Der glücklose Austria-Kärnten-Trainer ist nach der 0:3-Heimpleite gegen Mattersburg zurückgetreten. Roman Stary übernimmt interimistisch
Klagenfurt - Frenkie Schinkels ist seit Samstagabend nicht
mehr Trainer von Austria Kärnten. Unmittelbar nach der 0:3-Heimniederlage gegen Mattersburg wurde der Abschied des Niederländers in einer Vorstandssitzung im Klagenfurter Stadion beschlossen. Die Kärntner bilden mit acht Punkten Rückstand das Schlusslicht der Bundesliga. Der
46-Jährige hatte selbst seinen Rücktritt angeboten. Kärntens
Co-Trainer Roman Stary wird interimistisch das Traineramt übernehmen. Bis Dienstag wollen die Kärntner einen neuen Coach präsentieren.
Schinkels resigniert
"Bisher hat mir die Mannschaft immer vermittelt, das sie es packen
will. Das muss sie aber auch auf dem Spielfeld zeigen. Doch heute
habe ich erstmals das Gefühl gehabt, dass ich es mit dieser
Mannschaft nicht mehr schaffen kann. Deshalb habe ich mich zum
Rücktritt entschlossen", erklärte Schinkels in einer ersten
Stellungnahme. Der Familienvater, der als Trainer die Wiener Austria
im Jahr 2006 zum Double geführt hatte, brachte es in 63 Spielen als
Kärnten-Coach nur auf 15 Siege bei 15 Remis und 33 Niederlagen.
Roman Stary, der Eintagstrainer
Als interimistischer Nachfolger des gebürtigen Niederländers und
Ex-ÖFB-Teamspielers wurde Kärntens Co-Trainer Roman Stary bestimmt.
Dieser wird aber wohl nur das Montag-Training leiten, denn bereits ab
(dem morgigen) Sonntag soll schnellstmöglich über die Neubesetzung
des Trainerpostens entschieden werden. "Ziel ist es, bis Dienstag
einen neuen Trainer zu präsentieren", betonte Club-Präsident Mario
Canori am Samstagabend.
Zellhofer mit guten Karten
Fünf Betreuer hätten bereits ihre Dienste angeboten, allerdings
sei bisher mit noch keinem über ein etwaiges Engagement gesprochen
worden. Als heißester Kandidat auf den Trainerposten beim
Tabellenletzten gilt der Oberösterreicher Georg Zellhofer, der
zuletzt in der Bundesliga beim Absteiger Altach als Coach engagiert
war.
Schinkels' Talfahrt
Schinkels war seit 24. Februar des Vorjahres Kärnten-Trainer. Er
hatte damals die Nachfolge von Klaus Schmidt angetreten und den Club,
der auch zu jener Zeit Tabellenschlusslicht gewesen war, noch vor dem
Abstieg bewahrt. Die Folgesaison hatte das Schinkels-Team dann dank
starker Leistungen im Herbst ohne jegliches Bangen um den
Klassenerhalt auf dem sechsten Tabellenplatz beendet.
Doch im Frühjahr hatte sich der sportliche Rückfall bereits
abgezeichnet. Neben den permanenten Diskussionen um einen Umbau oder
Rückbau des Wörthersee-Stadions werden die Klagenfurter nach wie vor
von (damit zusammenhängenden) finanziellen Problemen geplagt. Diese
hatten im Frühjahr katastrophale Ergebnisse und in der Sommerpause
einen gewaltigen personellen Aderlass zur Folge und für die aktuelle
Saison keine entscheidenden Verstärkungen zugelassen.
Außerdem hatte der Verein die Lizenz für 2009/10 im vergangenen
Mai erst im zweiten Anlauf nur dank einer Haftungserklärung über 1,1
Millionen Euro von Stadt und Land erhalten. Diese Finanzmisere war
auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass es Kärnten bisher in 16
Runden nur auf einen einzigen Sieg und drei Remis gebracht hat.
Auch auf den Nachfolger von Schinkels werden somit schwere Zeiten
zukommen, denn eine Besserung der finanziellen Situation ist derzeit
nicht in Sicht. Rein sportlich fehlen dem Schlusslicht im Moment acht
Punkte auf den Tabellenneunten SV Kapfenberg. (red/APA)