Uni-Proteste Tag 33

WU will Zugangsbeschränkungen

23. November 2009, 15:47
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    foto: apa/fohringer

    Bald ist auch das vorbei: Bevor Wissenschaftsminister Johannes Hahn nach Brüssel geht, will er noch mit den Stdierenden über Hochschulen diskutieren.

CDU-Politikerin will Bausparer für Bildung - Schmied drängt erneut auf Ausgleichszahlungen - Eigener Bildungsdialog im Kabelwerk - Studierende laden zur Parallelveranstaltung am Mittwoch - Hahn will "ideologiefreie" Diskussion

UPDATE 15.45: Die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien hat als erste Universität im Wissenschaftsministerium einen Antrag auf Einführung eines Auswahlverfahrens aufgrund des "Notfallparagrafen" 124 b des Universitätsgesetzes (UG) gestellt. Der Antrag sei unterwegs, hieß es am Montag laut APA. Die Zugangsbeschränkung soll für das Bachelor-Studium "Wirtschafts- und Sozialwissenschaften" gelten, begründet wird sie mit dem starken Anstieg der Anfängerzahlen in diesem Studium.

An der WU sind derzeit rund 26.000 Studierende inskribiert, die Nachfrist läuft allerdings noch bis Ende November. Erst im Vorjahr hatte die WU mit mehr als 24.000 Studenten einen historischen Höchststand verkündet. Die Zahl der Studienanfänger ist gegenüber dem Vorjahr um rund 18 Prozent auf ca. 5000 angewachsen.

 

***

Die politischen Reaktionen auf die Uni-Priteste in Deutschland lassen aufhorchen. Und es stellt sich die Frage, wann die Ideen auch in Österreich aufgegriffen werden: Denn die deutsche Politikerin Annette Schavan (CDU) will Bausparen für die Bildung einführen: Mit einem staatlich geförderten "Bildungssparen" sollen Eltern langfristig für die Ausbildung ihrer Kinder vorsorgen.

Das Bausparen habe gezeigt, "dass so etwas funktioniert, wenn der Staat eine Zulage zahlt oder die Beiträge steuerlich absetzbar macht", sagte sie der "Rheinischen Post". Ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte zu AP: "Es geht darum, in Familien das Bewusstsein zu stärken, in die Bildung der eigenen Kinder zu investieren."

Die SPD kann damit gar nicht: Schavan plane die "Privatisierung der Bildung", sagte die SPD-Bildungspolitikerin Eva-Maria Stange. Bildungssparen sei schon heute möglich, aber nur für diejenigen, die etwas zum Sparen übrig hätten. Deshalb sei dies der völlig falsche Ansatz, um den Bildungserfolg von benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu verbessern.

Proteste gehen weiter

Auch wenn sie nicht mehr so laut sind: Die Studierenden halten noch immer Hörsäle besetzt. Und alles wartet auf den Hochschuldialog am Mittwoch. Zu diesem hatte Noch-Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) gerufen.

Die Besetzer des Wiener Auditorium Maximum trauen dem nicht ganz. Denn von den Besetzern sollen lediglich drei Studierende mitwirken. Daher wollen sie am 25. November ihren eigenen, den "echten Bildungsdialog", wie sie sagen, abhalten. Dieser beginnt um 12 Uhr im Palais Kabelwerk. 

Vor dem Parlament soll eine Lichterkette Licht in Dunkel der österreichischen Bildungspolitik bringen. Der Protestzug läuft unter dem Motto "Licht ums Dunkel".

Auf politischer Seite ist ein wenig Bewegung gekommen - immerhin laufen die Proteste schon länger als einen Monat: Wiederholt hatte sich Bundeskanzler Werner Faymann für Zugangsbeschränkungen (in Form der Ausnützung des Notfallparagraphen) und Ausgleichszahlungen ausgesprochen. Bildungsministerin Claudia Schmied hatte Wissenschaftsminister Hahn aufgefordert, sich für Ausgleichszahlungen von Deutschland für Numerus-Clausus-Flüchtlinge einzusetzen. Schmied spricht im Ö1-Mittagsjournal von einem "zweistelligen Millionen-Euro-Betrag". Diesen will sie sich nicht durch die Lappen gehen lassen. Hahn hält die Zahlungen allerdings nicht für sinnvoll.

Laut Hahn soll der Hochschuldialog am Mittwoch übrigens "ideologiefrei und faktenbasiert" sein. (mil, derStandard.at, 23. November 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 87
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Naßraumorchester "John Cage"
05
24.11.2009, 10:18
erfahrungen mit "blogna" an ruhruni bochum

interview auf science.orf.at: http://science.orf.at/stories/1632304/

Naßraumorchester "John Cage"
04
24.11.2009, 10:16
eine neue einnahmequelle für unis

profs sollten für ihre privaten businessaktivitäten, die sie während der vom staat bezahlten arbeitszeit, unter benützung der staatlich finanzierten infrastruktur und unter heranziehung student. kräfte, assis etc. durchführen, angemessene beiträge an die unis abliefern. im vergleich zu den USA sind die hiesigen beiträge lächerlich gering. aber das werden GÖD & univerwaltungen wohl zu verhindern wissen.

Erich Hartig
00
25.11.2009, 21:24
leider besitzen Ö profs keine größeren Unternehmen

um so locker größere Beträge aus dem Ärmel zu schütteln. Wir haben auch keine Großbetriebe, die umfangreiche Forschungsaufträge vergeben, woher sollen also die profs das Geld her-zaubern?

harald ecke
 
11
24.11.2009, 09:57
Die Werbung für die FH neben dem Artikel ist ja hervorragend platziert

Zielt auf das ab, was ohnehin passiert. Schon in den höher bildenden Schulen den Schülern erzählen, wie schwer sie es einmal haben werden, dazu die Krise, also schnell auf die vollkommen verschulten FHs und ganz ganz schnell sich für den künftigen Job zurechtstutzen lassen. Nur nicht sich in jungen Jahren für umfassende Bildung, die vielleicht, wenn überhaupt, nur indirekt beruflich verwertbar ist. Schaffen wir die UNIs gleich ab, machen bis 16 oder 18 Selektion und schicken die Jungen dann auf eine Art HTL, die wir College nennen. Nein Danke! Wenn wen Celtologie interessiert, soll er dier Möglichkeit haben....-Rest wohl klar(?)

Der Blablaologe
10
24.11.2009, 12:50

Leute, die wie hier, immer so sehr nach Bildung schreien, sind sowieso die ersten, die 36 Semester studieren wollen und dann gleich auf die Pension hoffen

harald ecke
 
00
24.11.2009, 09:37
Danke Standard

Schön, dass sich der Link hier her auf Seite 1 ganz oben befindet (zumindest um 9:30). Wenn sich ein Anlass findet, wie die Forderung der WU (nicht die dort studieren Wollenden), geht's ja.
Zu der Idee der CDU habe ich schon gestern gepostet. Es gibt zahlreiche nicht unintelligente Eltern, die sich nicht einmal Bausparen leisten können. In die Bildung seiner Kinder kann man auch durch geistige Förderung der Nachkommen beitragen, was jetzt nicht heißt, dass folglich Zugangsbeschränkungen eh nicht so schlimm, weil es ja auch intelligente Kinder gibt, die sich ihre dummen Eltern nicht ausgesucht haben.
Soll auch an der WU, die eh vergrößert wird, jede/r Hochschulreife studieren dürfen. Ein Job in einem Callcenter ist danach mindestens drinnen.

Herr Unforgettable
00
24.11.2009, 09:02
..

einfach eine quote für deutsche studenten rausbringen...
ist ja nationalkompetenz....

wenn man einen blauen brief bekommt einfach ignorieren.. bis was geschieht in der eu

Graf Bobby
00
24.11.2009, 10:52

haha...

1) Urteile zu ignorieren würde das Rechtssystem ins Wanken bringen
2) kann der EuGH Pönalzahlungen verhängen
3) Ist der Studienzugang eben nicht nur national, weil es auch um die Freizügigkeit in der EU geht.

debian1
01
24.11.2009, 10:00

Österreich darf nicht Kärnten werden!

debian1
24
24.11.2009, 01:40

Bildungssparen? Wollen wir wirklich amerikanische Verhältnisse in Europa? Wann kommt das Gesundheitssparen?

Der Kreter
 
00
24.11.2009, 09:54
Das war absehbar. Die Bildungsblase bläht sich gerade auf.

Die Eröffnung eines neuen lukrativen Betätigungsfelds für die Finanzindustrie ist tatsächlich eine der Haupttriebkräfte hinter den "Bildungsreformen" der letzten Jahre. Mit ähnlich fadenscheinigen Begründungen eingeführt wie die steuergestützte private, kapitalgedeckte Pensionsvorsorge a la Riester (und wie sie sich z.B. auch als Antwort auf Ihr Posting weiter unten finden), profitieren auch vom "Bildungssparen" vornehmlich die Anbieter und wohlhabende Schichten.

Das Steuergeld, das in in die staatliche Subventionierung privater Bildungsvorsorge (sprich: Steuergeschenke an jene, die sie am wenigsten benötigen) fließt, wäre weitaus besser angelegt, wenn es direkt ins staatliche Bildungswesen flösse.

harald ecke
 
00
24.11.2009, 09:38

Danke für die Anregung,
mfg, Pröll

Stahl_____666
02
24.11.2009, 08:09
.

Gesundheitssparen gibts schon sehr lange - wer zahlt z.B. Deinen Zahnersatz?

harald ecke
 
00
24.11.2009, 09:41

mein nicht selbst bezahlter Zahnersatz lässt der Zunge wenig Platz fürs Essen und Sprechen...-ob da aAbsicht dahinter steckt? Machen wir den Standard fertig, indem der Ecke dort postet anstatt vor sich hin zu brabbeln?

stefan81
00
24.11.2009, 07:52

naja wieso nicht? es ist ja nicht gottgegeben dass für jeden alles gratis sein muss.

debian1
03
24.11.2009, 10:20

Weil ich als menschliches Wesen Mitgefühl für andere habe. Zum Beispiel für Sie. Wenn Sie an Krebs erkranken und die nötigen 1,5 Millionen Euro für die Behandlung nicht aufbringen können, möchte ich auch nicht, dass Sie daran sterben.

Das ganze nennt man Sozialsystem. Alle die können zahlen etwas ein, damit es allen gut geht.

harald ecke
 
00
24.11.2009, 09:45
Was ist von Gott gegeben?

Geldscheine? Dann eher noch Intelligenz. Wehe der Intelligenz, wenn sie gottgegeben in armen -materiell, wie auch geistig- Verhältnissen aufwächst. Es heißt zwar, selig sind die im Geiste Armen, aber für eine Exegese ist hier nicht der Platz. Sicher ist, dass damit nicht Zugangsbeschränkungen bei Bildung und dgl. gemeint wurde (wenn doch, dann wollten die Verfasser Macht erhalten)

dryeti
00
24.11.2009, 00:31
Bausparer für Bildung ?

Da dürfen sich die Banken wieder freuen :( .

tarantoga
01
23.11.2009, 23:49
super. haben die konservativen bildungsminister ihr werk vollbracht.

wie im schönsten dorf:
aussitzen!

D.h. sie wollten von anfang an zugangsbeschränkungen. wäre ja aber relativ unpopulistisch gewesen. tja. da kommen ein paar deutsche ganz gelegen.

und dann wird aus dem ohnehin geplanten vorgehen ein hilferuf und wunsch der universitäten.

weit ist es gekommen. aber kalkül scheint sich in ö wohl doch immer noch auszuzahlen.

charley-inc
47
23.11.2009, 22:29
WU stellt Antrag auf Zugangsbeschränkungen

Kluge Entscheidung, hoffentlich macht das die Uni Wien auch schleunigst, damit sich die Zustände bei uns auf der Politikwissenschaft endlich bessern...seit Jahren nur überlastetes Chaos, das kanns echt nicht sein... Jedes Jahr hunderte Erstsemestrige von denen dann eh nur weniger als die Hälfte das erste Jahr absolviert, das kann echt so nicht weitergehen, da muss man schon vorher selektieren, damit man auf der PoWi endlich wieder sitzen kann und nicht mehr stehen muss...

harald ecke
 
01
24.11.2009, 09:49
So gut, wie Sie sich auskennen, haben sie das erste Semester eh schon hinter sich und dürfen jetzt sitzen, wenn die Hälfte der anderen Erstsemestrigen eh schon draußen ist.

Nur weiter so!

LT
02
24.11.2009, 01:39
das wievielte erste semester?

wenn sich das problem innerhalb des ersten jahres von selbst löst, darf man fragen, wie oft du die step noch wiederholen willst?
irgendwie scheint mir dein vorschlag wenig logik zu beinhalten, was gegen die derzeitige qualität des powi-studiums und für heftige finanzielle unterstützungen seitens des staates (Ö) im bereich des bildungswesens spricht.
danke dir für diese (fast schon triviale) erkenntnis!

Das Pumuckl
45
23.11.2009, 22:05

Der Hochschulzugang der Zukunft wird im günstigsten Fall ENTWEDER FREI (d.h. unbeschränkt) ODER KOSTENLOS sein - aber sicher nicht beides!

Nachdem sich die SPÖ eine Wiedereinführung der Studiengebühren nicht leisten kann, wenn sie nicht endgültig ins politische Nirvana eingehen will, sind Zugangsbeschränkungen vorhersehbar. Es wäre klug, hier sinnvolle Regelungen auszuhandeln anstatt weiterhin auf der Parole "ALLES für ALLE - und das gratis, unbefristet und unbeschränkt" zu fordern.

dryeti
00
24.11.2009, 00:30
Bin absolut nicht deiner Meinung,

Es wäre absolut nicht klug weniger zu fordern als notwendig und gewünscht ist, weniger bekommt man nämlich sowieso von ganz alleine.

Das Pumuckl
11
24.11.2009, 01:13

Sie haben Recht. Aber wenn man Pech hat, bekommt man gar nichts. Soll schon vorgekommen sein...

Was ich eigentlich sagen wollte: Es wäre langsam an der Zeit, die Wünsche etwas zu konkretisieren und Prioritäten zu setzen. Die Verhandlungsbasis dürfte mit 3 konkreten Anliegen besser sein als mit 10 diffusen...

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