
22.11.2009 18:14
Mubarak übt scharfe Kritik an Israel
Ägyptischer Präsident wirft israelischer Regierung vor, "die Gelegenheit für den Frieden zu zerstören" - Luftangriff auf Gaza nach Beschuss - 1 Foto
Kairo/Gaza - Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat Israel ungewöhnlich scharf kritisiert. In einer Ansprache im Parlament warf er der israelischen Regierung vor, "die Gelegenheit für den Frieden zu zerstören". Er forderte Israel dazu auf, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben. "Genug mit Ihrer Sturheit und Ihren Manipulationen - gehen Sie auf die Aufrufe zum Frieden ein."
Auch bei einem Treffen mit dem israelischen Präsidenten Shimon Peres am Sonntag verlangte Mubarak einen vollständigen Baustopp in den Palästinenser-Gebieten. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sagte Mubarak: "Wir brauchen zuerst einen Siedlungsstopp in den besetzten Gebieten einschließlich Ostjerusalems."
Israelischer Luftangriff
Im Gazastreifen wurden nach einem israelischen Luftangriff am Sonntag bis zu zehn Palästinenser verletzt. Ziel der Angriffe seien zwei Waffenfabriken im Gazastreifen und ein Schmugglertunnel an der Grenze zu Ägypten gewesen, hieß es aus Israel. Die Angriffe seien die Antwort auf eine aus dem Gazastreifen abgeschossene Rakete, die am Samstag nahe Sderot eingeschlagen war.
Erst am Samstag hatte die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas erklärt, sich mit kleineren bewaffneten Gruppierungen auf einen Stopp der sporadischen Raketenangriffe auf Israel geeinigt zu haben. Zweck der Vereinbarung sei es, israelische Vergeltungsangriffe zu vermeiden und den Wiederaufbau des Gazastreifens voranzubringen. (Reuters, dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 23.11.2009)
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