"Erst Minarette, dann Moscheen, dann wir"

23. November 2009 18:32

Die Schweizer stimmen kommendes Wochenende über ein Bauverbot für Minarette ab. Zwar deutete bisher keine Umfrage auf eine Mehrheit für ein Verbot hin, unter den Muslimen herrscht trotzdem große Sorge.

"Kommen Sie, ich zeige Ihnen das Minarett" , sagt Ulysse Moh. Seine Stimme hallt im kalten Keller. Eine spiralförmige Treppe führt durch das feuchte Dunkel steil nach oben. Nach rund 100 Stufen fällt Licht in den engen Turm. Die Tür zum Balkon steht offen. Über der Empore ragt die grüne Spitze des Minaretts in den grauen Himmel, darauf stehen drei Kugeln, ganz oben liegt ein Halbmond.

"Das Minarett hier in Genf ist rund 40 Meter hoch" , sagt Ulysse Moh, der Hausmeister, "der Turm soll den Gläubigen den Weg zur Moschee weisen." Die Genfer Moschee ist das größte islamische Gotteshaus der Schweiz. Der König von Saudi-Arabien finanzierte den Bau und kam persönlich zur Eröffnung 1978, wie Ulysse erzählt. Man spürt seinen Stolz. Kurz darauf wechselt sein Gesichtsausdruck, er erwähnt "die Initiative" .

Eine Gruppe rechtsgerichteter Eidgenossen will mit Verstärkung der Schweizer Volkspartei den Bau von weiteren Minaretten in der Schweiz per Verfassungsänderung verbieten. Rund 115.000 Schweizer haben die Abstimmung mit ihrer Unterschrift erzwungen. Noch nie entschieden in einem Land die Menschen über eine vergleichbare Frage. In Wirklichkeit ist es mehr als das: Es ist ein Plebiszit über den Islam. "Erst sind es die Minarette, dann die Moscheen, dann die Muslime" , sagt Moh.

Die Gegner der Minarette setzen bei der Stimmungsmache auf Angst - vor dem Islam, vor Fanatikern. Das Minarett symbolisiere den "Machtanspruch" des Islam über die Schweiz, sagen sie. Einer ihrer Wortführer ist SVP-Abgeordneter Walter Wobmann: "Die Befürchtung ist groß, dass den Minaretten der Gebetsrufer, der Muezzin, folgen wird" , warnt er. Dann drohe die Scharia.

Als Höhepunkt ihrer Anti-Minarett-Kampagne präsentierten Wobmann und seine Mitstreiter ein Plakat, auf dem eine grimmig schauende, verhüllte Frau zu sehen ist und Minarette Schatten auf die Schweizer Fahne werfen. Die Stadt Basel verbot das Poster, UN-Menschenrechtsexperten rügten dessen "provozierende" Botschaft. In Genf prangt es an allen Straßen und Plätzen - auch nahe der Moschee.

Erst vor wenigen Tagen verübten Islam-Gegner mit Pflastersteinen einen Anschlag auf das Gebäude. Zwar ohne Verletzte, doch die "Initiative" , ist sich ein Muslim sicher, stachelt zum Hass auf Muslime an. Sie sei "vor allem eine Diskriminierung all jener Muslime, die sich im Rahmen des gesellschaftlichen und interreligiösen Dialogs engagieren" , sagt Hisham Maizar, Präsident der Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz.

Die Ablehnung gegen die Kampagne reicht bis ins bürgerliche Lager: "Die einzige Wirkung eines Minarettverbots wäre, dass sich Muslime diskriminiert fühlen würden" , warnt der christlich-demokratische Abgeordnete Norbert Hochreutener. Damit würde sich der Staat in Gefahr begeben. Aus Regierung und die Wirtschaft warnen Stimmen vor der Empörung, die im Ausland folgen könnte.

Bislang galten die Beziehungen der Schweizer zu muslimischen Migranten als relativ problemlos. Als 1963 die muslimische Gemeinde in Zürich die erste Moschee mit Minarett in der Schweiz einweihte, lobte der Bürgermeister den Bau als Symbol des "weltoffenen und liberalen Charakters" seiner Stadt.

Auf die aktuelle Panikmache der Anti-Minarett-Aktivisten kontert Youssef Ibram, Imam der Genfer Moschee: "Wir sind nicht verantwortlich für Bin Laden, wir sind nicht verantwortlich für Al-Kaida, wir sind nicht verantwortlich für die Taliban in Afghanistan, wir sind nicht verantwortlich für das, was in Pakistan passiert, wir sind nur verantwortlich für uns."

Bisher erreichte die Initiative in keiner Umfrage eine Mehrheit. Wovor haben viele Moscheebesucher also Angst? Ibram: "Wenn schon fünf Prozent der Schweizer das Verbot der Minarette verlangen, ist das eine Niederlage für uns. Es würde zeigen, dass wir Muslime in der Schweiz nicht willkommen sind." (Jan Dirk Herbermann aus Genf/DER STANDARD, Printausgabe, 24.11.2009)

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Die Ilse vom Alsergrund
 
30.11.2009 23:51
Vielleicht sollte man das Problem von der anderen Seite betrachten

Wenn ich nach Norwegen auswandere, gerne Wein und Bier trinke, so wird das den Norwegern ziemlich egal sein. Wenn ich hingegen alles daran setze, die dortige Alkoholregulierung zu durchlöchern mit dem Ziel diese abzuschaffen, dann werden die Norweger ziemlich grantig werden, mit Recht.

Ebenso sollten die M. einsehen, dass es viele in Europa gibt, die Moscheen nicht mögen. Die Gründe mögen diskutabel sein, aber so ist es nun einmal.

Insoferne würde ich von den mosl. Mitbürgern mehr Feingefühl erwarten. Anstatt mit der Brechstange hiesige Wertvorstellungen durchzusetzen, wäre etwas Rücksichtnahme auch auf Vorurteile des Gastlandes angebracht.

peter56
 
01.12.2009 10:50
Ah ja, weil Sie Moscheen nicht mögen, muß man auf Sie Rücksicht nehmen.

Auf die, welche Moscheen mögen braucht man das nicht.
Verstehe.
Die Moslems sollen Feingefühl zeigen, weil Sie und so manche andere keine Moscheen mögen, wir (respektive Sie und die ähnlich denekne, ich gehöre bestimt NICHT dazu) dürfen auf deren Gefühle herumtrampeln..
Soso.
Ja, das ist eine "andere" Sichtweise.
Was für eine, möchte ich jetzt nicht bewerten, sonst heißts wieder, ich wäre unhöflich...
Baba.

Die Ilse vom Alsergrund
 
02.12.2009 20:16
Wie das Votum nahelegt,

wollen aber die meisten keine Moscheen. Ich sehe nicht ein, warum sich die Mehrheitsgesellschaft von einer Minderheit etwas oktroyieren lassen muß. Das ist genauso intolerant.

Baba!

miraculix66
 
05.12.2009 09:01

nicht wir müssen uns an zuwanderer anpassen, sondern die zuwanderer an uns - so einfach ist das...

peter56
 
03.12.2009 14:21
Ich bin froh darüber, daß in Österreich Religionsfreiheit zugestanden wird.

Und Religionsfreihet heißt nicht nur, daß man seine Religion frei wählen darf, sondern auch, daß man diese auch nach außen zeigen darf, sich nicht verstecken muß mit seiner Überzeugung.
Wenn Sie damit nicht zurechtkommen, sollten Sie sich einen anderen Platz auf der Welt suchen, in dem garantiert ist, daß nur Menschen IHRER Überzeugung leben und sich zeigen. Sonst müssen Sie ja immer leiden darunter, daß es auch andere gibt....

Die Ilse vom Alsergrund
 
04.12.2009 16:16
Da kommt die wahre "Toleranz" zum Vorschein

peter56
 
04.12.2009 17:20
Intoleranz anderer zu tolerieren wäre absurd.

Wenn Sie das nicht verstehen, ist das IHR Problem.

Die Ilse vom Alsergrund
 
04.12.2009 20:32
"Intoleranz anderer zu tolerieren wäre absurd."

Außer sie hat migr ahu, gell?

peter56
 
04.12.2009 21:04
Genau das ist Ihre elende Unterstellung, die Moslems bei uns wären pauschal intolerant.

Sind Sie nicht.
wieviele Moslems kennen Sie persönlich und wissen, daß diese intolerant sind ?
Net einen Einzigen.
Also, was faseln sie Ungeheuerliches ?

Die Ilse vom Alsergrund
 
05.12.2009 07:31
Sinnerfassend lesen ist nicht das Ihre

Wo habe ich derartiges geschrieben?

Die Ilse vom Alsergrund
 
04.12.2009 23:28
Und wo bitte habe ich geschrieben, M. seien pauschal intolerant?

Lesen Sie nicht zwischen den Zeilen, sondern die Zeilen selbst. Das ist besser!

peter56
 
05.12.2009 11:32
Wen wollns für blöd verkaufen ?

"Intoleranz anderer zu tolerieren wäre absurd."
*Außer sie hat migr ahu, gell?*

WAS anderes soll das heißen als daß Sie Menschen mit Migrationshintergrund für Intolerant halten ???

Die Ilse vom Alsergrund
 
05.12.2009 21:06
Ich würde es an ihrer Stelle mit Lesen versuchen,

anstatt meine Einstellung zu interpretieren und zu antizipieren.

T-Minus1
30.11.2009 10:02
" Ein H a l t "

Das Schweizer Volk hat dem europaweiten Toleranz-Wahnsinn Einhalt geboten. ( Frei nach G. Danzer: " Ihr haltet uns in Finsternis, doch wir entzünden " Licht.) Gratulation.

feurio
 
30.11.2009 19:02
ein zitat von shakespear passt dazu viel mehr als eine antwort

also lass ich hier Shakespeare als antwort zitieren

Tu' aus das Licht und dann – Tu' aus das Licht; –
Ja, lösch' ich dich, du flammenheller Diener –
Kann ich dein vorig Licht dir wiedergeben,
Sollt' ich's bereun; – doch dein Licht ausgetan,
Du reizend Muster herrlichster Natur,
Nie find' ich den Prometheusfunken wieder,
Dein Licht zu zünden.

also, ich denke eher, dass es uns die finsternis bringt, die wir schon im mittelalter hatten! also würde die intoleranz uns wieder dorthin katapultieren, wo wir schon waren!

deshalb sage ich, europaweit sollte man den INtoleranz-wahnsinn einhalt bieten!

peter56
 
30.11.2009 16:37
Falsch: Bestenfalls ein Teil des schweizer Volkes

hat abgestimmt gegen Menschenrechtlich Festgeschriebenees, nicht gegen irgend was von Ihnen als "Toleranz-Wahnsinn" Bezeichnetes.
Toleranz als Wahnsinn anzusehen, disqualifiziert Sie an sich schon als ernst zu nehmender Mensch, aber daß Sie Georg Danzers Ausspruch sinnverkehrt mißbrauchen, ist nur mehr LÄCHERLICH.
Beweist, daß sie überhaupt nichts verstehen. Auch net Georgs Lieder.

the_suck
30.11.2009 22:55

es ging um ein Verbot für den Bau weiterer Minarette nicht um ein Relgigionsverbot für Muslime, Minarette sind kein Menschenrecht, Moschen durfen ja gebaut werden darum ging es nicht und ja die Mehrheit war dagegen, so ist/sollte das in einer Demokratie sein, das Volk bestimmt und nicht irgendwelche korrupten überbezahlten gierigen Politiker

peter56
 
01.12.2009 00:24
Da muß man resignieren.

Sie sind ein hoffnungsloser Fall.
baba.


Es ist eh schon hundertmal alles gesagt. wenn Sies bis jetzt nicht verstanden haben wirds das hunderterste mal auch net bringen...

miraculix66
 
05.12.2009 09:03

dann lassens sies einfach...

FalscherProphet
30.11.2009 15:00
Mieser geht es kaum mehr:

Georg Danzer, der immer für Toleranz eintrat,
für eine rechtsextreme "Message" zu missbrauchen!

chris2meyer
29.11.2009 23:52

Einerseits halte ich das Verbot für unsinnig und schwierig umzusetzen, anderseits finde ich es gut, wenn dem Islam einmal die Stirn geboten wird.

Die Hasenfüssigkeit seitens der Politiker und vieler Intellektueller gegenüber dem Islam (Forderung nach Einführung der Scharia seitens eines Freiburger Professors!) ist nicht mehr zu tolerieren. Ich hoffe der Denkzettel ist angekommen und die Initiative erfüllt damit doch noch einen Zweck.

peter56
 
30.11.2009 16:44
??? WO wurde dem ISLAM die Stirn geboten ?

Den Schweizer Muslimen wurde ein Grundrecht genommen. Sie wurden gedemütigt, benachteiligt, und das trifft den ISLAM, speziell den, welchen Sie meinen und offenbar fürchten, überhaupt nicht.
Im Gegenteil, die Fundis können jetzt Ihren einfluss auf die schweizer Muslime ausbauen, die sich von den Schweizern nicht mehr angenommen fühlen.
Ist das für Sie wirklich ein "stirn bieten"??

Was Sie als DENKZETTEL als berechtigt hinzustellen versuchen ist eine unglaubliche Blamage der Einstellung der Schweizer, die "Ja" zum Verbot gestimmt haben.

the_suck
30.11.2009 22:57

der Bau von Minrateten ist kein Grundrecht und ein Menschenrecht schongarnicht und btw ich darf in MEINEM Garten nichtmal einen Baum umschneiden ohne Genehmigung und ich darf mein Haus erst nach Rücksprache und Genehmigung streichen, MEIN Haus

peter56
 
01.12.2009 00:25
Gell, Sie kennen sich aus mit internationalen Abmachungen...

Und mit Rücksicht ebenfalls...
pfffff....

FalscherProphet
30.11.2009 15:08
Spinner gibt es mit jeder ideologischen Zugehörigkeit.

Im konkreten Falle gewannen sie leider!

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