Uni-Proteste Tag 32

Faymann plädiert erneut für Zugangsregeln

22. November 2009, 14:26

Spontandemo vor Amerikanischer Botschaft in Wien - Ein-Monats-Feier im Wiener Audimax - SPÖ will Ausgleichszahlungen für deutsche Numerus-Clausus-Flüchtlinge

UPDATE 14.30: Bundeskanzler Werner Faymann plädiert im "trend" wieder für Zugangsregelungen für Universitäten. "Ich sage: Ja, die Universität braucht Regelungen", so der Kanzler, "alles andere ist völlig unrealistisch." Er meint damit den Notfallparagraphen. Dieser besagt, dass Institute Zugangsregelungen einführen können, wenn die Studienbedingungen nicht mehr vertretbar sind. Das erfordere kein neues Gesetz, aber einen Beschluss der Bundesregierung, dieses Gesetz auszuweiten. "Ich will das" erklärt Faymann. Das Zeugnis einer künftigen Zentralmatura will er nicht als Eingangshürde verwenden: "Mir gefällt eine Studieneingangsphase besser, weil sie darauf Rücksicht nimmt, wer sich wofür im Leben interessiert." Die ÖH reagierte erbost: "Faymann will über Notfallparagraphen und Studieneingangsphasen junge Menschen vom Studium fernhalten", sagt Sigrid Maurer vom Vorsitzteam. "Eingangsphasen sind auf den Universitäten schon längst Realität. Sie dienen laut Gesetz der Orientierung und nicht der Selektion!", sagte Maurer in einer Aussendung.

***

Einen Monat ist das Audimax der Uni Wien schon besetzt. Unter dem Motto "Uni brennt" hatten die Proteste begonnen. Der Funke ist mittlerweile auch auf andere Unis übergesprungen. In Universitätsstädten weltweit waren in dieser Woche Studenten auf die Straße gegangen.

In Kalifornien hatte die Besetzung der University of California in Berkeley negative Folgen: Hunderte Studenten hatten am Freitag ein Gebäude der Uni besetzt, weil die Studiengebühren ab Jänner um ein Drittel erhöht werden sollen. Die Polizei schritt ein und nahm drei Demonstranten fest. Aus Solidarität gingen die Wiener demonstireren. Vor der Amerikanischen Botschaft in Wien hielten sie Samstagabend eine Spontandemo ab.

Heute, Sonntag, feiern die Wiener Besetzer den Ein-Monats-Tag, mit einer Diskussion am Abend und einer Jam-Session ab 23 Uhr.

Unterdessen bereiten sich die Regierungsparteien mit politischen Scharmützeln auf den Hochschuldialog ("Dialog Hochschulpartnerschaft") am 25. November vor. Gestern forderte Bildungsministerin Claudia Schmied Wissenschaftsminister Johannes Hahn auf, noch vor seinem Abgang nach Brüssel, Gespräche in Richtung Ausgleichszahlungen für deutsche Studenten aufzunehmen. Ausgleichszahlungen hatte zuletzt Bundeskanzler Werner Faymann gefordert. Die ÖH hatte dies begrüßt - der Standard.at berichtete. (mil, derStandard.at, 22. November 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 37
1 2
crowfoot
00
4.12.2009, 01:09
ach ja und übrigens

bin ich für zugangsbeschränkungen wenn es um´s parlament geht. und eine studieneingangsphase für politiker, mal schauen faymann ob du dann noch dabei wärst!!!

crowfoot
00
4.12.2009, 01:05
nie wieder

faymann bei der nächsten wahl hats dich, du bist eine ...... für die sozialdemokratie.

harald ecke
 
01
23.11.2009, 11:16
Was mich am meisten ärgert ist,...

... dass esbei Hainburg alleine die Medien waren, die den "Sieg" der Besetzer nach anfnags skeptischer Haltung begrüßten. Der Standard betreibt zwar den UNI-Standard, aber von einer Kmpagne kann man nicht sprechen. Auch eine unabhängige (?) Tageszeitung kann sich im Dienste der guten Sache, und eine solche ist Bildung für möglichst alle, in die Niederungen des Kampagnenjournalismus begeben, ohne dabei das Image der Qualitätszeitung zu verlieren. Ausgerechnet "Heute" hat anfänglich in den Kommentaren des Chefredakteurs die Angelegenheit den Massen verständlich zu machen versucht.

Dormouse
33
23.11.2009, 09:57

"SPÖ will Ausgleichszahlungen für deutsche Numerus-Clausus-Flüchtlinge"

omg wird man bei euch nur in die partei gelassen wenn man unterdruchschnittlich intelligent ist?! was würde wohl dann AUT zahlen wenns für jeden studenten, der anderswo in der EU studiert ausgleichszahlungen vornehmen müssten?!

dumm - dümmer - ...

Helmut-S
20
23.11.2009, 14:26
Wenn das Verhältnis...

...so unausgewogen ist wie DE/AUT, dann braucht man das nicht mit anderen EU-Ländern vergleichen.

Diverl
20
23.11.2009, 14:03

Sieht so aus, denn sonst würden wir nicht so viele Deutsche bei uns studieren lassen, die im eigenen Land zu dumm für einen Studienplatz sind.

MFC
43
23.11.2009, 09:56
Aufmerksam

...was die Studenten streiken noch immer? Nur bemerkt wir es nicht (mehr) !!!!!!

harald ecke
 
02
23.11.2009, 11:11

Die wollen das bis Weihnachten aussitzen und hoffen auf ein Zerbröseln der Bewegung. Da hat sich die Regierung aber getäuscht. Der Link von 010011... zeigt, wie weit edie Bewegung gediehen ist.
Im Übrigen geht es nicht nur um UNIs sondern auch um bildungswillige Arbeitslose, die zuvor vielleicht auch noch im Prekariat schuften mussten. Eine Zugangsbeschränkung würde diese Gruppe gleich wieder ausschließen und stattdessen in den x-ten Kurs "Bewerben aber richtig" gesteckt. Herr Kanzler, hätten sie die Zugangshürden genommen? Wie lange dauerte Ihr Studium?

janeinvielleicht
02
23.11.2009, 10:42
nicht bemerkt?

die medien schweigen. die großen tageszeitungen haben sowieso nie sehr fleissig berichtet und inzwischen hat sich auch der standard zurückgenommen. schade. wieso ist dieser artikel zum beispiel nicht auf der hauptseite verlinkt?

Diverl
30
23.11.2009, 13:46

Weils schon fad wird.

010101110
03
23.11.2009, 04:57
UC Berkeley Protests - Cops Hitting Students

http://www.ireport.com/docs/DOC-360493

stookie
02
23.11.2009, 09:39

"Ich will das", erklärt Faymann...

Und über die Studierenden regt man sich auf, weil sie fordern, ohne noch konkrete Lösungsansätze ausgearbeitet zu haben? Konkrete Lösungsansätze ausarbeiten ist sogar der Job (!) von Kanzler und Vizekanzler, von denen hört man aber bloß "Ich will das" oder "Ich will das nicht".

Das Pumuckl
35
23.11.2009, 02:48

Abgesehen von den Irrungen und Wendungen des Herrn Faymann: Ich verstehe ohnehin nicht, warum Zugangsbeschränkungen eine derart heilige Kuh sind. Selbst wenn die finanziellen Mittel unbegrenzt wären - was bringt es dem Einzelnen, der zig-tausendste Absolvent einer völlig überlaufenen Studienrichtung zu sein, für den es am Arbeitsmarkt einfach keine adäquate Tätigkeit mehr gibt???

crowfoot
00
4.12.2009, 01:13
und

was ist dein lösungsansatz, zugangsbeschränkungen und die die es nicht schaffen gleich für die nicht adäquaten jobs reservieren.

Nick (FMO)
02
23.11.2009, 02:35
konstanz?

Faymann is a flip-flopper!

wobei das erstaunliche ja ist, dass er im gegensatz zu gusenbauer ja "konstanz" zeigen will - nämlich, in dem er nicht am 1. tag A sagt und am 2. tag für das gegenteil davon eintritt. aber diese konstanz bringt er dann offenbar nur bei themen auf, die überhaupt nicht sozialdemokratisch sind - wie zB Abschaffung der Erb- und Schenkungssteuer, Unsterstützung eines ÖVP-Kommissars für die EU unter fadenscheinigen, häufig wechselnden Argumenten...

t-bonesteak
61
22.11.2009, 20:36
nach den weihnachtsferien ist der spuk vorbei - dann kommen die prüfungen...

janeinvielleicht
02
23.11.2009, 10:46
ich spuke weiter als du!

ich habe schon einige prüfungen hinter mir und kann mich jetzt wieder voll auf den protest konzentrieren. ein paar prüfunugstermine werd ich wohl verschieben müssen, aber hey, das ist es wert.

Eva N
03
23.11.2009, 07:20

Und wieder die Spuk-vorbei-Poster, die ich hier seit einem Monat regelmäßig antreffe...

Pythagorean triple
12
22.11.2009, 20:58

Also bei mir kommen die schon in zwei Wochen...

didi111
05
22.11.2009, 19:15
Ich verfolge das nicht mehr so richtig, DARUM


meine Frage:

Mein Wissenstand ist:

1,) Faymann war am Beginn der Demo für Zugangsbeschränkungen,

2.) Nach dem Protest aus der Partei war er DAGEGEN,

und

3.) Jetzt scheint er wieder DAFÜR zu sein.

Sehe ich das richtig?

byron sully
02
23.11.2009, 01:24

kommt halt bei ihm drauf an, ob er grad in einer dichand-marionette-phase oder in einer fellner-marionette-phase steckt. also das müssen sie schon verstehen, daß ein bundeskanzler ja niemals so was wie eine eigene meinung hat, sondern seine aussagen danach ausrichtet, was ihm seine beiden onkels einflüstern. sonst würde ja die welt untergehen, wenn faymann mal tatsächlich so was wie eine eigene meinung hätte. gott behüte!

Zinnmo
 
06
22.11.2009, 20:08

Ganz richtig. Typisch Faymann.

lucifer, sohn der morgendämmerung
 
13
22.11.2009, 19:48

er ist eine flasche, was gibts daran ned zu verstehen? ;)

hättest dir was anderes erwartet?

Seria
12
22.11.2009, 18:26

die Härte mit der Wahlversprechen gebrochen werden ist unglaublich. Nicht den Zugang zur Uni soll man regeln, aber den Grund daß nicht ausreichend Platz etc zur Verfügung steht. man könnte sich auch das Ausbildungsniveau der Anfänger ansehen: Gibt das Abitur / die Matura wirklich die Qualifikation, die ein ordentliches Studieren ermöglicht? Wenn ja, so ist einfach dafür zu sorgen, daß die bestmögliche UNI Ausbildung, ohne Ausländerbeschränkung, zur Verfügung gestellt wird

Martin Pfeiffer3
04
22.11.2009, 17:32
Wer Bildung beschränkt ist selbst beschränkt

Die Studienenigangsphase dient rein zum Rausprüfen und nicht zur orientierung!
Um mehr Studierende aufnehemen zu können braucht es die nötige Infrastruktur und die wiederum braucht Geld.
Und da wären die liben Herrn/Frauen der öster. Politik aufgefordert etws zu unternehmen!
Ein Tipp sinnvolle umverteilung des Kapitals

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