellversuch ausgesprochen haben. Gregor Bartl, Verkehrspsychologe und Geschäftsführer von "alles-führerschein.at", wies darauf hin, dass die Systeme einerseits auszutricksen seien und auch langfristig keinen Lerneffekt für Alkolenker hätten. Der ARBÖ und der ÖAMTC plädierten dafür abzuwarten, was die im September verschärften Strafen bringen.

Bartl erklärte in einer Aussendung, dass man "Alkolocks" durch verschiedene technische Tricks umgehen könne. Oder man lasse einfach jemand anderen blasen, so der Verkehrspsychologe, der sich auf Ergebnisse mehrerer Studien berief. Der Einbau sei extrem teuer. "Daher setzen sich diese Systeme in Europa nur in Schweden durch, da dort sehr lange Distanzen zu fahren sind und das Auto nicht durch öffentliche Verkehrsmittel ersetzt werden kann", so der Verkehrspsychologe.

Weiters würden die Studien zeigen, dass durch diese Systeme die Trinkgewohnheiten nicht verändert werden. Die erhöhten Leberwerte würden auch während der Zeit, in der das System eingebaut ist, unverändert hoch bleiben. Dadurch werde erklärt, dass die Rückfallquoten anschließend wieder genauso steigen wie bei Kontrollgruppen ohne "Alkolock"-Systemen.

Dem gegenüber berief sich das Unternehmen Dräger, einer der Hersteller von "Alkolock"-Geräten, auf eine Studie der finnischen Verkehrsregisterbehörde (AKE), wonach durch solche Geräte seit der Einführung zum 1. Juli 2005 bereits rund 10.000 Alkoholfahrten in Finnland vermieden werden konnten. Das wären etwa sechs bis sieben pro Tag. In den USA sind laut Dräger bereits 180.000 derartige Geräte von verschiedenen Herstellern im Einsatz.

ARBÖ und ÖAMTC: Abwarten, was höhere Strafen bringen

Skeptisches kam auch vom ARBÖ: "Zuerst einmal schauen, was das neue Verkehrssicherheitspaket bringt, bevor man mit neuen Maßnahmen experimentiert", so der Autofahrerclub in einer Aussendung. Die Diskussion über "Alkolocks" sei verfrüht, zumal bei diesen technischen Hilfsmitteln viele Fragen offen seien. Die Wirkung sei unter Experten nicht unumstritten. Die technische Zuverlässigkeit sei ist nicht eindeutig geklärt, etwa ob die Geräte durch Beifahrer ausgetrickst werden könnten. Auch viele rechtliche Fragen bleiben laut ARBÖ offen. Schließlich stelle sich die Frage: "Wie käme die übergroße Mehrheit nichtalkoholisierter Lenker dazu, sich für teures Geld solche Geräte aufzwingen zu lassen", so der ARBÖ.

Ähnlich äußerte sich der ÖAMTC: "Es bleibt jetzt einmal abzuwarten, wie diese Maßnahmen greifen", so der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung, Mario Rohracher. Zündsperren wie "Alkolocks" könnten eine Option sein, "wiederholt auffällige Alkolenker zusätzlich zu sanktionieren". Das allein werde aber keinesfalls reichen, meinte Rohracher. "Gerade bei Hochrisikolenkern braucht es einen Maßnahmenmix aus medizinischer und psychologischer Betreuung." Ein Pilotprojekt, wie vom Verkehrsministerium vorgeschlagen bezeichnete der ÖAMTC-Experte als "diskussionswürdig". (APA)

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Sand
00
16.12.2009, 10:48
?Que?

"Alkolocks" - Bures für Pilotprojekt in Österreich.
Ungefähr so gscheit wie "Weniger CO2-Ausstoss" - Pilotprojekt in Österreich.

Nr.3645
00
5.12.2009, 21:12
höhere strafen+ mehr kontrollen

und gut ists.

Henry Flower
00
3.12.2009, 10:52
einfacher und billiger wäre

ein gerät mit anzeige, aber ohne sperre.

dann könnte man ruhig jedes alkodelikt mit scheinentzug bestrafen, weil man problemlos davon ausgehen könnte, dass die übertretung wissentlich gesetzt wurde.

mit einer sicheren speicherung der daten für, sagen wir, immer die letzte woche, könnte diese daten bei unfallerhebungen zugezogen werden UND sie würden auch bei einem gewissen anteil der tödlichen einzelunfälle die alkfrage klären, ohne alkproben von leichen notwendig zu machen.

in massen produziert, wären die geräte nicht teuer.

t-bonesteak
00
25.11.2009, 15:24
das halte ich für vernünftig

gibt es doch auch schon für lkws - zumindest in skandinavischen ländern - wenn ich mich nicht irre.

auch wenn es vielleicht ein paar hirnis gibt, die nüchtern für ihren besoffenen kumpel die kiste anstarten

Entropix
01
25.11.2009, 12:49
plädiere für

ein Pilotprojekt im Parlament.

Kaiser Schmarren
00
25.11.2009, 12:22
warum nicht gleich richtig?

auf führerscheinkarten werden auf einem chip lokal diverse verkehrsdelikte gespeichert und ist zum starten des kfz zwingend notwendig (kann ggf auch gleich den schlüssel ersetzen). wenn man schon einträge wegen betrunken fahren hat, springt das auto - sagen wir mal - für 2 monate nicht an. ist man wegen rasen oder dränglerei eingetragen, geht das auto maximal 120 kmh, etc...

eben so wie bei "5th element" nur eben nicht online und echtzeit ;)

Nr.3645
00
5.12.2009, 21:14
eeeextreeem praktisch

bei autos die von mehr als einer person benutzt werden.

achja und blankoführerscheine gibts dann bei ebäh usw...

anstatt immer mehr in irgendwelche überzogene technik zu investieren währen mehr kontrollen und mehr problembewusstsein vorzuziehen.

alk am steuer ist immer noch halb so schlimm. und gestern binni jo sicher ham kommen...oder so.

Baerald
01
25.11.2009, 11:38
Hmmm... Noch nicht ganz ausgereift, wie mir scheint.

Was ist, wenn ich einen nüchternen Kollegen reinblasen lass, damit ich das Vehikl anstarten kann?
Was ist, wenn ich den Motor nicht abstell und sauf - oder mir während der Fahrt bissi was reinkipp?

Sand
00
25.11.2009, 11:25
nur in Schweden .. da dort sehr lange Distanzen .. lol

dort ist heute fast jeder Autobus mit Alkolock versehen. Sogar (!) im Stadtverkehr, vonwegen lange Distanzen.
Gilt im Großen und Ganzen auch für Taxen und Spediteure.
Für Taxi und Bus zum Schülertransport ist Alkolock seit Jahren obligat. Wieso sollen auf der Strasse saloppere Regeln gelten als auf der Schiene? Der Lokführer bekommt den Lok-Schlüssel ja auch nur nach Alkotest-ob. Nicht in Ö, bei ÖBB?
Übrigens, wie viele Teppen gibt es überhaupt, die für einen besoffenen blasen wollen? Und dann noch mitfahren!

Parkschwein
00
25.11.2009, 10:53

was man nicht alles tut um ja nicht mehr polizei auf der straße für kontrollen einstellen zu müssen.

Roter Meerrettich
11
25.11.2009, 10:16
0,0 prom. &

Strafen ab 10.000€ + je 0,1% zusätzlich 2.000€ würde jeden unverbesserlichen vorsetzlichen Verbrecher (und das sind Autofahrer welche sich alkoholisiert ans Steuer setzen) das Fürchten beibringen.

Denn wenn ein Mensch nicht lernfähig ist und dabei andere bis zum Tod gefärdet dann hat das überhaupt nix mit demokratischen Rechten zu tun.

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
14
25.11.2009, 10:09
Alko-Leck

Vieviele Abkassier-Aktionen zu Lasten der Autofahrer lässt man sich denn noch einfallen? Reine Geldbeschaffung! Wer bis jetzt angesoffen gefahren ist, wird's auch weiter tun. Dann bläst halt der Autostaubsauger hinein...

Roter Baron
00
25.11.2009, 09:49
super

wenn der nichteinbau
genauso riogoros verfolgt wird
wie bei den hendioten
kann ja nix mehr schief gehen.


roter baron

raff1
10
25.11.2009, 09:24
"Alkolocks"

und wen wollen die mit Alkohol anlocken?

hans wurst
 
00
25.11.2009, 08:28
Wie wärs mit mehr Verkehrskontrollen?

Rund um die sommerlichen "Feuerwehrfestln" am Land zum Beispiel?

shoemaker
01
24.11.2009, 22:20
KfV

Nach Licht am Tag nun Alkolock - muß jeder bezahlen der ein neues Auto kauft

KTHXBYE
04
24.11.2009, 19:14

Könnte man mal mit Idiot-Locks beginnen?

Roter Baron
00
25.11.2009, 09:50

hUch
dann wären die straßen leer


roter baron

Parkschwein
00
25.11.2009, 10:55

wenn mans fein genug einstellt, gibts erstmal keine politiker mehr.

Zwei Und Vierzig
42
24.11.2009, 18:15
Den Alkolenkern beim ersten Verstoß Führerschein enziehen und Auto enteignen!

Wer so dumm ist, andere Menschen zu gefährden, hat es nicht anders verdient.

chelene chirsch
13
25.11.2009, 09:59

irgendwie vergönne ich ihnen den rausschmiss aus der wohnung, wenn sie mal bei rot über die strasse gehen.

oder gleich überfahren werden mitsamt kostenersatz für die reparatur, warum nicht ?

unlogisch ? wenn ich deswegen bremsen muss gefährden sie wohl mich und andere gleichermassen. strafe muss ja sein, schreiben sie selbst.

benutzername84
00
25.11.2009, 13:06

"irgendwie vergönne ich ihnen den rausschmiss aus der wohnung, wenn sie mal bei rot über die strasse gehen."

Das Auto ist die (bzw. eine) Waffe des Alkolenkers/der Alkolenkerin. Die Wohnung ist wohl kaum die Waffe des Rot-über-die-Straße-Gehers.

"wenn ich deswegen bremsen muss gefährden sie wohl mich und andere gleichermassen."

Grundsätzlich Zustimmung. Aber ein Alkolenker ist meiner Meinung nach dann doch gefährlicher als ein(e) RotlatscherIn.

chelene chirsch
00
25.11.2009, 14:47

machen sie sich nicht lustig, es geht hier um sachwerte. natürlich ist ihre eigentumswohnung als strafmaß passend, wie sonst ?

und zum anderen: wenns pech haben, bremse bspw. ich einen vollen bus aus und provoziere eine massenkarambolage. alleine für diese möglichkeit könnte man sie eigentlich bereits vor betreten der strasse pfänden...


sie sehen: mit ein wenig phantasie kann man die umwelt perfekt schützen - so viel muss ihnen der schutz meiner kinder schon wert sein.

Zwei Und Vierzig
00
25.11.2009, 10:49

Wieviele Menschen sterben im Jahr - wenn Füßgänger bei Rot über die Straße laufen? Und wenn irgendwer stirbt, dann wohl der, der bei Rot drüber läuft - und keine unbeteiligten Personen.

chelene chirsch
01
25.11.2009, 14:50

da bist bei mir gaaaaaaanz an der falschen addresse - ein totalschaden, eine kaputte motorhaube, zwei peitschenschlagsyndrome wegen eines unbekannten rotgehers haben mir gezeigt, wie die uhr tickt.

wenns die rotgeher treffen würde - kein problem, solange straffreiheit und kostenersatz für das auto herausspringt. aber leider bremst man dann doch, und badet dann die dreifachen probleme aus...

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