Einigung

Pensionen steigen um 1,5 Prozent

24. November 2009 13:18
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    Foto: apa/jäger

    Pensionistenvertreter und Regierung einigten sich auf die Pensionsanpassung für 2010.

Regierung und Senioren fixieren Anpassung für 2010 - Einmalzahlung für Niedrigpensionen unter 1300 Euro - Blecha: "Sehr zufriedenstellend"

Wien - In einer letzten nicht einmal 20 Minuten dauernden Verhandlungsrunde haben sich Regierung und Seniorenvertreter am Dienstag auf die Pensionsanpassung für das Jahr 2010 geeinigt. Pensionen bis zu einer Höhe von 2.466 Euro monatlich werden damit um 1,5 Prozent angehoben. Darüber gibt es einen Fixbetrag von 36,99 Euro monatlich. Die Seniorenvertreter konnten sich mit ihrer Forderung nach einer höheren Pensionsanpassung nicht durchsetzen. Lediglich für niedrige Pensionen bis 1.300 Euro wird es eine Einmalzahlung geben.

Für die Einmalzahlung werden laut Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) 35 Mio. Euro zur Verfügung stehen. Die Details müssen allerdings noch geklärt werden, weshalb die Pensionanpassung von der Regierung noch nicht am Dienstag sondern erst später mittels Rundlaufbeschluss abgesegnet wird.

Zufrieden mit der Einigung zeigte sich auch Finanzminister Josef Pröll (ÖVP). Er verwies darauf, dass die nun beschlossene Pensionserhöhung 2010 insgesamt 544 Mio. Euro kosten werde. Damit bleibe man deutlich unter den im Budget eingeplanten Kosten von 608 Mio. Euro (so viel hätte eine Erhöhung um 1,8 Prozent gekostet). Noch teurer wäre laut Pröll die Abgeltung des von den Senioren geforderten "Pensionistenpreisindex" gewesen, der mit 644 Mio. Euro zu Buche geschlagen hätte.

Blecha: "Sehr zufriedenstellendes Ergebnis"

Für die Senioren machte SP-Pensionistenchef Karl Blecha klar, dass er auch weiterhin für die Pensionserhöhung nach dem Pensionistenpreisindex eintreten werden. Dennoch bezeichnete er die Einigung vom Dienstag als "sehr zufriedenstellendes Ergebnis", weil die Einmalzahlung diesen speziell auf Senioren zugeschnittenen Inflationswert zumindest im Bereich der niedrigen Pensionen in etwa abdecken werde. VP-Seniorenbundobmann Andreas Khol bezeichnete das Verhandlungsergebnis als für die niedrigen Pensionen "erträglich", für die mittleren und hohen Pensionen als "bescheiden". Dennoch könne er hinter dieser Einigung stehen, so Khol.

Einmalzahlung für 1,43 Mio. Pensionisten

Die von Regierung und Seniorenvertretern vereinbarte Einmalzahlung soll laut Sozialminister Rudolf Hundstorfer für Personen mit bis zu 1.300 Euro Monatspension ausgezahlt werden. Das bedeutet, dass die dafür vorgesehenen 35 Mio. Euro auf etwa 1,43 Mio. Pensionsbezieher verteilt werden, heißt es seitens des Sozialministeriums. Die Details sollen noch geklärt werden.

Ursprünglich geplant war dem Vernehmen nach, dass Pensionen bis 1.200 Euro monatlich durch die Einmalzahlung um durchschnittlich 0,3 Prozent außertourlich angehoben werden. Zwischen 1.200 und 1.300 Euro sollte es dann eine Ausschleifregelung geben, womit Senioren mit 1.300 Euro Monatspension und darüber keine Einmalzahlung mehr erhalten würden.

Fortschreibung der Deckelung über 2010 hinaus "absolut ein Thema"

Um die vollen 1,5 Prozent angehoben werden 2010 nur Pensionen bis 2.466 Euro monatlich (dies Deckel entspricht 60 Prozent der Höchstbeitragsgrundlage). Laut Hundstorfer haben im Bereich der für Arbeiter und Angestellten ausgezahlten ASVG-Pension nur zwei Prozent der Senioren einen höheren Bezug, bei Beamten sind es allerdings deutlich mehr. Dieser Deckel läuft im kommenden Jahr aus. Wird er nicht durch eine entsprechende Gesetzesänderung verlängert, müssten ab 2011 alle Pensionen um die Inflationsrate angehoben werden. Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) spricht sich allerdings für die Fortschreibung des Deckels über 2010 hinaus aus: "Für mich ist das absolut ein Thema."

Pröll: Für "beide Seiten akzeptabel"

Pröll bezeichnete den Abschluss am Dienstag als für "beide Seiten akzeptabel". Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) betonte, dass die Regierung auch in "schwierigen Zeiten" das einhalte, was sie den Pensionisten versprochen und gesetzlich festgelegt habe. Beide verwiesen darauf, dass die 1,5 Prozent Pensionserhöhung auch mit den aktuellen Lohnabschlüssen vergleichbar sei. Zuletzt hatten etwa die Metall eine Lohnerhöhung von 1,5 Prozent ausverhandelt - jedoch müssen die Metaller im nächsten Jahr ohne Einmalzahlung auskommen. Vor allem für im Unteren Einkommensbereich erzielen die Pensionisten einen höheren Abschluss.

Zumindest den Vergleich mit den Metallarbeitern wies SP-Pensionistenchef Karl Blecha allerdings zurück. Er betonte, dass der Lohnabschluss der Metallindustrie auf den für die Zukunft erwartetet Inflations- und Produktivitätszahlen beruhe, während den Pensionisten die in der Vergangenheit (konkret August 2008 bis Juli 2009) angefallene Inflationsrate abgegolten werde.

BZÖ will einheitliches Pensionsmodell

Unterdessen stellte das BZÖ bei seiner Klubklausur in Bad Erlach bei Wiener Neustadt seine eigenen Vorstellungen eines einheitlichen Pensionssystems vor. Das Modell soll 2011 in Kraft treten, ginge es nach BZÖ-Obmann Josef Bucher.

Bucher kritisierte die derzeitigen Regelungen als zu kompliziert und forderte eine Zusammenführung der Pensionssysteme sowie die Abschaffung der "Privilegienpensionen" - von der Notenbank bis zu den ÖBB. Pensions-, Sozial- und Unfallversicherung solle man zusammenzulegen, das brächte Einsparungen, meinte Bucher. Bis zum Stichtag sollen die Ansprüche im Rucksackprinzip mitgenommen werden.

Transparentes Pensionskonto

Herzstück des BZÖ-Modells sei ein verzinstes, transparentes Pensionskonto: Jeder Anspruchsberechtigte sollte laufend in die Abrechnung Einsicht haben und damit auch seinen - schrittweisen - Übergang in die Pension selbst bestimmen können, sprach sich Bucher für ein Maximum an Flexibilität und Selbstbestimmung des Einzelnen aus. Die heute im Ministerrat beschlossene Pensionserhöhung von 1,5 Prozent bezeichnete der BZÖ-Obmann als gerechtfertigt. (APA)

Kommentar posten
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Heavyweather
18.12.2009 09:39

Mit einer Grundsicherung könnte man gleich alle Mindestpensionen anheben. Im gleichen Schritt aber auch Erhöhungen ausschliessen und hohe Pensionen ordentlich besteuern. Dann braucht keiner mehr zu jammern dass er zu wenig zum leben hat und die mit den hohen Pensionen sollen doch bitte endlich einsehen dass es kein Geld mehr für sie gibt.

Privat7
18.12.2009 21:30

1.) keine Pension Auszahlung darf höher sein als das niedrigste Einkommen einer Vollzeitbeschäftigung, ausgenommen Lehrlinge usw.

2.) eine gemeinsamme Pensionskasse

3.) Pensionsantritt Alter nicht nach Vers. Jahren sondern nach Vers. Stunden (Überstunden,Zuschlag) berechnen

gebe da noch einiges

mstislav raskachlovitsch
25.11.2009 09:46
khol steht nicht mehr im Leben....

....dass vor allem niedrigere Pensionsbezieher auf die Erhöhung angewiesen sind scheint offensichtlich nur der Blecha gecheckt zu haben........Lieber Andreas Khol: zurück ins Leben!

myschkin
25.11.2009 09:08

Die Erklärung der Abschlüsse, Kohl, Blecha, habe ich so zum Erstenmal gehört. Stimmt das überhaupt? Nein, stimmt nicht. Aber es gibt Herren die holen das raus was ihnen in den Kram passt. Was sonst Arbeitgebervertreter bestens beherrschen.
Wie erklären mir diese Herren dann den Abschluß 2010 in der Elektroindustrie? Der ist schon gemacht, dieses Jahr schon. Durchschnitt der Inflationsrate April 2009 bis April 2010 plus 1,1 %.
Und können die Herren garantieren mit ihrem Vermögen daß es keine großen Teuerungen gibt 2010? Können sie in die Zukunft sehen? Ist das die Weisheit des Alters?
Allein schon die 2.466 Euro sind eine deutliche Sprache, wen diese Herren vertreten.
Eine Schande für dieses Land.

Fanny Frey
25.11.2009 07:26
Charly Blecher
25.11.2009 12:53
Unterberger brilliant wie immer

aber leider sehr traurig

Manha de Carnaval
25.11.2009 07:16

Headline:

"Pensionen
Pensionen steigen um 1,5 Prozent"

Wunderbar, die Metaller werden sich freuen, wenn sie noch was draufkriegen. Auch die Beamten werden zufrieden sein.

Bailout 2.0
24.11.2009 22:42
BZÖ... Pensionsmodell...

Vielleicht könnte man die Pensionsgelder in Pausch und Bogen der Hypo-Alpe-Adria weiterreichen, die dann (nach erstellung einer Bilanz!) die sozial gerechte Auszahlung (je nach Wohnort der Pensionisten - Österreich, Kärnten, Slowenien Kroatien) übernimmt. Wie ich höre verfügt die Hypo-Alpe Adria über entsprechende Auslandsfirmen mit einschlägiger Erfahrung und stehen dafür zusätzliche 700 Millionen in einem sogenannten Zukunftsfonds zur Verfügung.

Dagegen nehmen sich die 35 Mill. feinverteilt auf 1,1 Mill. Pensionisten wie ein Almosen aus...

LCD
24.11.2009 21:39

Nachdem die ÖVP den Pensionisten viel Geld weggenommenhat, kriegen sie nun einen Almosen zurück? Danke Schüssel! Mein Vater bekommt gerade mal € 600,- Pension obwohl er durchgehend von 16 Lebensjahr durchgearbeitet hat, und mit "Abschlägen" wir er noch dafür bestraft. Meine Mutter ist auch nicht besser dran obwohl sie keinen einzigen Tag arbeitslos war.
Ich fordere die Politiker die verbrecherischen Pensionsreformen der ÖVP zurückzunehmen und alle Pensionen erneut zu berechnen.
Wozu soll man überhaupt noch arbeiten wenn man als Pensionist nichts bekommt?
Forderung: €1000,- Mindestpension.

kotttan
24.11.2009 20:54
Das typische schwarze neoliberale System

hetze das Volk gegeneinander auf, der wohlhabende Teil lacht sich eines, der Rest wird mit Nichtrauchen, Studiengebühren, Hundedreck, Transferkonto, usw. beschäftigt oder mit Mindestsicherung ruhig gehalten.
Siehe auch USA Bush System, welches nach Europa importiert wird.

Eva Ulrich
25.11.2009 07:00

Vollste Zustimmung.
Jeder ist jedem etwas neidig.
Nur die Superreichen werden in Ruhe gelassen.

Klaus Trophobie3
 
24.11.2009 20:46

Also wenn man die Postings hier liest, kommen einem schon Zweifel, ab die vielen Studenten hier bis morgen denken können.
1. Sie lassen sich gegen die Pensionisten aufhetzen.
2. Glaubt ihr wirklich euch gehts besser wenn die Pensionisten keine Erhöhungen bekommen würden?

Ist schon ziemlich naiv.

Kamikazekartoffel1
24.11.2009 23:46

Es ist schlichtweg KRANK das in Zeiten der Krise die Pensionisten größere Erhöhungen bekommen als alle anderen Berufsgruppen.
Das ist eine Frechheit

Der_Grüne_Mittelfinger
25.11.2009 01:12

Das ist Geld was man ihnen weggenommen hat, und jetzt gibt man Kleinigkeiten zurück

sam duke
25.11.2009 07:15
das ist das geld

das man den zukünftigen pensionisten weggenommen hat.

W. Müller
 
24.11.2009 22:51
Teilweise erschreckend, ...


... diese 'Geistige Elite neu'.

Gerhard Schwarz
 
24.11.2009 22:13

Bin weder Student, noch jung - dennoch: eine Pensionserhöhung, die höher ist als die Anhebung der Industrielöhne ist geradezu obszön und kann nur einer "nach mir die Sintflut"-Haltung entspringen.

flotter denker
24.11.2009 20:28
Wenn Blecha zufrieden ist, dann ist was falsch gelaufen.

Kamikazekartoffel1
24.11.2009 19:32

Wahnsinn, da wird ein Land ins Grab getragen.
Die Unis - wo die arbeitende Zukunft unseres Landes ausgebildet wird - bekommen heisse 34 Millionen mehr, und die Pensionisten 544 Millionen.
Bin echt fassungslos.

Hugo Wiesinger
24.11.2009 21:36
Na wenn die "akademische" Jugend

noch nicht erkannt hat, dass sie keine Zukunft in diesem Land ist, ist sie wohl auch nicht für höhere Studien geeignet.-)
Wer was kann und initiativ ist verlässt das sinkende Schiff.

kotttan
24.11.2009 21:37
und wo ist das rettende Land?

Bello Ragazzo
25.11.2009 04:28

* Neuseeland
* Kanada
* Autralien
* Vietnam
* Schweiz
* ...
* Slowakei

kotttan
24.11.2009 20:39
Der Fairness halber gehört noch dokumentiert,

wieviel davon die öffentl. Bed., welche sich kaum selber finanzieren, ausmachen und die ASVG,ler, welche sich zu 90% selber finanzieren. Und wieviel tragen Studenten zu ihrem Studium bei...?

Heavyweather
18.12.2009 09:43

Viel mehr als ihr Studium kostet.
Bildung ist die beste Investition.
Die Unis sollten daher auch einen fixen Teil der Steuerleistung von Akademikern als Budget bekommen.
Oder einen Teil der durchschnittlichen Mehrsteuerleistung der Akademiker. Dann gebe es keine Finanzierungsprobleme mehr.

anton-notan
24.11.2009 20:38
bin auch fassungslos

bist wohl nicht ein student der ersten garde und er(n)ster sprecher.wie kann man so einen vergleich ins forum stellen?
das ist diskriminierend.
eure gelder werden euch nicht von pensionisten vorweggenommen.

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