Gründungsparteitag in Novi Sad abgehalten
Belgrad - Ein Enkel des ehemaligen jugoslawischen
Staatschefs Josip Broz Tito will die serbischen Kommunisten nun
vereinigen. In der Hauptstadt der nordserbischen Provinz Vojvodina,
Novi Sad, wurde am heutigen Sonntag gemäß Medienberichten ein
Gründungsparteitag der Kommunistischen Partei Serbiens abgehalten, an
dem Vertreter mehrerer kleinerer Parteien kommunistischer Ausrichtung
teilnahmen.
Wegschmeißen, was schlecht war
Das Parteiprogramm der neuen Kommunistenpartei stützt sich nach
Angaben von Josip Joska Broz, wie der Enkel Titos heißt, auf die
Erfahrungen des einstigen Kommunistenbundes, aber auch die neuen
Erfahrungen, welche die Privatisierungen in Serbien und die
EU-Ausrichtung des Landes miteinbeziehen. "Wir akzeptieren alles, was
gut war, und schmeißen alles weg, was schlecht war", erklärte der
ehemalige Forst- und Gastwirt für Medien. Er bekundete auch seine
Überzeugung, dass es im Land genügend Platz für eine neue
Kommunistenpartei gebe, da es in Serbien "viele Kommunisten gibt, die
ihre Überzeugung bewahrt haben".
Medienberichten zufolge sind in Serbien derzeit 14 Parteien
kommunistischer Ausrichtung tätig. Keine ist im Parlament vertreten.
Der frühere Kommunistenbund Serbiens wurde im Jahre 1990 von
Slobodan Milosevic in Sozialistische Partei umbenannt. Nach dem Sturz
des Regimes von Milosevic im Jahre 2000 erlebte die Partei ihren
Tiefpunkt. Seit eineinhalb Jahren gehören die Sozialisten unter
Anführung von Ivica Dacic, einst Sprecher der Partei Milosevics,
erneut zur serbischen Regierungskoalition. (APA)