Madrid hat die Unabhängigkeit nicht anerkannt
Madrid - Spanien wird unter seiner EU-Ratspräsidentschaft den Kosovo an Balkan-Konferenzen der Europäischen Union teilnehmen lassen, obwohl Madrid den Kosovo nicht als unabhängigen Staat anerkennt. Dies gab Außenminister Miguel Angel Moratinos am Montag in Madrid bekannt. Während der spanischen Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2010 werde unter anderem ein hochrangiges Treffen über den westlichen Balkan stattfinden. "Daran wird auch der Kosovo im Rahmen der international akzeptierten Mechanismen teilnehmen" , betonte der Minister im spanischen Parlament.
Im vergangenen Jahr hat sich der Kosovo trotz heftigen Widerstandes aus Belgrad für unabhängig von Serbien erklärt. Etwa ein Drittel der Uno-Staaten erkennt das an, darunter 22 der 27 EU-Staaten. Die Ausnahmen bilden neben Spanien die Slowakei, Rumänien, Zypern und Griechenland.
Furcht vor Separatisten
"Wir werden uns der Entwicklung und der institutionellen sowie politischen Stabilität des Kosovo nicht entgegenstellen" , sagte Moratinos. Spanien hat mit Blick auf die separatistischen Tendenzen im Baskenland oder in Katalonien als eines der wenigen EU-Länder die Unabhängigkeit der früheren serbischen Provinz nicht anerkannt. Madrid hätte kein Problem, seine Haltung zu ändern, wenn die Vereinten Nationen den Kosovo anerkennen oder wenn Serbien mit der Exprovinz eine einvernehmliche Regelung finden würde, sagte Moratinos. (dpa&DER STANDARD, Printausgabe, 24.11.2009)