Gesetzesvorschlag kommt ins Senats-Plenum

22. November 2009, 18:22
  • Im Wortlaut: Die Health Care Bill 3590.

Nach Thanksgiving beginnt die Debatte - Noch viele Hürden bis zum endgültigen Beschluss zu nehmen

Washington/Wien - Es sind kleine Schritte, aber es geht voran: Die von US-Präsident Barack Obama vorangetriebene Gesundheitsreform hat am Wochenende eine weitere wichtige Abstimmung im US-Senat überstanden. Der Gesetzesvorschlag der zweiten Kammer des Kongresses wurde damit dem Plenum des Senats zur Debatte zugewiesen. 58 demokratische und zwei unabhängige Senatoren stimmten für das mehr als 2000 Seiten starke Gesetzespaket, das der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, federführend ausgehandelt hat. 39 Republikaner waren dagegen, einer enthielt sich.

Bis zuletzt musste Reid um die Zustimmung zweier demokratischer Senatorinnen kämpfen. Mit Mary Landrieu und Blanche Lincoln aber erreichten die Demokraten jene 60 Stimmen, die notwendig waren, um republikanische Obstruktionsversuche zu verhindern. Beide Senatorinnen kündigten allerdings an, dass sie für ihre Zustimmung bei der Plenardebatte noch einige Änderungen in dem 850 Milliarden Dollar schweren Reformpaket sehen wollen.

Die Debatte soll nach den Thanksgiving-Ferien am 30. November beginnen und mindestens drei Wochen in Anspruch nehmen. Findet der Vorschlag auch dann noch die Zustimmung der 60 Senatoren auf demokratischer Seite, wird ein gemischter Ausschuss zwischen Repräsentantenhaus und Senat einberufen, der die Reformpakete beider Kammern zu einem Vorschlag vereinen soll. Darüber wird dann noch einmal in beiden Häusern des US-Senats abgestimmt. Erst dann kann Präsident Barack Obama - entsprechende Mehrheiten vorausgesetzt - die Gesundheitsreform endlich unterzeichnen.

"Historisches Votum"

Obwohl Obamas ambitioniertes Ziel, die Reform bis Ende des Jahres durchzubringen, nicht zu halten sein wird, kam ein positives Echo auf den Senatsentscheid aus dem Weißen Haus: "Das war ein historisches Votum", erklärte Obamas Sprecher Robert Gibbs. Damit sei man einen Schritt näher ans "Ende der Missbräuche durch Versicherungsunternehmen" gekommen. Menschen mit Versicherungsschutz bekämen dadurch mehr Sicherheit, Menschen ohne kämen in greifbare Nähe eines Versicherungsschutzes. Der Senatsplan würde 31 Millionen von insgesamt 47 Millionen Menschen ohne Krankenversicherung ins System nehmen.

Die Republikaner sind weiterhin der Ansicht, die Reform sei zu teuer. Mitch McConell, der republikanische Minderheitsführer im Senat, erklärte nach der Abstimmung, seine Partei würde "alles tun, um diese Reform zu stoppen. Das erwarten die amerikanischen Bürger von uns." Eine Mehrheit der Amerikaner lehnt die Reform in Umfragen ab.

Im Paket des Senates ist sowohl die Möglichkeit einer staatlichen Krankenversicherung ("public option") ab 2014 vorgesehen als auch das Verbot für private Versicherer, Bürger wegen ihrer medizinischen Vorgeschichten abzulehnen. Finanziert werden soll die Reform mit Steuern auf die obersten Einkommen in den USA.

Bereits in den ersten zehn Jahren nach Inkrafttreten sollen sich laut Demokraten Einsparungen im System von über 100 Milliarden Dollar erzielen lassen, in der zweiten Dekade sollen dann mehr als 650 Milliarden US-Dollar weniger zu zahlen sein. (pra/DER STANDARD, Printausgabe, 23.11.2009)

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19 Postings
elle(s)
00
29.11.2009, 10:35
mit-analyse

http://www.politico.com/news/stor... 29959.html

müsste dem namen nach seriös sein.
und wird sich hoffentlich auswirken.
wie auch das aussperren der allmächtigen lobbies.

Odo
21
24.11.2009, 03:08
Gestern kam mit Rasmussen innerhalb einer Woche das fünfte Meinungsforschungsinstitut mit einer Umfrage heraus, die die Zustimmung zu den Gesundheitsreformplänen von Präsident Obama und den Demokraten nur noch bei 40 % oder sogar darunter sieht.

http://www.rasmussenreports.com/public_co... are_reform

70 % der unabhängigen Wähler lehnen die Reformpläne nach dieser Umfrage ab. Und selbst bei den Anhängern der Demokraten liegt die Unterstützung derzeit gerade mal noch bei 73 %.

Wenn man die momentanen Umfrageergebnisse zugrundelegt ist die Mehrheit der Wähler von beiden derzeit vorliegenden Gesetzentwürfen des US-Kongresses zur Gesundheitsreform nicht sonderlich begeistert.

xEurocent
03
24.11.2009, 13:25

Fragt man nach den einzelnen Elementen der Reform, Public Option, Ende der Pre-Existing-Conditions, etc. hat man Zustimmungswerte von 60-70 Prozent.

Zeigt wie dumm derartige Umfragen über eine so komplexe Materie ist, die kein Normalbürger versteht.

freudich
00
23.11.2009, 12:04

warum erst ab 2014? wenn die dems wahlen gewinnen wollten, müssen die leute schon früher die vorzüge des neuen systems erkennen.

Chris Haslacher
 
62
23.11.2009, 08:57
Ein historischer Fehler auch in US mehr Sozialismus zu oktroyieren.

Ohne zu viel Sozialismus sind die US ja bisher ganz gut gefahren (Paradebeispiel: Reagan).
Ab nun geht´s wohl bergab.

el ka
01
23.11.2009, 12:52

dann geh doch hin, wenns dir dort besser gefällt... so wie der schwarzenegger, der aus österreich wegen dem sozialismus geflüchtet ist
1968 !
*lol*
Josef Klaus, der Sozialist!

für die, die sich nimmer erinnern können:
http://de.wikipedia.org/w/index.p... 1210232201
in bissl wie der erwin aus nö sieht er aus ;-)

René Monet
 
10
23.11.2009, 10:28
Noch dazu kommt,

dass die usa eine niedrigere lebenserwartung und eine doppelt so hohe säuglingssterberate, als zb österreich/oecd durchschnitt haben ...

René Monet
 
00
23.11.2009, 10:24
eine reform ist allerdings sicher notwendig

da die usa das teuerste gesundheitssystem zb der oecd staaten hat - ca. doppelt so hohe pro kopf ausgaben, wie österreich! Und ob das us-system auch doppelt so gut ist, wag ich zu bezweifeln.

Verzweifelnd
01
23.11.2009, 10:03

Ich würde mir auch hierzulande eine völlige Freigabe bei Schusswaffen wünschen. Diese links-linken Fesseln müssen endlich abgestreift werden! Die USA fahren seit Jahren gut damit! AK-47s for everyone!

papst benedikt
17
23.11.2009, 09:34

jemand, für den eine allgemeine krankenversicherung sozialistisch ist, knabbert wahrscheinlich noch an der abschaffung der sklaverei...

Ein nitupsaR
 
11
23.11.2009, 05:13

Ich denke, eine allgemeine Krankenversicherung ist ein integraler Bestandteil jeder modernen Gesellschaft.

Wer Klasse liegen oder sich seinen Arzt aussuchen will, soll das tun, kostet halt extra. Aber _jeder_, der krank oder verletzt ist, hat das Recht auf Behandlung und Erholung bis zur Arbeitsfähigkeit. Das ist ein Grundrecht.

Pech kann nämlich jeder ham.

elle(s)
00
22.11.2009, 23:57
ok:

ich denke mittlerweile, die nachtschicht beim standard ist aus iwelchen gründen ausgefallen, die zensi nicht oder besonders intensiv operativ und deshalb gibt es keinerlei postings in diesem bereich.
morgen um acht oder so wieder.

Odo
00
22.11.2009, 23:52
"Eine Mehrheit der Amerikaner lehnt die Reform in Umfragen ab."

Und der Abstand zwischen Gegnern und Befürwortern der Gesundheitsreform ist in den vergangenen Wochen größer geworden.

http://www.pollster.com/polls/us/... thplan.php

So gab es in der vergangenen Woche zwei Umfragen (Fox News und Quinnipiac), bei denen die Zahl der Befürworter der Reform nur noch 35 % der registrierten US-Wähler betrug. Im Durchschnitt aller Umfragen sind es derzeit gut 40 % der US-Bürger, die die gegenwärtigen Pläne zur Gesundheitsreform befürworten.

Das hatten sich die Demokraten zu Beginn des Jahres ganz anders vorgestellt. Eigentlich sollte ein populärer Präsident Obama einen Großteil der US-Bevölkerung von den Vorzügen der geplanten Gesundheitsreform überzeugen. Dieses Vorhaben ist aber gründlich daneben gegan

elle(s)
00
22.11.2009, 23:01
und was

war so drastisch an meinem letzten posting, dass es nicht online gestellt werden kann/konnte?
es gab ja wirklich eine hitzige diskussion beim vorgängerartikel, die jetzt nicht mehr aufscheint.
:(

elle(s)
00
22.11.2009, 22:13
die waren dem standard

anscheinend zu heftig --> eliminierung.
:(

Mahatma Mahatmaned
00
22.11.2009, 21:13

also ich hätte mir eingebildet, dass es hier schon mehr postings gegeben hätte.

Odo
00
22.11.2009, 23:32
Der vorherige Artikel zum Thema ist halt schon im Standard-Archiv "verschwunden".

http://derstandard.at/125674534... e-im-Senat

-_-
11
22.11.2009, 20:03
diese Republikaner

sind einfach nur grauenhaft...

Anarchoskinhead
 
00
23.11.2009, 08:06

Die Demokraten sind nicht besser.

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