Gold: "Markt will 1200 Dollar sehen"

23. November 2009, 18:18

Der Goldpreis setzt seine Rally fort und beginnt die Woche mit einem neuen Rekordhoch

Der Goldpreis setzt seine Rally fort und beginnt die Woche mit einem neuen Rekordhoch. Neben politischen und konjunkturellen Sorgen treiben vor allem Spekulanten den Preis für das Edelmetall nach oben. 

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Frankfurt/Wien - Angst vor Inflation, politische Turbulenzen, ein schwacher Dollar und Spekulanten: Aus diesem Rezept ist die Rekordjagd beim Goldpreis derzeit gemacht. Am Montag hat eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls 1167,45 Dollar (788,02 Euro) gekostet - knapp 20 Dollar mehr als im späten Freitagsgeschäft.

Vor allem der schwache Dollar treibt die Anleger in Gold-Investments. Die US-Währung ist unter Druck geraten, nachdem ein führender Vertreter der US-Notenbank (Fed) eine Ausweitung der Wertpapierrückkäufe durch die Fed gefordert und einen langfristig niedrig bleibenden Leitzins prognostiziert hatte. Auch Unsicherheiten über die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Erholung führen dazu, dass Anleger wieder vermehrt Gold kaufen.

Nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg flüchten Anleger auch in Reaktion auf neue Spannungen im Nahen Osten in das sichere Gold. Der Iran hat am Wochenende ein großangelegtes Militär-Manöver begonnen, bei dem der Schutz der Atomanlagen des Landes trainiert werden sollte. Gleichzeitig drohte die islamische Republik damit, Raketen auf Israel abzuschießen, sollten seine Atomanlagen angegriffen werden.

Ein nicht zu unterschätzender Grund für die Goldpreisrally ist die hohe Nachfrage von Finanzinvestoren. "Es ist ganz klar, der Markt will die 1200 Dollar sehen", sagte LBBW-Rohstoffexperte Frank Schallenberger. Er weist darauf hin, dass Gold im Vergleich zu anderen Anlageklassen noch ein erhebliches Nachholpotenzial habe. Seit Jahresbeginn hat sich Kupfer um 130 Prozent verteuert, Blei sogar um 140 Prozent, Öl kostet mehr als das Doppelte. Der Preisanstieg beim Gold liegt bei vergleichsweise mageren 30 Prozent.

Neben den eher theoretischen Faktoren gebe es auch fundamentale Gründe für einen weiter steigenden Goldpreis, so Schallenberger. Zum einen kaufe Indien wieder mehr Gold für die Schmuckherstellung. "Aber ein viel entscheidenderer Punkt ist, dass Notenbanken inzwischen zu Netto-Käufern werden", so Schallenberger. Seit 2001 hätten die internationalen Notenbanken pro Jahr rund 500 Tonnen Gold verkauft. 2009 seien es gerade einmal 26 Tonnen gewesen, im dritten Quartal sei unter dem Strich bereits mehr Gold gekauft als verkauft worden. "Offenbar sind einige Notenbanken wie die indische, die chinesische oder die russische unterversorgt mit Gold", sagte Schallenberger.

Die Spannungen mit dem Iran schürten auch die Sorge vor einer Angebotsverknappung beim Rohöl, was den Preis ebenfalls in die Höhe treibt. Händler begründen den Preisaufschlag aber auch mit dem Anstieg der Ölnachfrage in China - das heißt Nettoimporte plus Produktion - um mehr als zehn Prozent im Oktober im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Ein Fass US-Leichtöl (WTI) kostete am Montag mit 78,42 Dollar 1,2 Prozent mehr als am Freitag, Nordseeöl stieg um 1,4 Prozent auf 78,31 Dollar. (Reuters, bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.11.2009)

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Bertl Redford
20
23.11.2009, 23:14
die nächste blase ...

... platzt bestimmt

p c2
00
25.11.2009, 13:54

mit sicherheit. - die staatsanleihenblase.

es ist momentan die einzige blase weit und breit

ps: bei 400$ hat man auch schon von einer goldblase gesprochen. ist allerdings schon ein paar jahre her.

sebastian neuner
11
24.11.2009, 07:09

solche und ähnliche ansagen schreiben "experten" schon seit einem halben jahr oder länger! geht´s genauer? oder wolltest bloss was schreiben?

José Atento
01
23.11.2009, 23:52
Manche warten jetzt bis Gold wieder unter 1000$ fällt:

http://www.marketwatch.com/story/gol... 2009-11-23

Da kann ich nur für diese Analysten hoffen, dass sie nochmals diese Gelegenehit zum Kauf bekommen.
Aber heuer noch unter $1000, das ist ziemlich unrealistisch. Das Jahr ist fast gelaufen. Im Dezember gibt es sicher keine Verkaufspanik mehr. Und im Sommer 2010? Da steigt der Preis vorher nochmals an, sodass selbst bei einer scharfen Korrektur nächstes Jahr der Goldpreis wahrscheinlich nicht mehr unter $1000 fällt. In Euros würde er sowieso weniger fallen.

Dante Alighieri
12
23.11.2009, 22:58

Schon witzig wie die selbsternannten Spekulationsgegner die Goldspekulation anfeuern ^^

The Dark
01
24.11.2009, 07:39
schnelles Geld

kann man zur Zeit relativ einfach mit Gold machen.

free spirit
00
23.11.2009, 22:35
genau

graben wir noch den rest des brasilianischen regenwaldes um, vergiften wir noch mehr flüsse mit quecksilber, produzieren wir noch mehr gold, welches sich tussis und zuhälter um den hals wickeln können...

sebastian neuner
00
24.11.2009, 07:12

es wird wohl noch lange zeit brauchen, bis wir feststellen, dass alle rohstoffe endlich sind. bis dahin wird sich sicher niemand um alternativen gedanken machen!

José Atento
03
23.11.2009, 23:59
JA,

das ist der Nachteil an diesem Goldzyklus. Doch das verdanken wir den Zentralbankern und unseren Politikern, die das Geld ununterbrochen entwerten.
Deshalb kaufen die Leute als Sicherheit Gold. Die Schmucknachfrage geht bei steigenden Preisen sowieso zurück.

Ich weiß nicht wieviel % der gesamten Minenaktivitäten weltweit Goldminen sind?
Aber der Anteil wird nicht allzu groß sein.
Gold wird auch zusammen mit Silber oder auch anderen Metallen gefördert.

amused8
00
24.11.2009, 08:53
Nicht nur Peak Oil sondern auch Peak Gold

Wenn sie Zeit haben können sie sich ja diesen Artikel zu Gemüte führen. Auch eine der Begründungen für den Goldpreisanstieg

"..Ore grades have fallen from around 12 grams per tonne in 1950 to nearer 3 grams in the US, Canada, and Australia. South Africa's output has halved since peaking in 1970...."

http://www.theoildrum.com/node/5960

Nicht zu vergessen Indien. Hier wird traditionell von der wohlhabenden Bevölkerung rund ein Drittel der weltweiten jährlichen Goldproduktion gekauft, vorzugsweise in den letzten Monaten des Jahres.

José Atento
00
24.11.2009, 12:11
Danke, ich kenne diese Seite zum Thema Öl.

Es ist in der Tat die Realität, dass Gold immer schwieriger zu fördern und zu finden ist. Die Produktionen in Südafrika gehen bereits seit vielen Jahren stetig zurück. Dort sieht die Lage für die Goldminenindustrie sehr düster aus. Die erzielen trotz des höheren Goldpreises nur Verluste. Die Kommunisten dort wollen die Minen sogar verstaatlichen.

Aber das alles ist nicht so relevant, denn Gold wird nicht verbraucht! Fast all das Gold, das jemals gefunden und gefördert wurde ist noch vorhanden.
D.h. wenn jemand Gold haben möchte ist es IMMER nur eine Frage des Preises. Es kann niemals eine Knappheit geben wie bei einem sonstigen Roshtoff, der verbraucht wird.

Die Knappheit an Münzen gab es nur weil der Preis so niedrig war/ist.

Schwatzwutz
 
15
23.11.2009, 18:00
mir persönlich ist gold nicht genug krisensicher,

daher inverstiere ich den großteil meines geldes in einen unterirdischen bunker gefüllt mit konservenvorräten, die an die 50 jahre reichen sollten. der rest des geldes geht in waffen und die zur verteidigung des bunkers benötigte munition.
ich glaube damit sollte ich die krise überstehen.

nix fir unguad
01
24.11.2009, 06:54
Whisky & Wein lassen sich sehr gut lagern und...

...gewinnen mit der Zeit an Wert. Das ist was ich im Keller habe.

das ist alles sehr kompliziert!
 
04
23.11.2009, 20:46

Die restlichen 50 Jahre des Lebens im Bunker sitzen, mit der geladenen Puffen in der Hand, und Dosenfutter kauen?

WOZU wollen Sie denn dann die Krise überleben???


;-)

José Atento
00
24.11.2009, 00:05

Man kann ja auch einen bequemen Bunker einrichten ;-)
Und die richtigen Leute einladen.
Die Keller sind heute sowieso alle aus Beton. Etwas komfortabler ausbauen und schon lässt es sich da drinnen sehr gut leben.

Ein Bekannter hat jetzt ein Haus mit Wohnkeller gebaut; Supersache. Der Keller ist sehr energieeffizient (Passivhauseigenschaften) und Quasi auch eine Art Schutzraum.

Ehemaliger ösi
00
23.11.2009, 20:12
Klassischer Lehrsatz:


Waffen+Ammo > Gold

José Atento
01
23.11.2009, 19:57

Ich hoffe Ihre Konserven halten 50 Jahre ;-)
Aber grundsätzlich ist die Idee gut.

Ich halte es auch so. Vorräte anlegen, Haus befestigen (schusssichere Fenster und Türen) und Bewaffnung zulegen.

Wenn in der nächsten großen Versorgungskrise der Mob hungrig wird, werden nur mehr die Promis von der Polizei geschützt. Dann kommt es auf den Eigenschutz an.

Silvio Lackner
43
23.11.2009, 16:31

Ist das nicht ein globaler Tulpenwahn? Wann platzt der Glaube an Gold? In 3, 5, 10 Jahren?

José Atento
01
23.11.2009, 20:00
Alles ist relativ!

5 Jahre? Unwahrscheinlich.
10 Jahre? Gut möglich.
Aber dann wird der Goldpreis vermutlich sehr viel höher stehen.

Außerdem verliert Gold NIEMALS seinen Wert. Ganz im Gegensatz zum Papiergeld. Es ist also egal wo der Goldpreis irgendwann steht. Die Kaufkraft von Gold wird sich kaum verändern, aber viele werden mit ihrem Geld die Kaufkraft komplett verlieren.
Alles ist relativ ;-)

Silvio Lackner
10
24.11.2009, 14:27
Gold unterscheidet sich durch nix mehr von einer Währung.

Sein Materialwert ist inzwischen verschwindend gering, weil so viel Gold, wie weltweit in den Kellern und Tresoren liegt, da könnens jedem mindestens zwei goldene Gebisse verpassen.

Das ist ja der Irrglaube, hier einen "realen" Gegenwert zu besitzen. Man besitzt aber ein Massenprodukt, an das halt immer noch die überwiegende Zahl der Menschen glaubt (wie es halt bei Spekulationen immer schon so war).

Vor Jahren hat man den Tulpen ähnliches zugetraut wie dem Gold heute. Bis allen ein Licht aufging, dass realistisch betrachtet Tulpensamen niemals einen derart hohen Wert haben können. Dann machte es ´Peng´.

José Atento
00
24.11.2009, 15:08
Ergänzung:

Wenn sie in einem freien Markt die Marktteilnehmer frei wählen lassen welche Währung sie wählen würden, dann würden sie anscheinend derzeit eher Gold wählen, als den Dollar, Euro, etc.

Lesen Sie vielleicht einmal hier: http://www.constitution.org/mon/green... n_gold.htm
Gold und wirtschaftliche Freiheit (Alan Greenspan 1966)

José Atento
00
24.11.2009, 15:04

Jedem Erdenbürger könnten Sie ca. 0,75 Oz. Gold zukommen lassen. Falls es die Goldbesitzer hergeben ;-)
Das ist nicht besonders viel.
Tulpensamen mit Gold zu vergleichen ist doch etwas einäugig. Gold ist KEINE Investment. Es bringt auch KEINE Rendite, sondern ist lediglich eine Versicherung gegen den Ausfall der Papierwährungen. Zumindest so lange es keinen vernünftigen Ersatz (= stabile gedeckte Währung) gibt.

nix fir unguad
10
24.11.2009, 06:58
Wenn man Gold in 1980/81 gekauft hat, dann hat man...

...sehr wohl verloren, oder man brauchte einen sehr langen Atem. Ich glaube kaum, dass jetzt eine Unze die selbe Kaufkraft hat wie vor ca. 30Jahren.

José Atento
00
24.11.2009, 11:24
Da haben sie schon recht.

Da müsste Gold schon bei $2400 stehen oder manche meinen sogar bei $7000, wenn man die Methode der Indexberechnung (CPI in USA) von 1980 heranzieht.

Aber es ist natürlich niemals ratsam am Höhepunkt in der finalen Spekulationsblase zu kaufen. 1980 war eine Zeit, als es klug war Gold in Aktien einzutauschen. Gut das weiß man im Nachhinein immer besser.
Doch von solch einer finalen Phase sind wir derzeit noch weit entfernt.

Wer z.B. 1970 kaufte, der hat mit Gold bis heute eine "Rendite" von 9% p.a. erzielt. Das entspricht etwa der tatsächlichen Geldentwertung in diesen 40 Jahren. Die offiziellen Zahlen liegen natürlich viel niedriger - wen wundert's?

A.M.A
00
23.11.2009, 18:51
das behaupten die, die gold verteufeln

schon seit tausenden von jahren, bis heute nicht eingtroffen.

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