Wimmerl für die Lichtmasten

glu, 22. November 2009, 16:56
  • Artikelbild
    foto: nyracks/leelau
  • Artikelbild
    foto: nyracks/leelau
  • Artikelbild
    foto: nyracks/leelau
  • Artikelbild
    foto: nyracks/leelau
  • Artikelbild
    foto: nyracks/leelau

Anthony Lau hat einen Radständer entworfen, der in Städten den Mangel an Abstellplätzen ausgleichen kann und gewann damit schon einige Preise

Die Liste der Preise, die Anthony Lau mit seinem Cyclehoop schon eingeheimst hat, ist ziemlich lang. Da wäre der HSBC Unipreneur Award oder The Pitch 2009, und mit dem Cyclehoop schaffte es Lau auch zum WestFocus Bright Ideas Winner.

Der Cyclehoop ist im Grunde nichts anderes als ein großer Stahlring, der an Verkehrszeichen, Ampeln oder Straßenlaternen festgemacht werden kann. Also nein, eigentlich nicht an der Ampel oder Straßenlaterne selbst, viel mehr am Pfahl, an dem dann die Laterne montiert ist. Sie verstehen schon.

Entscheidende Vorteile des Cyclehoop sind, dass er einfacher zu montieren, und dadurch günstiger ist als viele andere Radständer, weil er nicht mehr extra in der Erde verankert werden muss und damit ein großer Teil der Arbeiten entfällt. Den Cyclehoop schraubt man einfach rund 35 Zentimeter über dem Boden an den Pfahl und fertig. Damit der nächstbeste Radlsammler nicht mit Rad und Cyclehoop auf einmal abhaut, wird der Radständer mit Schrauben befestigt, deren Kappe beim Festziehen abbricht. Also keine Chance zum Abschrauben. Und wenn man mit einem abgesperrten Rad samt daran hängender Ampel durch die Stadt hirscht, könnte auch einem Exekutivbeamten schnell klar werden, dass in dem Fall nicht alle Besitzverhältnisse vollkommen geklärt sind und Nachfragen nicht schaden kann.

Ob man die Cyclehoops schön findet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Den einen gefällt, dass die bunten und praktischen Bügel etwas Farbe in die Stadt bringen könnten, andere kriegen schon Kopfschmerzen bei dem Gedanken, dass jedem dritten Lichtmasten zwei färbige Wimmerl aus der Seite wachsen könnten, an denen dann Designerradln und Kaugummis picken. Aber die in sich abgesperrten Fahrräder, die nach dem dritten Passanten auf der Erde liegen, sind auch keine Augenweide - auch wenn sie, zugegeben, in Wien eh nicht lange herumliegen.

In England sind ein paar der Cyclehoops bereits verbaut. Cambridge und Edinburgh haben ein paar gekauft, und in London sieht man sie auch schon, etwa in Lambeth. Doch nicht nur in England sorgt Tony Lau mit seinen Lichtmast-Ringen für Aufsehen. Bald sehen wir die Cyclehoops auf der Startseite einer großen Internet-Suchmaschine, wenn das so weitergeht. Google ist vom Cyclehoop so begeistert gewesen, dass sie bei ihm gleich die Inneneinrichtung für den firmeneigenen Fahrradlkeller im Headquarter in New York bestellt haben. Gemeinsam mit Jessica Lee hat Lau für Google ein Fahrradparksystem entworfen, in dem die Räder in zwei Decks abgestellt werden können. Tony Lau wollte mit seinem Entwurf den faden Fahrrad-Abstellräumen mit den galvanisierten Radlständern ein Ende machen, indem er aufregendes Design und Farben einsetzt, "damit der Start und das Ende eines jeden Radausflugs ein erfreuliches Erlebnis wird. Radabstellmöglichkeiten müssen einfach sexy aussehen." (Guido Gluschitsch)

Infos: Cyclehoop

  • Allrad-Antrieb mit Puls-Gasgriff [30]

    TitelbildYamaha baut nicht nur Musikinstrumente und Motorräder, sondern auch seit Jahren Fahrräder. Die Studie "PAS er" rollt auf 20 Zöllern in die Zukunft

  • Wer fährt grad mein Fahrrad? [81]

    TitelbildWir kaufen ultraleichte Fahrräder und legen sie in superschwere Ketten, nur damit sie dort bleiben, wo sie sind. Patschert oder notwendig?

  • Einmal quer durch Australien [4]

    TitelbildVier Vorarlberger radeln mit dem Handbike einmal quer durch Australien und wollen dabei einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen

  • Gript es ja gar nicht [28]

    TitelbildWährend genagelte Schuhe out sind wie der heimische Fußball, sind Spikes auf Bikes ein griffiger Grund auch im Winter zu fahren

  • Ein Unikat am Fahrrad [27]

    TitelbildDer Wuf machte vor, was heute alltäglich ist. Am Fahrrad wie ein Faschingspopperl ausschauen. Nur beim Wuf war es cool und klass

  • Fortschritt statt Rücktritt [29]

    TitelbildOma hat noch geschoben, heute wird geschalten. Ritzel, Zahnräder, Ketten. "Nicolai" arbeitet mit Planeten, "Shimano" schaltet elektrisch

  • Ein Hut ist schöner als ein Helm [17]

    TitelbildFahrradhelme sind nicht schön. Hüte hingegen haben etwas Besonderes. Ein dänischer Hersteller kombiniert nun Flair und Sicherheit

  • Radlweg zum Mitnehmen [99]

    TitelbildEigentlich unvorstellbar, bis man den ersten "Prototyp" - ein Radweg-Werfer, der grüne Lichtstreifen auf die Straße malt - gesehen hat: hier ist er

  • Die Revolution des Gepäcktransports [42]

    TitelbildFrüher war es nicht einfach, Gegenstände am Fahrrad zu transportieren. Jetzt gibt es eine neue Gepäckkiste, die eigentlich was für meine Oma wäre

  • Fahrrad und Hund: Dem Dackel einen Korb geben [39]

    TitelbildEs gibt eine große Auswahl an Behelfen, um den Hund mit dem Fahrrad mitnehmen zu können

  • Wimmerl für die Lichtmasten [33]

  • Kein Start ohne Doping [29]

    TitelbildDa haben sich die zwei Rad-Chaoten was getraut: Veranstalten ein Radrennen und lassen nur gedopte Fahrer an den Start

  • Das faltbare E-Radl für den Winter [81]

    TitelbildDicke Reifen, sagt Lukas, machen sein Business-Bike zum idealen Winter-Fahrrad. Und dass er nicht ins Schwitzen kommt, weil er nicht treten muss

  • Radlfahren gegen das Kohlendioxid [23]

    TitelbildZum dritten Mal findet im Juli in der Steiermark das 24-Stunden-Radrennen für den Klimaschutz statt

  • PUYL - Die Lichtpumpe [66]

    TitelbildMit einer Pumpe, die sich selbst den Strom für das integrierte LED-Birndl erzeugt, gewann Kai Malte Röver einen Eurobike Award 2009

  • Fahrradhelmproblem [206]

    TitelbildDie einen würden sich eine Helmpflicht für Radfahrer wünschen, die anderen verwünschen den Radlhelm. Und früher kamen wir ganz ohne Helm aus.

  • Wenn es draußen zu kalt wird [63]

    TitelbildFranz, Detlef und René haben sich schon winterfit gemacht. Mit durchaus ungewöhnlichen Ansätzen.

  • Sonnenuntergang am Pannonia-Ring [13]

    TitelbildIn Ungarn bereitet sich die Sonne auf ihren Untergang vor. Aber nicht nur die Sonne. 57 harte Frauen und Männer tun es ihr gleich - Ansichtssache

  • Radlständer können sexy sein [34]

    TitelbildRadlständer sind wie lange Unterhosen. Aber nicht alle. Es gibt Ausnahmen, etwa vom Hersteller Massload aus Taiwan

  • Die Scheibe ist eine Welt [124]

    TitelbildHydraulische Bremsscheiben sind im Sportbereich schon ein Must geworden. Aber bringen die auch etwas oder bremsen sie nur?

  • Klapprad für Tretfaule [31]

    TitelbildEs wäre den Machern sicher recht, wenn das YikeBike unsere Bewegung revolutioniert

  • Alternativenergie Drehstrom [78]

    TitelbildIn der Radnabe kann man einfach Strom erzeugen. Das ist zwar nicht ganz billig, hat aber einige entscheidende Vorteile

  • Affenartige Lichtspiele [44]

    TitelbildJetzt geht es rund, sagt sich MonkeyLectric in Berkeley, Kalifornien, und montiert uns LED-Leuchten auf die Fahrrad-Speichen

  • Rad-Rennen: Ein Blick in den Rennkalender [24]

    TitelbildEin Blick in den Rennkalender kann konservativen Rennradlern vor lauter Kopfschütteln ein Schleudertrauma einbringen. Wettkämpfe von Rodelbahn bis Rennstrecke

  • Der Forkless-Cruiser [29]

    TitelbildDer Finne Olli Erkkilä hat ein Fahrrad ohne Gabel gebaut – aber er fährt nicht damit. Warum, erzählte er in einem Gespräch mit derStandard.at

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
Georg Scholz
00
29.11.2009, 17:51

Schöne Idee!!

marty fink
00
24.11.2009, 13:12
Wie bremst das Rad eigentlich?

human ic
20
24.11.2009, 15:44

achtung, überraschung: du ziehst am bremshebel und ein stahlseil sorgt dafür dass die zangen der bremse backen gegen die felgenflanke drücken was die rotation des rades durch reibung beeinträchtigt...blah..

marty fink
00
24.11.2009, 16:33
ich seh zwar die seile und etwas bremsenähnliches am vorderrad

aber irgendwie den hebel nicht...
bin natürlich kein radkenner!

Franz Freiherr von Sommaruga
 
00
24.11.2009, 15:35
durch kontern der pedale

der/die pilot_in tritt langsamer = langsam stehenbleiben;
pilot_in lupft das hinterrad kurz in die höhe und verkantet die pedale waagrecht = dadurch blockiert das hinterrad (jargon: skidden)

macht höllisch viel spass, braucht gewisse eingewöhnungszeit um sicher unterwegs zu sein.

Lethawae
00
24.11.2009, 19:44

So sicher wie auf einem Rad mit richtigen Bremsen ist man lediglich mit kontern nie unterwegs.

g'stieß
00
24.11.2009, 10:49

nice.

Lethawae
00
24.11.2009, 08:49

Ohne obertrendigen Singlespeeder geht's halt nicht...

Tompkins, Mr. Tompkins
 
00
24.11.2009, 21:47
Vor allem ...

... wollte man die Optik nicht stören und hat daher anscheinend das Schloß gleich weggelassen. :-) (am letzten Bild)

anna b
00
23.11.2009, 12:04

nette sache

consciousness contrives conscientiousness
11
23.11.2009, 11:01
der ständer oben links

könnte die nachfolge der abgebrannten enzis im mq antreten. die richtige farbe (ubiquitous lime-green) hat er, extrem unpraktisch ist er auch (rad 1m nach oben hieven ist genderungerecht)

nonixnarretz
00
23.11.2009, 02:10

ist das dein radl, glu?

weil, dann respekt. schoenes teil.

mukl
00
23.11.2009, 10:56

das hebt sich mit der häßlichen armbanduhr wieder auf.

Guido Gluschitsch
 
00
23.11.2009, 08:36
Nein,

ich hab nur ein altes Mountainbike und das gehört meiner Frau...

glu

nonixnarretz
00
23.11.2009, 02:13

hmm..

mouseover, ahja.
NYracks/LeeLau.

dann halt schoen ausgesucht.
:)

nonixnarretz
10
23.11.2009, 02:07

riesenvorteil:
anti - "jo derfn de denn des?".

will heissen: verleiht dem am laternenpfahl angepfriemelten fahrrad sowas wie einen legalen status im strassenverkehr (ja eh traurig dass es das braucht), und verhindert nebstbei bei schlauer montage, dass gerade DER pfahl ausgelassen wird, oder umgotteswillen quer zum gehsteig angeleint wird.

und ein bunter reminder an alle fahrradmuffeln: is scho klass, gell? so gleich vorm eingang zum geschaeft.

also her damit. kann ja nix kosten, vergleichsweise.

mukl
00
23.11.2009, 10:55

anders herum: wenn das nur bei jedem 10. masten gemacht wird, heißts vielleicht "da is kein so ein buntes fahrradanmachdings, also weg mit dem drahtesel."

nonixnarretz
00
23.11.2009, 11:34

ja eh, der wiener laesst sich das vermutungs-vernadern nie ganz nehmen. wenn aber wirklich nur die unbrauchbaren laternderln ausgelassen werden...?

Misik nervt
00
22.11.2009, 23:30

ich find sie eigentlich ganz nett solang sie wie im ersten bild die farbe des straßenschildes haben.
wenn auch eher praktisch als wirklich notwendig..

DasLebenIstSchwerUndDannStirbtMan
013
22.11.2009, 20:18

ich hab mein fahrrad eigentlich immer ohne irgendwas einfach so an laternenmasten angelehnt.
mir war bisher nicht klar, dass das ohne eine eigene vorrichtung eigentlich nicht möglich ist.

Georg Scholz
00
29.11.2009, 17:50

Geht nicht überall, manche Laternen sind zu dick für's Bügelschloß.

norbertz
00
23.11.2009, 13:41

Ich denke der Vorteil der Konstruktion soll sein dass Vorder- und Hinterrad daran gesichert werden können. Nur am Masten selber ist das schwieriger oder nur mit weniger sicheren Kabelschlössern möglich.

aber geh ;-)
00
22.11.2009, 19:40

hmmm.

in ein stadtrad gehören eigentlich eh keine schnellspanner. das ist ja schon fast eine aufforderung!

und ein singlespeed (wie das am letzten foto), würd ich mich nie mit schnellspanner fahren trauen. wenn da das hinterrad verrutscht, die kette abspringt und das ohne bremsen..... schauder

Tompkins, Mr. Tompkins
 
01
22.11.2009, 20:01
Ein Singlespeed ...

... ist nicht unbedingt ein Fixie und das Fahrrad am Foto hat zumindest vorne eine Bremse. Aber sonst stimme ich Ihnen schon zu.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.