Cultiva-Messe

Cannabis: Anbauen für die Medizin

23. November 2009, 10:03

Neuheiten in der Cannabis-Medizin bei Cultiva-Messe in Wien - Klassischer Einsatz liegt in der Schmerztherapie

Wien  - Seit Jahrtausenden sind die Wirkstoffe des Hanfs (Cannabis sativa) bekannt. Die lange "verteufelte" Pflanze feiert nun ein langsames, aber erfolgreiches Comeback in der Medizin. Bei der Cultiva-Messe, die vom 27. bis 29. November in Vösendorf nahe Wien stattfindet, werden Neuheiten in der Cannabis-Medizin von Experten der Öffentlichkeit präsentiert.

Kontrollierter Anbau in Holland

"Cannabis, das in der Medizin verwendet wird, wird in Glashäusern in Holland kontrolliert angebaut", so der Allgemeinmediziner Kurt Blaas, Vorstand der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin". Der kontrollierte Anbau gewährleistet eine reine Sorte mit den gleichen Gehalten an Inhaltsstoffen. Dies sei für die medizinische Anwendung wichtig.

Einsatz in der Schmerztherapie

"Eine Hanfplanze liefert zwischen 40 und 60 verschiedene Cannabinoide. Zwei der Substanzen, Dronabinol und Cannabidiol, werden in der Medizin angewendet", so Blaas. Das Dronanbinol - auch Delta-9-THC genannt - ist ein aus der Pflanze gewonnener Wirkstoff, der sich für verschiedene Leiden anwenden lässt. "Die Substanz wirkt muskelrelaxierend, beruhigend, stimmungsaufhellend, appetitanregend, übelkeitshemmend, schmerzstillend, bronchienerweiternd und augeninnendrucksenkend", erklärt der Arzt.

"Eine Überdosis ist praktisch ausgeschlossen", so Blaas. Der klassische Einsatz liege ganz sicher in der Schmerztherapie. Aber auch MS-Patienten bringe es eine Erleichterung, da Dronabinol die Tagesmüdigkeit verringert und gegen Depressionen hilft. "Auch in der Geriatrie hat sich Dronabinol aufgrund der relaxierenden Wirkung bewährt und bringt im Vergleich mit chemischen Keulen zum Ruhigstellen deutliche Vorteile."

Kontrolle des Cannabis-Gebrauchs durch Arzt

Für eine Legalisierung von Cannabis tritt Blaas nicht ein, wohl aber für eine Entkriminalisierung. "Wir wollen das natürliche Cannabis für die medizinische Anwendung fördern, denn dadurch ergibt sich eine breitere Behandlungspalette", erklärt der Mediziner. Es müsse die therapeutische Sicherheit gewährleistet werden. "Dazu gehört der kontrollierte Anbau, um eine kontinuierliche Qualität zu sichern. Zudem muss die medizinische Anwendung auf alle Fälle von qualifizierten Ärzten kontrolliert werden."

Kein Freibrief zum Kiffen

Einen Freibrief zum Kiffen gibt der Mediziner nicht. "Eine physische Abhängigkeit von Cannabis gebe es zwar nicht, eine psychische jedoch schon. "Ein klassischer Joint liefert zwischen 80 und 150 Milligramm Cannabis, die medizinisch wirksame Dosis liegt hingegen zwischen 7,5 und 30 Milligramm", erklärt Blaas. Zudem liefere ein Joint 20 mal mehr Ammoniak, drei- bis fünfmal mehr Stickstoffmonoxid und Blausäure als eine Zigarette.

Bio-Tranquillizer bei richtigen Dosis

"Man hört immer wieder, dass Cannabis Angstzustände auslösen kann", meint der Mediziner. Das treffe bei hoher Dosierung auch wirklich zu. "Wir haben allerdings sehr gute Erfolge bei der Behandlung von Depressionen, Panikreaktionen, Angstattacken und auch bei Burn-Out." Man könne Cannabis in der richtigen Dosierung als idealen Bio-Tranquillizer ohne Nebenwirkung bezeichnen.

"Wir müssen endlich davon loskommen, beim Stichwort Cannabinoide sofort an Rauschgift zu denken", bringt der Wiener Schmerzmediziner Hans-Georg Kress vor. "Die Substanzen sind wirksame Arzneimittel für kranke Menschen." (pte)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 42
1 2
Schwedenbåmbe
02
25.11.2009, 14:10

Sogar in Tschechien darf jeder zu Hause zwei Pflanzen stehen haben.

Hier in Schweden wird man quasi zwangspsychiatriert, wenn man mit einem Joint erwischt wird. Cannabis=Heroin=tödlich.

Ich zieh jetzt nach Tschechien, erstens hab ich dort Verwandtschaft und zweitens ist dort das Wetter besser ;-)

dahawaiandinosaur
00
25.11.2009, 08:02

da geb ich dir recht, hier bei standard scheinen die leute wirklich sehr gut informiert zu sein.
aber seht euch mal in anderen tagezeitungen oder dessen homepages um, da wird dieses thema völlig totgeschwiegen!!!
jemand der sich nicht im netz informiert hat vermutlich nicht mal mitbekommen wie weit gut 1/3 der vermeintlich prüden amis bereits bezüglich dieses themas sind!!!

cyberfrank
01
24.11.2009, 12:23

erfreulich, dass sich in den letzten jahren die akzeptanz bezülgich CANNABIS in den standard-foren bzw. bei den postings in richtung cannabis-freigabe / entkrininalisierung geändert hat!
BRAVO LEUTE ich bin stolz auf EUCH!!

nofretete69
 
15
23.11.2009, 22:46

a joint a day keeps the doctor away ! ;-)

werwolfi
00
23.11.2009, 20:57

"Anbauen für die Medizin"

wie ist das "(an)bauen" hier gemeint? ;o)

"Ein klassischer Joint liefert zwischen 80 und 150 Milligramm Cannabis, die medizinisch wirksame Dosis liegt hingegen zwischen 7,5 und 30 Milligramm", erklärt Blaas.

weiter oben sagt er noch, eine überdosierung sei "praktisch ausgeschlossen"... ;o)

alte frau
00
24.11.2009, 09:18

das soll heißen, dass eine schädliche überdosis praktisch unmöglich ist.
eine alkoholvergiftung holst du dir schnell mal, bei cannabis ist das fast unmöglich.

werwolfi
00
24.11.2009, 14:09
du weißt schon, was ";o)" bedeutet? ;o)

miesebriese
01
23.11.2009, 18:15

Zudem liefere ein Joint 20 mal mehr Ammoniak, drei- bis fünfmal mehr Stickstoffmonoxid und Blausäure als eine Zigarette.

-> zauberwort: vaporizer

Zinnmo
 
01
23.11.2009, 18:46

Die helfen nur zum Teil. Kekse sind besser.

FinalDestinati0n
01
23.11.2009, 17:30

Hmm, dieses Wochenende war wieder grün...

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
113
23.11.2009, 15:13
Cannabis erlauben, oder Alkohol verbieten!

Aber dann gäbe es keine Jubelmeldungen mehr, dass die Polizei "nach monatelanger Observierung im Rahmen eines Cobra-Einsatzes endlich den langgesuchten Schwerverbrecher dingfest machen konnte", der am Fensterbrettl in der Kuchl 3 Hanfpflanzerln gezogen hatte...

Die andere Meinung
 
00
23.11.2009, 16:46
Aber dann gäbe es keine Jubelmeldungen mehr, dass die Polizei "nach monatelanger Observierung im Rahmen eines Cobra-Einsatzes endlich den langgesuchten Schwerverbrecher dingfest machen konnte

naja,
dafür würde jeder drogen-gast-wirt, jeder drogen-supermarkt-leiter usw in den häfen gehn..

wäre genauso eine art, irgendwelche bevölkerungsgruppen einfach so zu kriminalisieren, grundlos..

agarthianer
00
23.11.2009, 14:10
Königliche Krämpfe während Menses

http://www.hempmuseum.org/SUBROOMS/... ISTORY.htm

Roter Baron
22
23.11.2009, 12:26
i freu mi aufs alt-werden

>Auch in der Geriatrie hat sich Dronabinol aufgrund der relaxierenden Wirkung bewährt und bringt im Vergleich mit chemischen Keulen zum Ruhigstellen deutliche Vorteile<

DRÖNABINOL kuuuuuhl


roter baron

werwolfi
00
23.11.2009, 21:01

gerade fällt mir auf, dass dein logo ein doppeldecker ist - das mit dem roten barons am meisten assoziierte fluggerät war aber doch ein dreidecker:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fokker_Dr.I

Zinsmeister
 
124
23.11.2009, 12:19
"Kein Freibrief zum Kiffen"

FU!
dafuer brauch ich auch keinen freibrief von irgendwelchen weltfremden sesselfurzern!

das mach ich einfach, bin ueber 18, brauch niemanden zu fragen. is mein koerper. is mein geist.

kein fetter politiker kann mir vorschreiben, welche pflanzen auf dieser erde ich nutzen darf & welche nicht! nochmal ein herzliches *FU*! :-)

legalisiert das endlich, dann gibts eventuell auch bald weniger gewaltdelikte oder unfaelle im alololrausch!

Schwedenbåmbe
00
25.11.2009, 14:05

Mei Red'

Chronisch komisch und manisch damisch
01
23.11.2009, 15:26

Ganz meine Meinung. Wo kann ich unterschreiben?

3ch0
010
23.11.2009, 13:43

+ Arbeitsplätze in Kiff-Industrie/Handel
+ Steuerabgaben jenseits der 100Mio-Grenze

wäre ein Experiment wohl wert.

Die andere Meinung
 
05
23.11.2009, 16:47
wäre ein Experiment wohl wert.

ist längst kein experiment mehr - in NL funktionierts ja..
in der CH auch..
in GB auch,
in FRA auch...
californien ist unlängst in dieser gruppe mitglied geworden,
nur der hinterwäldnerische bananenstaat bleibt natürlich auf der strecke..

Hans Laschnig
11
23.11.2009, 17:47
...in der CH auch...

Nee, stimmt nicht. Auch in der Schweiz muss man sich verstecken, wenn man das böse Cannabis raucht. Immerhin sind beim Erwischt werden die Strafen nicht besonders schlimm.

LM AA
00
24.11.2009, 10:04
also auf der ETH Zürich

haben die Studenten selbst auf der Uni geraucht (ok, war im Keller, aber immerhin) ... also soo verstecken braucht man sich anscheinend nicht dort ;-)

Germaine Gohl
 
00
23.11.2009, 22:51
Medical Club in der Schweiz

Wir sind bemüht daran zu arbeiten, es stehen 2 Vereine im Aufbau.

Verboten ist es nach wie vor, doch geben wir uns Mühe als selbstbetroffene kranke, dieses in Zukunft ändern zu können. Es steckt noch viel arbeit dahinter.

Grüsse
fiori0

Zinnmo
 
21
23.11.2009, 18:48

Die Schweiz hätte es erlaubt, wenn die Schweizer dann nicht vom Ansturm von Kampfkiffern aus halb Europa überrollt würde. Gegen einen kleinen Joint hat dort kaum etwas, aber Potheads sind halt auch nicht viel anderes als Saufköpfe...

8uddh48r0t
05
23.11.2009, 12:13
Einen Freibrief zum Kiffen gibt der Mediziner nicht.

"Eine physische Abhängigkeit von Cannabis gebe es zwar nicht, eine psychische jedoch schon.""

Was auf so ziemlich ALLES zutrifft was Spass macht.
Studien belegen ja, dass das Risiko von Cannabis abhängig zu werden auch nicht höher ist als z.B. Kaufsüchtig, Spielsüchtig, Sexsüchtig oder sonstwas zu werden.
Das psychische Abhängigkeitspotential von Alkohol und vorallem Zigaretten ist um einiges höher.


"Zudem liefere ein Joint 20 mal mehr Ammoniak, drei- bis fünfmal mehr Stickstoffmonoxid und Blausäure als eine Zigarette."

Und? Was soll das jetzt heissen?
Dass es "schlimmer" ist am WE mal nen Joint zu paffen als täglich ne Schachtel Zigaretten zu qualmen?
Wie sieht es mit dem "Freibrief" zum Tabakrauchen und Saufen aus?

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