Bürger demonstrieren für und gegen Ortega

22. November 2009, 10:33
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    foto: ap/miguel alvarez

    Demonstranten gegen (oben) und Anhänger von Präsident Ortega, der auf einer Kundgebung den Einjährigen des Wahlsieges seiner Partei bei den Kommunalwahlen feierte.

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    foto: reuters/oswaldo rivas

Verletzte bei Zusammenstößen beider Lager - Mehr als 7.000 Sicherheitskräfte im Einsatz

Managua - Im Streit um die Wiederwahl-Pläne von Nicaraguas Präsident Daniel Ortega sind in der Hauptstadt Managua zehntausende Anhänger und Gegner des Staatschefs auf die Straße gegangen. Nach örtlichen Medienberichten wurden bei Zusammenstößen zwischen beiden Lagern mindestens zwölf Menschen verletzt, darunter drei Polizisten.

Mehrere Fahrzeuge seien beschädigt worden. Rund 50.000 Oppositionsanhänger nahmen nach Angaben der Organisatoren an einem Protestmarsch gegen eine möglich weitere Amtszeit für Ortega teil. Der Präsident rief derweil bei einer Ansprache vor tausenden Anhängern zur Ruhe auf. Mehr als 7.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

Ortega möchte Verfassung für Wiederwahl ändern

Ortega will dem Beispiel der linksgerichteten Präsidenten aus Venezuela, Bolivien und Ecuador folgen und sich eine weitere Amtszeit genehmigen lassen. Dazu müsste die nicaraguanische Verfassung geändert werden. Denn die schreibt vor, dass ein Präsident nur einmal wiedergewählt werden darf, außerdem sind zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Amtszeiten ausgeschlossen.

Ortega trat im Jänner 2007 seine zweite Amtszeit an, nachdem er in den 80er Jahren bereits Präsident des mittelamerikanischen Landes war. Die nächste Präsidentschaftswahl ist im November 2011 geplant. (APA/AFP)

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Posting 1 bis 25 von 36
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Parkaboy
60
23.11.2009, 17:18
Diktatur ist eben nicht gleich Diktatur

Wie viele Zeitungen die Opposition hat, spielt in einem Land, in dem sehr viele Leute weder lesen noch schreiben können bzw. funktionale Analphabeten sind, und in dem die Zeitungen außerhalb der Großstädte -wenn überhaupt - erst mit ein paar Tagen Verspätung eintreffen, wenig Aussagekraft.
Viel mehr zählen die TV- und Radio-Sender. Da haben die Orteguisten beim Rennen um die Volksverhetzung mit Canal 4 und Radio Ya die Nase eindeutig vorn.

Diktatur ist auch Meinungsterrorismus.
Wer droht mir Gewalt, wenn Demos und Versammlungen angekündigt werden? Wer zerstört Radiosender und bedroht Journalisten? Wer wirft mit Ziegeln und Steinen auf Andersdenkende? Wer besetzt den öffentlichen Raum und bedroht Passanten?

giconda b.
06
23.11.2009, 18:07

vielleicht sollten sie nicht ganz so einseitig sein, wie sie sicher wissen gibts den canal 2, 6, 10,11,12 die sicher nicht regierungsfreundlich sind. auch erinnere ich sie das ein journalist vom canal 4 im november fast erstochen wurden. schwere messerattacke, sowie sein auto wurde vor laufender camera zerstoert. das ist es was mich in diesem land so angeht. es wird alles so einseitig dargestellt.
sogar eine medaille hat 2 seiten.

Parkaboy
00
23.11.2009, 19:54
Ich stelle hier keineswegs in Abrede, dass es Übergriffe und Hetzereien auf beiden Seiten gibt.

Nur so viel: Der von Ihnen erwähnten Messerattacke auf einen Canal 4-Journalisten, die natürlich voll zu verurteilen ist, stehen unzählige Angriffe auf Leib und Leben und Einrichtungen von regierungskritischen Menschen und Institutionen durch den von der Regierung aufgewiegelten bzw. sogar bezahlten (bzw. durch versprochene Bezahlungen gekauften) orteguistischen Mob gegenüber.

Aber wie gesagt, mir geht es nicht darum, die Schuld hin und herzuschieben. Sondern darum aufzuzeigen, dass Ortega keineswegs der selbstlose Führer der Armen und Retter der Demokratie ist, als der sich selbst und als der von vielen hier dargestellt wird.

giconda b.
15
23.11.2009, 17:01

ja alle buergerinnen in nicaragua sind erleichtert, das diese 2 grossveranstanltungen friedlich verlaufen sind. ueber die zahlen kann man nichts genaues sagen, ich glaube auch das beim marcha ca. 50000 waren. aber beim fest der sandinisten waren viel viel mehr. es war ein unueberschaubare menge und die stimmung war super. war mit meinem kind bei beiden veranstaltungen und habe mich total sicher gefuehlt.
war ein grosses signal an die demokratie. fuer alle die immer von dictatur sprechen, in welcher dictatur sind die medien fest in der hand der oppostition? in welcher dictatur ist es moeglich das 50000 auf die strasse gehen und gegen die regierung demonstrieren?
natuerlich hat auch die regierung einen fernsehcanal, aber die oppostion hat

Parkaboy
11
23.11.2009, 18:02
Mein Post "Diktatur ist eben nicht gleich Diktatur" oben

war eigentlich als Antwort auf giconda b. gedacht. hab mich verklickt. Tut leid.

Konrad Chreeb
24
23.11.2009, 07:39
Westliche Gesinnungsmedien verschweigen wie üblich alle Wahrheiten die konform sind.

Denn Berichten örtlicher Medien zufolge waren es bis zu 350.000 die in Managua für die sandinistische Regierung auf die Straße gingen, während in den westlichen Propagandamedien von 50.000 Teilnehmern (die nationale Polizei lediglich 7000 Teilnehmer) der sog. (nochzudem zersplitterten) Opposition die Rede ist, wird die deutlich größere Kundgebung der Sandinisten verschwiegen. Wieder mal typisch für sog. westliche Meinungsfreiheit: die demokratische Fassade blättert.

Paul Kat
13
23.11.2009, 08:54
Irrtum

Es waren mehr als 7.000 Polizisten im Einsatz, die 50.000 TeilnehmerInnen der Oppositionsdemo werden durchgehend von allen Medien bestätigt, ich persönlich schätze dass es schon einige mehr waren, aber was soll es.
Die FSLN - Veranstaltung war als Kulturfest angelegt mit ca. 80.000 - 100.000 TeilnehmerInnen. Eine ca. 30 minutigen Ansprache vom Staatspräsidenten Daniel Ortega war der politische Höhepunkt. Es war eine Allerweltsrede mit als größter Neuigkeit die turnusgemässe Ernennung des neuen Oberbefehlshabers der Streitkräfte.

Trotz Panikmache und Hetze der Printmedien und der Rechtsopposition waren beide Veranstaltungen friedlich. Die Menschen in Managua sind jedenfalls erleichtert.

diamant
40
22.11.2009, 19:51
Keine Wiederwahl! Keine Verfassungsaenderung!!

LUCIA65
04
23.11.2009, 02:01
Wissen Sie überhaupt wovon Sie schreiben?

befassen Sie sich doch nicht nur oberflächlich mit meinem Land, bilden Sie sich weiter und vielleicht dann können Sie entsprechend mitreden/-schreiben/-posten.

Nicolas Castillo
00
wo sind Sie denn ausgebrochen?

in einem freien Land darf gluecklicherweise jeder sagen was er denkt, so auch obriger Poster ... dass es Ihnen bei Ihren Sympathien fuer Daniel O. widerstrebt kann ich allerdings gut verstehen.

Malkaye
03
23.11.2009, 00:16
sind sie nicaraguaner?

wenn nicht, kümmern sie sich um die beschränkung der amtszeiten in ihrem land! in deutschland und den meisten eu-ländern ist das auch unbegrenzt möglich - ohne verfassungsänderung!

Nicolas Castillo
10
was motzen Sie ihn eigentlich so an ...

Sie haben doch auch zu allem eine Meinung und nur selten bis gar keine Ahnung. Regen wir uns darueber auf? Also, machen Sie halblang.

diamant
50
23.11.2009, 11:24
Ausserhalb von Nicaragua kann ich zum Glueck noch sagen was ich will....

Momotombo
 
04
23.11.2009, 20:19
In Nicaragua können Sie es dazu noch publizieren

hier in Nicaragua spielt Niveau und Wahrheit nicht immer eine Rolle, siehe auch die hiesigen Medienlandschaft. Die politische Auseinandersetzung spielt sich hier, wie auch in andere Gegenden dieser Welt, nicht im katholischen Mädcheninternat ab.

Wenn Sie, Hr./Frau Diamant, schon keine Ahnung haben, so blamieren Sie sich nicht weiter und versuchen Sie sich ein bisschen zu informieren.

Ansonsten darf man Sie mit Fug und Recht als Ignorant bezeichnen und das ist ja auch nicht gerade ein Ehrentitel.

Grüsse aus Nicaragua

Parkaboy
12
23.11.2009, 14:55
Kannst du,

aber was du sagst, sollte halt ein bisschen Hand und Fuß haben.

diamant
10
23.11.2009, 09:59
Die Unterschiede zwischen Praesidialem und Parlamentarischen System muss ich ihnen hier aber nicht

aufzaehlen, oder doch?

Raptor Jesus
22
23.11.2009, 12:49
de facto und de jure

wenn die europäer in irgendwas überlegen waren, dann die Trugkunst.

Momotombo
 
04
22.11.2009, 19:05
Erleichterung

nach wochenlanger Hetze beider Lager, wobei insbesondere groesste Tageszeitung La Prensa ein unruehmliche Rolle spielt, ist die Demonstration der Opposition mit seinen mehr als 50.000 TeilnehmerInnen und FSLN-Fiesta mit ca. 80.000 TeilnehmerInnen friedlich verlaufen.
Dies dank auch der hervorragende und massiven Einsatz der Polizei unter Leitung von der Polizeipräsidentin Aminta Granera.

Die s.g. Zwischenfälle darf man als Peanuts bezeichnen, auch wenn man weiss wie im Vorfeld vorallem von der Rechtspresse gehetzt wurden und die Sandinisten als alleinige Ursache der Spannungen in diesem Land beschuldigt wurden.

Ich konnte jedoch voellig entspannt beide Manifestationen, welche in keine 200 m Distanz stattfanden, besuchen.

Parkaboy
22
23.11.2009, 14:53
"auch wenn man weiss wie im Vorfeld vorallem von der Rechtspresse gehetzt wurden und die Sandinisten als alleinige Ursache der Spannungen in diesem Land beschuldigt wurden."

Liebe(r) Momotombo, nichts liegt mir ferner als die korrupte und pseudodemokratische Rechte in diesem Land verteidigen zu wollen. Mir ist die Prensa auch zutiefst unsympathisch, aber oft den Canal 4 - Multinoticias eingeschaltet hast du wohl nicht?

Was dort gegen alles, was nicht 100% auf Ortega-Linie ist, gehetzt wird, stellt alles andere weit in den Schatten. Und als TV-Sender erreicht er weit mehr Menschen als eine Zeitung, vor allem außerhalb Managuas und der großen Städte.

Den schwarzen Peter für die untragbare Aufhetzung der Bevölkerung durch ihre politischen "Fühungspersönlichkeiten" fast ausschließlich den Rechten zuschieben zu wollen, ist entweder eine grobe Verkennung der Realität oder Kalkül deinerseits

Momotombo
 
03
23.11.2009, 20:30
Empfehlung:

Besorgen Sie sich die Sonntagsausgabe von der Prensa sowie von "Hoy".

Die FS-Kanäle kann man getrost gegeneinander auswechseln ob Canal 2 - Telenoticias oder Canal 4 Multinoticias.

Das politische Klima ist jedenfalls hier überhitzt und dies versuchen einigen Rattenfänger zu nutzen.

Jedenfalls gingen beide Veranstaltungen mehr oder weniger hier in Managua friedlich über die Bühne und dies trotz bürgerlicher Hetze

Ernst Guevara
36
22.11.2009, 11:38
was für eine miese berichterstattung! die realität ist meistens etwas komplexer,

nur schade, dass man über die nachrichtenagenturen davon nix mitbekommt. ortegas politik ist vielschichtig. einerseits macht er wohl eine ganz akzeptable sozialpolitik, die aber auch nur möglich ist, weil geld aus venezuela fliesst. andererseits hat ortega scheinbar grosse probleme mit dissidenz. die frauenbewegung wird unterdrückt, denn ortega und vor allem die "first lady" sind in dieser frage auf reaktionär-katholischem kurs unterwegs (abtreibungsverbot). auch gegen oppositionsparteien wie die authentischen sandinisten und die konservativen geht ortega autoritär vor und schliesst sie von wahlen aus. ich denke, die frage der wiederwahl ist höchstens eine zuspitzung, aber die gründe für die demos für und gegen ortega gehen tiefer.

Parkaboy
12
23.11.2009, 15:04
"reaktionär-katholischem kurs"

Aber auch hier ist eben keine klare Linie zu erkennen.

Was die meisten Leute nicht wissen: Im gleichen Atemzug, mit dem Schwangerschaftsabbruch auch aus medizinischen Gründen verboten wurde, wurde die Homosexualität entkriminalisiert. Kniefall vor der Kirche?

Ernst Guevara
10
23.11.2009, 15:40
echt?

das höre ich zum ersten mal. komisch, dass die medien hier das völlig unter den tisch fallen liessen.

Parkaboy
13
23.11.2009, 17:08
Das passt halt nicht so ins Schema F.

Ich habe bereits in einigen Ländern Europas gelebt und viele andere Länder v.a. Lateinamerikas für längere Zeit besucht, aber nirgends habe ich so viele offensichtlich selbstbewusste homosexuelle bzw. transsexuelle junge Männer auf der Straße, auf dem Markt, in den Kneipen und im Bus gesehen wie in Nicaragua.

Nicolas Castillo
00
selten so viel Schwachsinn gelesen ...

nur weil Homosexualitaet vor 2 !!! Jahren legalisiert wurde und nicht mehr bestraft wird, leiten Sie daraus eine offene und tolerante Gesellschaft ab?

Viele l-am Laender koennen Sie da nicht besucht haben, eigentlich faellt mir da keines ein, ausser vielleicht Guayana, da wird man heute noch exikutiert, und das ist nicht mal wirklich l-am.

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