Grüne vehement gegen Vorratsdatenspeicherung

23. November 2009, 11:44
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"Grundrechtswidrig bleibt grundrechtswidrig" - Österreich soll Verfahren vor EuGH riskieren

Die Grünen sind nach wie vor gegen die Umsetzung der von der EU verlangten Vorratsdatenspeicherung und treten dafür ein, dass Österreich ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) riskiert. Infrastrukturministerin Doris Bures und das Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte hätten mit dem entsprechenden Gesetzesentwurf "das Beste versucht", meinte der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser am Montag bei einer Pressekonferenz, "aber das Beste ist nicht gut genug: grundrechtswidrig bleibt grundrechtswidrig".

Sechs Monate

Die EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006, die Österreich nun umsetzen will, sieht eine Speicherung von Telekommunikationsdaten auf Vorrat, also ohne konkreten Verdacht, vor. Im Wesentlichen soll sechs Monate lang gespeichert werden, wer, mit wem, wann, wie lange, von wo aus und über welchen Dienst (E-Mail, SMS, Mobil- und Festnetztelefonie, Internettelefonie, Internet) kommuniziert hat. Damit "fischt" man "mit einem engmaschigen Netz" nach den Daten der Bürger, kritisierte die Grüne Infrastruktursprecherin Gabriela Moser. Große kriminelle Organisationen, auf die das Gesetz eigentlich abziele, wüssten aber genau, wie sie die Richtlinie umgehen könnten.

"Überfallsartig"

Bures habe sich in ihrem Gesetzesentwurf zwar "im Großen und Ganzen" an die Empfehlungen des Ludwig-Boltzmann-Institutes gehalten, meinte Moser. Die Grünen befürchten allerdings, dass es nicht bei dieser "Minimalvariante" bleiben wird: Der Entwurf sei offensichtlich nicht mit Innenministerin Maria Fekter und Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (beide V) akkordiert, so Steinhauser. Die ÖVP könnte den Entwurf im Nationalrat in letzter Minute durch Änderungen im Sicherheitspolizeigesetz und der Strafprozessordnung "überfallsartig" verschärfen, vermutet der Grüne Abgeordnete.

Nichtsdestotrotz sind die Grünen aber grundsätzlich gegen das "zwangsweise Persönlichkeitsröntgen" der Bürger. Neben enormen Kosten für die Provider und die Steuerzahler handle es sich bei der Vorratsdatenspeicherung um einen Eingriff in die Privatsphäre und eine Verletzung des Grundrechts auf Datenschutz. Weiters bestehe auch Missbrauchsgefahr, betonte Steinhauser. Österreich solle die Richtlinie deshalb nicht umsetzen und es auf ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission vor dem EuGH ankommen lassen. Erst wenn der EuGH zugunsten der EU entscheide, könne man den derzeitigen Entwurf diskutieren. Die Kommission hat den ersten Schritt dazu schon getan und Österreich geklagt, derzeit handelt es sich laut Steinhauser aber erst um ein Mahnverfahren.

BZÖ und FPÖ grundsätzlich gegen die Vorratsdatenspeicherung

Optimistisch stimmt die Grünen auch die Oppositionsblockade im Zusammenhang mit der Weigerung der Regierung, ehemalige und amtierende Minister in den Spionage-Untersuchungsausschuss zu laden: Die Vorratsdatenspeicherung beinhaltet teilweise Verfassungsbestimmungen, die eine Zweidrittelmehrheit und damit die Zustimmung mindestens einer Oppositionspartei benötigen. Abgesehen davon, dass auch BZÖ und FPÖ grundsätzlich gegen die Vorratsdatenspeicherung sind, hat die Opposition vergangene Woche einen Pakt geschlossen, zumindest bis Ende März keinen Verfassungsmaterien zuzustimmen. (APA)

 

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Grünen

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Posting 1 bis 25 von 68
1 2
abau
02
24.11.2009, 12:47
Die Grünen in Öberösterreich waren ja sogar

für Internetsperren und "Killerspiel"verbote...

http://www.heise.de/newsticke... 18163.html

http://www1.land-oberoesterreich.gv.at/ltgbeilag... 071201.htm

Interessant ist auch eine Stellungnahme zur Verleihung des Big Brother-Awards 2009 (http://www.bigbrotherawards.at/2009/Preistraeger):

"[...] Das Internet darf aber keine rechtsfreie Enklave sein [...]"
http://ooe.gruene.at/demokrati... sen/50128/

kargo
00
24.11.2009, 20:07
Ulrike Lunacek ist auch für Internetsperren.


Live-Video-Chat http://fwd4.me/0SE
Zeitmarke 00:15:15

Claus_W
00
24.11.2009, 12:38
Das ist doch keine neue vorgehensweiße...

http://www.youtube.com/watch?v=MhpmDyXvjG4

Sam Uncle
04
24.11.2009, 09:06
Gestapomethoden der US-Vasallen

Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft gemeinsam mit dem EU-Justizkommissar Jacques Barrot den Entwurf für ein Abkommen mit den USA ausgehandelt, dass amerikanischen Terrorfahndern künftig nicht nur legalen Zugriff auf Daten zu grenzüberschreitenden und inländischen Überweisungen in Europa ermöglicht, sondern ihnen auch noch das Recht gibt, diese Daten beliebig an Drittstaaten weiterzugeben.
Der Entwurf soll bis zum 30. November durchgepeitscht werden – einen Tag bevor das Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags dem EU-Parlament erstmals Mitspracherechte verschafft.

Systematische Verfolgung der gesamten Bevölkerung durch Speicherung von Telefon-, Internet-, email-, chatdaten.
WO SIND WIR GELANDET !!
WO IST DER RECHTSSTAAT !!
AUFSTAND !!

T-Minus1
00
26.11.2009, 13:54
qua vadis

Jene unüberschaubare Datenflut die aus einer Internet-Vorratsdatenspeicherung resultiert sollte weniger Angst und beklommen machen, als der gezielte (und mehr noch beliebige) Bruch des Datenschutzes u. dessen Missbrauch, der quasie vor der Haustüre des kleinen Mannes stattfindet. Das beginnt beim Arbeitgeber und setzt sich über Arzt und Krankenhaus fort. Genannte Klientel ist weder prüf noch belangbar. Hier wird der Neugierde Unbefugter ( Personenbezogene Daten, Diagnosen, ect.ect.) Tür und Tor geöffnet. Einer Neugierde denn der solchermassen Betroffene absolut hilflos ausgeliefert ist. Hier wurde auf Grund von Edv-Vernetzung (Elga, Ekis usw.) nebst inklud. Zugriffsrechten eine Missbrauchsbasis geschaffen die, so denke ich, UNUMKEHRBAR ist.

_kalisto_
01
24.11.2009, 15:59

...es wird zeit die laternenmasten in diesem land mit weihnachtlich geschmückten grundrechte-vernichtern zu 'schmücken'!

TRex30M
00
24.11.2009, 08:35

Nie hätte ich gedacht, dass sowas mal passiert.
Aber ich bin wirklich mal der gleichen Meinung, wie die Grünen, die hier scheinbar als einzige Österreichische Partei, nicht kampflos mitziehen.
Man sollte wirklich vor dieses Gericht gehen...

_kalisto_
00
24.11.2009, 16:02

...aber nur weil die grünen, nach den wohlverdienten watschen in OÖ, vielleicht - aber auch nur vielleicht und bruchteilhaft - gemerkt haben was da bei ihnen falsch läuft!

Peter Gay-Heim
12
24.11.2009, 08:03

Naja die Grünen, zuerst für Netzsperren stimmen (OÖ) und dann auf einmal eine 180° Drehung.

Parteiunabhängige Petition gegen VDS: www.freiheit-statt-angst.org

m m 10
21
24.11.2009, 09:07
ich würde...

...das eher andersrum sehen: ein paar ver(w)irrte abgeordneten, die sich gegen die eigentliche richtung ausgesprochen haben... gibt ja auch bei der FPÖ mind. einen (weiß leider seinen namen nicht mehr) der gegen die vorratsdatenspeicherung ist - die richtung der partei ist aber trotzdem bekannt....

abau
00
24.11.2009, 12:52
So sehe ich das nicht:

Die Grünen sind der oberösterreichischen Landesregierung.

Sie stimmten für "Killerspiel"verbote und Netzsperren.

Der Zusammenhang erscheint doch interessant, oder?

http://www.bigbrotherawards.at/2009/Preistraeger

Hier noch eine Reaktion:

http://albertsteinhauser.at/2009/10/2... -oo-grune/

Leider ist das Argument, dass Netzsperren per se (ergo aus Prinzip, da sie per definitionem eine Zensurmaßnahme darstellten) nicht tragbar sind, nur schwach vorhanden bzw. wird dieses durch die Annahme, sie nützten nichts im Kampf gegen Kinderpornographie und deshalb wäre sie nicht praktikabel, abgeschwächt.

good old europe
02
24.11.2009, 00:44
Bürgerinitiative gegen Vorratsdatenspeicherung

ich möchte nur anmerken, dass es auch eine Bürgerinitiative gibt, die nach Unterschriften verlangt...

http://www.freiheit-statt-angst.org/

saoTan
21
23.11.2009, 21:12
Zu den Random Connects die hier erwähnt werden:

Bringen tun die höchstwahrscheinlich nichts, würd ich jetzt als halber Laie mal sagen. Speicherplatz ist ja heutzutage bekanntermaßen eines der billigsten Güter überhaupt (billiger als das Löschen von Daten bspw), und die Daten werden ja ohnehin nicht primär von Menschen durchgesehen.

Eine so breite Datenerfassung zielt mAn darauf ab, durch spezielle Suchalgorithmen "abnorme" Verhaltensmuster zu identifizieren (neuronale Netze können da sicher auch gute Dienste leisten). Wenn Sie dank random-connects also 1.000.000 Verbindungen an einem Vormittag haben, dann wird sich das System als Konsequenz nur merken, dass sie an diesem Vormittag versucht haben, die Aufzeichnung zu stören...

chrisd7
00
25.11.2009, 22:25
INDECT

Das EU Project INDECT nimmt sich dieser automatisierten Generierung, Anpassung und Auswertung von Mustern an: "Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment." Da fühl ich mich doch gleich ein bisschen sicherer :) http://www.indect-project.eu/

Zyxman Infernalis
00
23.11.2009, 19:39
Interessant wäre ja ein Programm,

dass zur Gegenstelle eine andauernde Verbindung herstellt, nat. zusätzlich zu den random connects, die hier schon erwähnt wurden. Dann wolln wir mal schauen, was die mit den Daten anfangen können. Im übrigens kanns uns wurscht sein, denn so ein Gesetz fördert im Endeffekt nur die schnellere Entwicklung von Techniken gegen die Vorratsdatenspeicherung.

Knochenmann
01
23.11.2009, 19:06
Das die FPÖ gegen die Vorratsdatenspeicherung ist wundert nicht.

Wenn man bedenkt wo sich die Parteimitglieder im Internet so rumtreiben...

Roland Schweiger
014
23.11.2009, 18:37
ich muss kein Grüner sein ...

... um vehement und eindeutig gegen die Vorratsdatenspeicherung zu sein!
Aus 2 ganz klaren Gründen.
1.
Diese Idee der Vorratsdatenspeicherung verträgt sich nicht mit modernen demokratischen Grundwerten,schließlich wird pauschal das gesamte Volk verdächtigt.
2.
Ich halte die Idee für technisch nicht oder nur schwer umsetzbar, teuer, und die Daten sind NUTZ- UND WERTLOS denn kaum jemand der "böses" im Schilde führt wird dies vom eigenen PC aus oder vom eigenen Handy tun - so bescheuert ist doch wirklich niemand.
Also geht es letztendlich wohl nur um das ERzeugen von ANGST - damit lies und läßt sich leider immer gut Politik machen ... Scheiße!

saoTan
03
23.11.2009, 21:03
ad 2. Nutzlosigkeit:

Keine Sorge, daran hat man in Brüssel bereits gedacht. Jetzt wird fleißig an Indect gewerkelt, damit man Daten aus verschiedenen Überwachungsquellen (Internet, Kameras, Mobiltelephonortung,...) zusammenführen, und so eine lückenlose Überwachung jeder Person irgendwann garantieren kann.

Juchee, schöne neue Zeiten </Zynismus>

Nessus
00
23.11.2009, 20:54
Schon richtig, aber bei konsequenter Verrechtlichung des Internets...

...ist nicht nur Verbindungsdatenspeicherung, sondern auch Inhaltskontrolle samt Verschlüsselungsverbot und Verbot der Anonymität unabwendbar, genauso, wie die Abschottung vom Ausland - schließlich könnten dort legale, aber hierzulande illegale Daten übertragen werden. Mit entsprechendem Aufwand ist das selbstverständlich machbar. Und da das die EU durchsetzt, ist auch die Meinung der Wähler unwichtig. Blede G'schicht

Kaiser Schmarren
00
23.11.2009, 19:51
das web ist kein rechtsfreier raum

auch im web gelten rechtsradikale taten als rechtswidrig --> dies kann und soll man jedoch nicht mit obskuren vorratsdatenspeicherungen oder netzsperren bekämpfen, sondern indem man die webseiten löschen lässt und die betreiber vor gericht stellt

Nessus
00
24.11.2009, 01:41
Und wie soll das funktionieren, wenn der Server im Ausland ist?

In den etwa USA ist das völlig legal, wie wollen Sie da jemanden für ein Delikt anklagen, das dort gar nicht existiert? Genau das ist die Problematik: entweder man lässt das Internet in Ruhe, oder man dreht es ab.

h 90
00
24.11.2009, 03:33

Aber Du kannst den erwischen der sich mit ftp zu dem server verbindet.
Dann stuermt man seine Wohnung beschlagnahmt den Rechner und hat die Beweise.

h 90
10
23.11.2009, 18:17

ja ja die gleichen Leute sollte man mal fragen: Rechtsradikale im Inetz.
Da sind die Ansichten der Gruenen gleich komplet anders.

werwolfi
02
23.11.2009, 20:40

inwiefern?

falls du websites meinst: alles was unter wiederbetätigung fällt, ist sowieso verboten - und bei fixen webinhalten brauchst du keine vorratsdatenspeicherung, um den rechtsbruch festzustellen.

falls du die online-kommunikation von rechtsradikalen meinst: die, die wirklich etwas zu verbergen haben werden sich - wie auch organisierte kriminelle - recht schnell gegen diese dinge zu schützen und zu helfen wissen.

die vorratsdatenspeicherung belibt hier also genau so zahnlos, und es würde mich wundern wenn ein informierter grüner das anders sähe.

h 90
01
24.11.2009, 11:37

nein ich meine, dass die Gruenen keinerlei Probleme mit (fuer micht) radikalen Methoden haben wenn es gegen ihre "Feinde" geht.

Sonst gebe ich Ihnen natuerlich recht. Die Profis werden sich zu schuetzen wissen.

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